Archiv von ‘Blogs that rock’ Kategorie

{Umzugshelfer} Bärlauchrisotto mit blanchierten süßen Möhrchen von Clara von Tastesheriff

von Mia | Küchenchaotin

Wir sind in der neuen Wohnung angekommen! Zwar haben wir noch kein Internet – und ihr könnt euch sicher vorstellen, was für ein Weltuntergang das für mich ist – und wir versinken noch in Kartons, aber wir haben das Schlimmste hinter uns!

Und auch meine Umzugshelfer-Beiträge machen heute eine Punktlandung, denn last but not least ist heute die liebe Claretti von Tastesheriff hier und tischt euch ein Risotto auf, für das ich heute sterben würde. Bärlauchrisotto! Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich Claretti nicht groß vorstellen muss, weil ihr sie schon kennt. Denn in der deutschen Lifestyle-Blogosphäre kommt man an ihr kaum vorbei!
Umso stolzer bin ich, dass sie mir heute und hier unter die Arme greift.

Und: ich bin dann mal auf zum Bärlauch-Dealer meines Vertrauens!


Während die liebe Mia noch im Umzugschaos steckt und sich die Augen reibt, weil sie zwischenzeitlich abgeschieden von der Außenwelt war, hab ich ne Kleinigkeit für sie als Vertretung vorbereitet! Ich weiß ja, das sie Bärlauch liebt!! So gibt es ein leckeres Bärlauchrisotto mir blanchierten süßen Möhrchen! In der Kombination super lecker, denn die Möhre geben dem ganzen eine spannende Note…

Gastpost Kuechenchaotin tastesheriff Risotto mit Baerlauch 2

Für 4 Personen benötigt man:

fürs Risotto
300 g Risottoreis
1 klein geschnittene Schalotte
1 1/2 Liter Gemüsebrühe
40 g Butter
100 ml Weißwein
50 g kalte Butter
75 g frisch geriebener Parmesan

fürs Bärlauchpesto
1 Bund Bärlauch
ca. 200 ml Olivenöl (evtl etwas mehr)
75 g Pinienkerne
75 g geriebener Parmesan

für die blanchierten süßen Möhrchen
ca. 8 Möhren
100 g Zucker
50 g Butter
Salz und Pfeffer

Gastpost Kuechenchaotin tastesheriff Risotto mit Baerlauch 3

In einem Kochtopf 40 g Butter schmelzen! Die Schalotte mit hineingeben und glasig werden lassen. Den Risottoreis hinzugeben und kurz anschmelzen. Mit dem Weißwein ablöschen und unter Rühren ca. 25 min kochen! Während der Kochzeit immer wieder etwas Gemüsebrühe hinzugeben, das der Reis immer saftig bleibt! Kurz vor Ende der Garzeit die Butter und den Parmesankäse hinzugeben.

In der Zwischenzeit Bärlauch, Olivenöl, Parmesan und Pinienkerne mit einem
Pürrierstab zu einem Pesto verarbeiten.
Die Möhren schälen und der Länge nach vierteln. In einer Pfanne ca. 200 ml Wasser erhitzen und die Möhren blanchieren. Die Butter und den Zucker hinzugeben und die Möhren damit leicht an karamellisieren.

Auf einem tiefen Teller erst das Risotto anrichten, dann ca ein Esslöffel Bärlauchpesto
darauf verteilen und einige Möhren drauf legen!

Gastpost Kuechenchaotin tastesheriff Risotto mit Baerlauch

Lasst es Euch schmecken! Es ist mein liebstes Frühlingsgericht…

Liebste Grüße
Eure Claretti


Liebste Claretti, ich danke dir für diesen krönenden Abschluss meiner Umzugshelfer-Serie! I love Risotto, I love Bärlauch – I love you für dieses bezaubernde Rezept! Das wird ganz schnell noch nachgemacht, solang der Bärlauch frisch ist!

Falls ihr noch nicht da wart: Hier geht’s zu Clarettis Blog.

Und ab nächster Woche, gibt’s dann auch wieder neue, frische Rezepte von mir!

Guten Appetit,
Mia

{Umzugshelfer} Schoko-Kaffee-Cupcakes mit Kokossahne – von Markus, dem Backbuben

von Mia | Küchenchaotin

Als ich meine Umzugshelfer angeschrieben habe, war ich jedes Mal ganz aufgeregt, was ich wohl für eine Antwort bekommen würde – denn alle Blogs, die mir hier unter die Arme greifen, gehören zu meinen Lieblingen!

Während ich heute meine Wohnung übergabefertig mache (und dann ist wirklich alles fertig und ich muss nur das neue Domizil beziehen! Jippie) und den Putzteufel mime, deckt euch ein ganz besonderer Umzugshelfer mein Tischlen.

Le Büb – der Backbube ist einer der wenigen Männer da draußen, die backen und darüber schreiben. Und wie der backen kann!
Die meisten von euch werden seinen Blog kennen, denn an ihm kommt man einfach nicht vorbei, wenn man auf Törtchen, Küchlein und andere süße Schweinereien steht. Und wenn einem das alles viel zu schwer ist – was im Sommer ja mal vorkommen kann – dann könnt ihr euch an seinem Ice Tea Monday erfreuen.
Ich durfte mir auch schon mehrfach „in echt“ ein Bild vom „heißen Plätzchen“ Markus machen und versichere euch, dass er genau so bezaubernd ist, wie er auf seinem Blog schreibt.

Ich erfreue mich jetzt erst mal an den bezaubernden Fotos zu seinen herrlichen Schoko-Kaffee-Cupcakes mit Kokossahne.
Vorhang auf für den Backbuben!


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Als mich Mirja vor ein paar Wochen gefragt hat, ob ich Umzugshelfer auf ihrem Blog sein möchte, also einen kleinen Beitrag schreiben würde während sie in ihr neues Küchenchaotinnen-Domizil umzieht, konnte ich gar nicht anders als „Ja“ zu sagen. Schließlich bekommt man so ne Frage nicht alle Tage von einem seiner Lieblingsblogs gestellt. Mir fiel auch sofort ein leckeres Rezept ein. Denn bei einem Umzug braucht man zwei Dinge ganz dringend: Kaffee und Schokolade. Dann übersteht man den Tag am besten. Und darum hab ich genau diese beiden Zutaten zu einem kleinen Umzugssnack zusammengebacken und noch mit sommerlichem Kokos aufgepeppt.
Viel Spaß damit:

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Schoko-Kaffee-Cupcakes mit Kokossahne (24 Stück)

Zutaten:

  • 200 g Mascarpone
  • Mark einer Vanilleschote
  • 25 g Puderzucker
  • 3 Tropfen Bittermandelaroma
  • 200 g Zartbitterschokolade
  • 3 Eier
 (M)
  • 1 Prise Salz
  • 150 g Zucker
  • 1 EL Instant-Espressopulver
  • 100 g Mehl
  • 50 g Speisestärke
  • 2 TL Backpulver
  • Moccabohnen
  • 200 ml Schlagsahne
  • 1 Pck. Sahnesteif
  • 1 EL Zucker
  • 100 g Kokosraspeln

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Zubereitung:

  • Ein Backblech mit Backpapier belegen und 24 Cupcake Cups (5cm Durchmesser) auf das Blech stellen. Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen.
  • Mascarpone, Vanillemark, Puderzucker und Mandelaroma verrühren und in den Kühlschrank stellen.
  • Die Zartbitterschokolade hacken und über dem heißen Wasserbad schmelzen. Vom Herd nehmen, abkühlen lassen und unter die Mascarpone – Creme rühren.
  • Die Eier trennen, das Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen.
  • Die Eigelbe mit dem Zucker 5-7 Minuten cremig aufschlagen. Das Mehl mit Espressopulver, Stärke und Backpulver vermischen, zur Eimasse geben und gleichmäßig unterheben.
  • Nun die Schoko-Mascarpone-Creme dazu rühren und anschließend den Eischnee unterheben.
  • Den Teig in die Förmchen füllen (nur bis zur Hälfte, der Teig läuft sonst über) und im vorgeheizten Backofen 25 Minuten backen. Danach herausnehmen und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.
  • Die Sahne etwas aufschlagen, Sahnesteif mit Zucker mischen und in die Sahne einrieseln lassen. Dann die Sahne komplett steif schlagen, in einen Spritzbeutel mit Lochtülle füllen und kleine Häubchen auf die Cupcakes sprühen.
  • Die Kokosraspeln in eine Schüssel füllen, die Cupcakes kopfüber eintauchen und zum Schluss mit einer Moccabohne verzieren.

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Und schon sind sie fertig, die kleinen schokoladigen Kaffeecupcakes mit exotischer Kokosnote. Dann kann der Umzug ja kommen. Ich hoffe euch schmecken die kleinen Dinger genauso gut wie mir. Falls ihr keine Cupcake Cups mit 5cm Durchmesser habt, dann reicht das Rezept auch für 12 ganz normale Muffinförmchen.

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Möge der Schneebesen mit euch sein,
Euer Backbube


Lieber Markus, ich danke dir für diesen wundervollen Gastbeitrag! Für meinen nächsten Umzug muss ich dich wohl einfliegen lassen, damit du mich und meine anderen Umzugshelfer verpflegen kannst!

Und übrigens: Wenn ihr noch nicht da wart: Hier geht’s zum Blog vom Backbuben!

Guten Appetit,
Mia

{Umzugshelfer} Versunkener Apfelkuchen mit Vanillesoße – von Anna von „Anna im Backwahn“

von Mia | Küchenchaotin

Anna im Backwahn“ war einer der ersten richtigen Backblogs, die mir über die ich gestolpert bin und ist bis heute auch einer der wenigen, denen ich so richtig folge.
Auf der BLOGST-Konferenz 2013 in Essen hatte ich dann die Ehre, Anna, die auch noch Geburtstag hatte, so „ganz in echt“ kennenzulernen und auch, wenn wir es nicht geschafft haben: Wenn’s passt, dann passt’s. Und das merkt man ganz fix!

Anna ist die bezaubernde Backfee, die ich gerne wäre. Und umso mehr freue ich mich natürlich, dass sie euch und mich heute als meine Umzugshelferin mit einer ihrer wunderbaren Köstlichkeiten verwöhnt. Das Apfelküchlein, das jetzt kommt, hätte ich jetzt gern auf meinem Frühstückstisch!


Gastbeitrag von Anna im Backwahn

Hallo liebe Leser von Küchenchaotin, mein Name ist Anna und ich freue mich sehr, dass ich heute mit meinem Beitrag zu Gast in Mias Küche sein darf. Ganz ähnlich wie bei der Küchenchaotin findet meine Freizeit nämlich zu einem großen Teil dort statt. Und alles, was ich dort aus dem Backofen ziehe, zeige ich auf meinem Blog Anna im Backwahn. Dort schreibe ich seit vier Jahren über genau diesen: was ich backe, was mich an der süßen Welt von Motivtorten fasziniert und was mir sonst noch an schönem Gebäck begegnet. Seit einiger Zeit bin ich auch aktiv in der Bloggerszene Deutschlands unterwegs. Ich bin gerne gut vernetzt und habe deswegen auch einen Bloggerstammtisch in meiner Heimatstadt Stuttgart auf die Beine gestellt.

Auf Blogevents trifft man dann nämlich all die netten Blogger, die man sonst nur im virtuellen Leben kennt. Und auf genau so einem sind Mia und ich uns dann auch endlich mal im echten Leben über den Weg gelaufen und zum Glück fanden wir uns auch genauso sympathisch wie zuvor im Netz. Und so war es gar keine Frage, dass ich aushelfen würde, wenn sie Hilfe braucht.

Während eines Umzuges leiden die Nerven ja schon mal immens. Und dann ist es wichtig, dass man sich kleine Pausen gönnt. Glaubt mir, dass ist für alle gut, vor allem für die um euch rum. Und wenn dann der Transport der Lieblingstortenplatten gut über die Bühne gegangen ist, hat man doch auch kurz Zeit, um sich hinzusetzen und ein kleines Stück Kuchen zu essen. Und wenn die Löffel schon ausgepackt sind, kann man es sogar wagen, einen Schluck hausgemachte Vanillesoße drüber zu löffeln. Oder zwei. Oder siebzehn. Je nach Bedarf und Stresspegel. Ich glaube nämlich fest daran, dass Vanillesoße gut tut. Ist statistisch erwiesen! Am lebenden Objekt (alias Umzugshelfer).

Gastbeitrag von Anna im Backwahn

Und hier kommt nun das Rezept.

Für einen Apfelkuchen mit 4 Portionen (Durchmesser 18cm) braucht ihr:

  • 125gr Butter
  • 200gr brauner Zucker
  • 3 EL Vanillezucker
  • 3 Eigelb
  • 200gr Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • ½ TL Natron
  • 5 EL Orangensaft
  • 3 steif geschlagene Eiweiß
  • 2 kleine Äpfel

Für die Vanillesoße braucht ihr:

  • 200ml Sahne
  • 50ml Milch
  • 4 EL Vanillezucker
  • 1 Eigelb
  • 2 EL Zucker
  • 1 gestrichener EL Speisestärke

Gastbeitrag von Anna im Backwahn (15)

1. Heizt den Backofen auf 170Grad vor. Trennt die Eier in Eigelb und Eiweiß.

2. Dann schlagt die Butter und den braunen Zucker so lange bis sich eine Creme daraus bildet. Unter diese rührt ihr die Eigelbe.

3. Mehl, Backpulver und Natron verrührt ihr in einer Schüssel und gebt dies abwechselnd mit dem Orangensaft zur Buttermasse.

4. Dann verrührt ihr alles gut bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Das geschlagene Eiweiß hebt ihr zuletzt unter den Teig.

5. Reibt eine 18er Springform mit Butter aus und gebt den Teig hinein. Die Äpfel entkernt ihr und schneidet sie in Schnitze. Diese legt ihr kreisförmig auf den Teig. Die Form der Äpfel ist nicht ganz so wichtig, weil die Äpfel einsinken werden.

6. Dann backt ihr den Kuchen bei 170Grad für 45 Minuten.

Gastbeitrag von Anna im Backwahn (7)

7. In der Zwischenzeit könnt ihr die Vanillesoße zubereiten. Dafür kocht ihr die Sahne, die Milch und den Vanillezucker zusammen auf. Das Ei, den normalen Zucker und die Stärke verrührt ihr in einer kleinen Schüssel. Wenn die Sahne/Milch kocht, schaltet ihr den Herd aus und lasst den Topf auf der Restwärme stehen. Mit einem Schneebesen rührt ihr das Eigemisch unter die Sahne/Milch. Durch die Hitze wird das Ei schnell gebunden und ergibt eine cremige Konsistenz. Mit einem Teigschaber könnt ihr die letzten Reste des Eigemisches aus der Schüssel holen.

8. Wer die Soße noch vanilliger haben möchte, kann in der Sahne/Milch eine aufgeschnittene Vanilleschote mit kochen. Diese dann einfach entfernen, bevor das Eigemisch dazu kommt.

9. Ich persönlich würde den Kuchen noch heiß mit der warmen Vanillesoße verspeisen, aber da meine Oma immer gesagt hat, dass man davon Bauchweh bekommt, würde ich ein paar Minuten warten. Vielleicht so fünf

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Vielen Dank, liebe Mia, dass ich heute zu Gast sein durfte. Ich wünsche dir eine schöne Zeit in der neuen Wohnung und verabschiede mich mit süßen Grüßen,
deine Anna


Liebe Anna, ich danke dir für deine Unterstützung! Meine Mutti hat mir beim Schreiben dieses Posts übrigens über die Schulter geschaut und wünscht sich dein Apfelküchlein jetzt zu Ostern. Wollen wir mal sehen, wie ich das – ja im Moment ohne Backofen – anstelle. Hihi!

Guten Appetit,
Mia

Glutenfreie Woche – Tag 4 – Interview mit Laura von ichbinintolerant.de

von Mia | Küchenchaotin

Als ich das erste Mal merkte, dass mein Bauch Laktose irgendwie doof findet, habe ich ein wenig im Internet über Lebensmittelintoleranzen recherchiert und bin zwangsläufig über einen Blog gestolpert. Er trägt den Namen „Ich bin intolerant“ und dreht sich rund um laktose- und glutenfreie Ernährung.

ibi_headerDie Autorin, Laura, ist eine echte Expertin auf diesen Gebieten, denn sie ist selbst betroffen. Da sie für mich ein echter Twitter-Best-Buddy ist, war sie meine erste Anlaufstelle, als ich überlegte, diese glutenfreie Woche zu starten.
Laura hat sich mutig meinen wichtigesten 7 (+1) Fragen gestellt und erzählt uns heute im Rahmen eines Interviews ein bisschen mehr über ihr Leben mit einer echten Gluten-Allergie.

Foto: Laura von ichbinintolerant.de

Foto: Laura von ich-bin-intolerant.de


1. Liebe Laura, schön, dass du heute meine Fragen beantwortest! Wie lange weißt du schon, dass du gegen Gluten allergisch bist und wie wurde es festgestellt?

Dass ich gegen Gluten allergisch bin, weiß ich seit Dezember 2013.
Ich bin aber auf dem Gebiet „glutenfrei“ kein Frischling mehr, da bereits 2010 eine Weizenallergie diagnostiziert wurde.
Festgestellt wurde das beide Male im Rahmen eines ImuPro 300 Allergietests, ein Test, der speziell auf Nahrungsmittelallergien ausgelegt ist. Über diesen Allergietest gibt es unterschiedliche Meinungen, einige schwören darauf, während andere sagen, ihnen hat das nicht weitergeholfen, weil es zu ungenau ist.
Ich kann nur von meiner eigenen Erfahrung sprechen und ich war beide Male mit der Genauigkeit des Tests zufrieden.

2. Du hast also keine Glutenunverträglichkeit, sondern bist wirklich allergisch gegen Gluten? Kannst du mir erklären, was da der Unterschied ist und wie der Arzt das feststellt?

Bei einer Allergie handelt es sich um eine Überreaktion des Immunsystems.
Bestimmt hat jeder jemanden in der Familie oder im Bekanntenkreis, der beispielsweise an Heuschnupfen oder einer Katzenallergie leidet. Kommt man als Betroffener mit dem Allergen (also den Pollen oder der Katze) in Berührung, reagiert das Immunsystem wie die Feuerwehr und löst Alarm aus. Es werden Antikörper gebildet, um dem vermeintlich schädlichen Stoff (in dem Fall dem Allergen) den Garaus zu machen. Dass die Pollen oder die Katze völlig harmlos sind, verkennt das Immunsystem leider – daher spricht man von einer Überreaktion.
Die Symptome können sehr unterschiedlich sein, da jedes Immunsystem individuell reagiert. Die Einen bekommen Ausschlag und tränende Augen, die Anderen hören nicht mehr auf zu niesen oder bekommen kaum noch Luft.

Reagiert man allergisch auf Lebensmittel, werden das/die Allergen/e über die Nahrung aufgenommen, weshalb die Reaktion anders ausfallen kann, als z.B. bei einer Pollenallergie. Wenn wir Nahrungsmittel verdauen, gelangen einige Bestandteile davon in unseren Blutkreislauf. Erkennt unser Immunsystem nun fälschlicherweise etwas davon als „Feind“ (Antigen) an, reagiert es mit der Bildung von Antikörpern – und die allergische Reaktion beginnt.
Auch hier kann es zu Ausschlägen, Atemnot, etc. kommen, aber auch Symptome wie Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen sind nicht selten. Unbehandelt kann das zu chronischen Beschwerden führen, was echt nicht empfehlenswert ist.

Bei einer Allergie ist es also ein bestimmter Bestandteil (Allergen), der uns Probleme bereitet, weil das Immunsystem darauf feindselig reagiert. Das kann bei einer Allergie gegen Milch das Milcheiweiß sein – deswegen hat man noch lange keine Laktoseintoleranz. Auf Gluten kann man ebenfalls allergisch reagieren, ohne Zöliakie zu haben.

Wichtig ist, dass das von einem Arzt abgeklärt wird!

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten und Tests, Nahrungsmittelallergien nachzuweisen. Wenn man sich testen lassen will, sollte man einen Allergologen aufsuchen, der im Idealfall sogar auf Nahrungsmittelallergien spezialisiert ist. Im Zweifelsfall kann man auch zu seinem Hausarzt gehen und sich eine Empfehlung geben lassen.

Bei einer Unverträglichkeit laufen im Körper andere Prozesse ab, als bei einer Allergie, auch wenn die Symptome ähnlich aussehen können. Hat man eine Laktoseintoleranz, verdaut man die Laktose (Milchzucker) nicht richtig, hat man Zöliakie, kann der Darm das Gluten nicht ordnungsgemäß verdauen.

Die Symptome sehen ziemlich ähnlich aus, wie bei einer allergischen Reaktion: Durchfall, Übelkeit, Blähungen, Bauchweh, Verstopfung.
Allerdings liegt es bei einer Unverträglichkeit nicht an einer Überreaktion des Immunsystems, sondern an den unzulänglichen Verdauungsabläufen. Während bei einer Laktoseintoleranz der Körper zu wenig (oder nichts) vom Enzym „Laktase“ produziert, sind bei einer Glutenunverträglichkeit die Darmzotten für die Probleme verantwortlich. Die Darmzotten befinden sich im Dünndarm beheimatet. Sind sie beschädigt oder gar zerstört, führt das zu einem Verlust von Verdauungsenzymen, die dabei helfen, das Gluten zu verdauen. Die Folge ist, dass der Dünndarm chronisch in seiner Arbeit gestört wird und im schlimmsten Fall andere Nährstoffe (wie Mineralien, Vitamine, etc.) nicht mehr aufnehmen kann.

Auch hier ist enorm wichtig, dass ein Arzt verifiziert, ob eine Zöliakie vorliegt. Für eine Diagnose sind Bluttests erforderlich, sowie eine Darmbiopsie, um abzuklären, ob und wie weit die Darmzotten geschädigt sind. Ein Gastroenterologe ist für die Biopsie der richtige Ansprechpartner.

{Weitere Informationen findet ihr übrigens hier}

3. Wie war die Phase der Umstellung? Worauf musstest du besonders achten? Was hat dir Schwierigkeiten bereitet und was war ganz leicht?

Meine erste Umstellung war 2010 von ganz „normaler“ Ernährung auf: laktosefrei, weizenfrei und eifrei.
Am Anfang war es richtig kniffelig, weil man beim Einkaufen nun auf einmal immer die Etiketten genau lesen musste. Vor den Allergien/Unverträglichkeiten habe ich mir zugegebenermaßen nur begrenzt Gedanken darüber gemacht, was alles in den Lebensmitteln enthalten ist, die ich jeden Tag esse.

Man macht sich gar keine Vorstellung davon, wo überall Weizen enthalten sein kann – sogar in Wurst oder Chips. Auf diese versteckten „Zugaben“ musste ich besonders achten, denn da vertut man sich ganz schnell mal.
Mich hat zu Beginn besonders genervt, dass ich für den Wocheneinkauf auf einmal doppelt so lange gebraucht habe, wie vor der Umstellung. Es dauert eine ganze Weile, bis man seine Sicherheit zurückgewonnen hat.

Bei meiner zweiten Umstellung, Ende 2013, fiel mir dann doch vieles bedeutend leichter.

Ab sofort gilt nämlich für mich: glutenfrei und milchfrei. Die Allergie gegen Ei hat sich im Laufe der Jahre verflüchtigt.
Von weizenfrei auf glutenfrei zu wechseln ist kein allzu großer Unterschied, ausgenommen beim Brot. Da ist Dinkel nun auch nicht mehr erlaubt, aber im Vergleich zur ersten Umstellung ist das wirklich „nur noch“ Feinjustierung.

Die Milchprodukte nun von laktosefrei auf „weglassen“ umzustellen – nun ja. Ich gebe zu, dass ich zuerst dachte, es sei ein Problem, auf Schokolade zu verzichten, aber ich muss feststellen, dass es viel schwieriger ist, auf Käse zu verzichten.

4. Wie hat dein Umfeld reagiert? Gab es da auch Reibungspunkte und/oder Missverständnisse?

Mit meinem Umfeld habe ich wirklich sehr viel Glück und falls das jemand von euch liest: ich danke euch 🙂
In meinem direkten Umfeld haben kurzerhand alle entschlossen „mitzumachen“. Meine Eltern und mein Liebster essen in der Regel das gleiche wie ich. Klar, manchmal essen „die anderen“ auch Kuchen, Süßigkeiten oder so, aber das ist ja völlig okay. Aber gerade am Anfang hat es den Einstieg für mich erleichtert, weil alle mitgezogen haben. Das war wirklich klasse. Mal abgesehen davon: Meine Mama hat seit der Ernährungsumstellung deutlich bessere Blutwerte! Vermutlich hängt das einfach damit zusammen, dass man bewusster isst, wenn man sich auf einmal damit auseinandersetzen muss.

In meinem Freundeskreis ist auch alles sehr entspannt. Jeder weiß über meine Allergien/Unverträglichkeiten Bescheid und alle sind wirklich supersüß zu mir. Da werden dann für den DVD Abend extra Chips gekauft, die ich auch essen kann, wenn wir bei Freunden kochen oder essen gehen, wird immer zuerst gefragt, was wie wo und überhaupt. Dafür bin ich so unendlich dankbar, dass ich es kaum in Worte fassen kann 🙂 Ich höre leider oft Geschichten, wo das Umfeld überhaupt nicht tolerant/flexibel reagiert und da wird mir immer wieder bewusst, was für ein Schwein ich habe.

5. Wie sieht dein Alltag seit der Diagnose aus? Fühlst du dich eingeschränkt?

Mein Alltag sieht im Normalfall genauso aus, wie vorher auch. Ich gehe ganz normal weiterhin meinem Beruf nach und Essen spielt in meinem Leben sogar eine neue, bewusstere Rolle seitdem ich mich anders ernähren muss.
Ich genieße bewusster und beschäftige mich intensiver damit, was ich esse.

Eingeschränkt fühle ich mich selten, aber manchmal ist es schon nervig, dass man nicht einfach mal eben beim Pizza Lieferdienst anrufen und etwas bestellen kann. Das Gleiche in grün ist es mit Restaurantbesuchen – die Gerichte auf den Karten lesen sich immer so unglaublich lecker, aber man muss sich an bestimmte Spielregeln halten.
Das sind die kleinen Momente, wo ich mir manchmal denke „Was ein Mist, dass Du die blöden Unverträglichkeiten hast!“, aber im Großen und Ganzen belastet das meinen Alltag überhaupt nicht.

6. Und wie sieht es aus, wenn du essen gehst?

Huch, da hätte ich bei Frage 5 schon fast vorgegriffen!
Ich gestehe, dass Restaurantbesuche seit den Allergien/Unverträglichkeiten eher die Ausnahme geworden sind.
Wenn mehrere Allergien zusammenkommen, wird es oft problematisch, dem Servicepersonal begreiflich zu machen, worauf zu achten ist. Mittlerweile können zwar viele mit Begriffen wie „Laktose“ und „Gluten“ etwas anfangen, aber richtig im Thema sind sie eher selten. Das ist jetzt nicht als Vorwurf gemeint, denn ich kann mich selbst sehr gut an die Zeit erinnern, in der ich nicht auf die Inhaltsstoffe meines Essens achten musste. Da habe ich auch keine Ahnung von so etwas gehabt. Als Betroffener ist das nun ein ganz anderer Blickwinkel und ich erwarte gar nicht mehr, dass man in einem Restaurant mit solchen Anfragen gut umgehen kann. Das fängt damit an, dass einem oftmals Pasta oder paniertes Fleisch angeboten wird und hört damit auf, dass keiner daran denkt, dass beispielsweise viele Soßen mit Mehl abgebunden werden.

Wenn ich dann tatsächlich im Restaurant bin, bevorzuge ich Gerichte, bei denen ich selbst den Großteil des Risikos ausschließen kann. Gegrillter Fisch, gegrilltes Fleisch, Rosmarin Kartoffeln – solche Gerichte sind lecker und gehen im Normalfall auch klar. Faustregel ist für mich: Soßen meiden. Und selbstverständlich alles, was paniert oder Fertigware ist. Rösti, Kroketten oder Pommes esse ich im Restaurant niemals, weil mir das Risiko viel zu groß ist, dass die Fertigprodukte Gluten enthalten.

Man sieht – es ist nicht ganz so easy peasy mit einem Restaurantbesuch, aber ich habe auch schon sehr positive Erfahrungen gesammelt. Mein liebster Anlaufpunkt ist der „Sushi Circle“. Dort können die Köche ganz genau sagen, was wo drin ist und bis auf einige frittierte Sachen ist alles glutenfrei. Soja Soße darf man sich auch selbst mitbringen, wenn man die Situation erklärt (die dort angebotene enthält leider auch Weizen).

Und auch sonst trifft man immer mal wieder auf Fachpersonal in Restaurants, die wirklich super Bescheid wissen und leckeres Essen zaubern können.

{Hier gibt es eine tolle Seite, die hilft, Restaurants mit glutenfreiem Angebot zu finden. Aber dazu auch später in der Themenwoche mehr!}

7. Wenn du einen Wunsch frei hättest: Was würde dein Leben mit der Glutenallergie erleichtern?

Mit einem freien Wunsch würde ich mir die Glutenallergie wegwünschen!
Alternativ würde ich mir wünschen, dass die Kennzeichnung noch besser wird. Mittlerweile werden schon viele Produkte mit dem glutenfrei Logo gelabelt, aber noch viel zu wenig. Das würde den Einkauf enorm erleichtern, weil man nicht immer die Zutatenlisten studieren müsste.

8. Last but not least: Du hast dich sogar entschieden, einen Blog und ein Buch über deine Lebensmittelallergien und deine Intoleranz zu schreiben. Was hat dich dazu bewegt? Erzähl doch mal ein bisschen!

Was mich zum Bloggen bewegt hat, ist eigentlich ganz einfach: Ich wollte unbedingt meine Erfahrungen teilen.
Als ich die Diagnose(n) bekam, fühlte ich mich von den Ärzten ziemlich allein gelassen. Man hatte nun die Ursachen für meinen „schlechten Zustand“ gefunden, hurra, und damit wurde ich aus den Praxen hinauskomplimentiert. Der einzige Rat war, dass ich doch zu einem Ernährungsberater gehen könne, der mir dann bei der Umstellung auf meine neue Ernährung hilft. Über diese Unterstützung habe ich auch gründlich nachgedacht, aber mich dann dazu entschieden, zuerst selbst aktiv zu werden, mich zu informieren und eine Ernährungsberatung erst dann in Anspruch zu nehmen, wenn ich nicht zum Erfolg komme.
Ich habe zunächst das Internet durchforstet und vor mehr als drei Jahren gab es da noch nicht so viele Anlaufstellen, wie es heute der Fall ist. Man konnte sich durch ein, zwei Foren stöbern und hat vielleicht ein, zwei Blogs gefunden, das war’s.
Also habe ich mir gedacht „Dann blogge ich eben selbst.“. Und so nahm das ganze Projekt „ich bin intolerant“ seinen Lauf und ergänzend zum Blog habe ich meinen Erfahrungsbericht sogar in Buchform aufgeschrieben und veröffentlicht.

Ich war echt erstaunt, wie viele Menschen sich auf einmal bei mir meldeten und mir sagten „Bei mir war es genauso und ich dachte immer, ich wäre der/die Einzige, wo es so gelaufen ist!“. Es ist wirklich der Wahnsinn, wie viele Betroffene es tatsächlich gibt und es ist eine tolle Erfahrung, dass ich darüber schreiben kann, wie es mir geht, was ich erlebe und esse/koche/backe und damit anderen helfen kann. Es macht mir riesengroßen Spaß und ich freue mich jedes Mal, wenn mir jemand schreibt „Hey, ich habe Dein Rezept nachgebacken und es war superlecker.“.


Liebe Laura, ich danke dir, dass du alle meine Fragen so ausführlich beantwortet hast! Aus erster Hand Informationen und Eindrücke zu bekommen, ist unglaublich hilfreich!

Lauras Blog findet ihr unter http://www.ich-bin-intolerant.de.

Alles Liebe,
Mia

Diese Themenwoche wird unterstützt durch Dr. Schär, den führenden Experten für glutenfreie Ernährung. Meine Meinung und meine Berichterstattung sind und bleiben jedoch – wie immer – frei.

 

 

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