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Wenn’s mal wieder fix gehen muss – schnelle Falafel mit einfacher Sesam-Joghurtsoße

von Mia | Küchenchaotin

Es gab einmal einen Dönermann, den nannte ich stolz „meinen Dönermann“. Wenn ich abends von der Arbeit nach Hause kam (und das ist für den „normalarbeitenden“ wohl sowieso schon ziemlich spät) und ich keine Lust mehr hatte, mir etwas zu kochen, dann ging ich zu ihm. Und nur zu ihm. Denn bei ihm gab es die allerbesten Falafel, die ich je gegessen habe und wäre das nicht schon toll genug – er machte sie auch jedes Mal ganz frisch und mit seinen eigenen Händen. Außerdem war er so nah an meinem zu Hause, dass die Falafel beim Essen sogar noch herrlich warm waren.
Unsere kulinarische Beziehung war herrlich unkompliziert. Bald war es so weit, dass ich hereinkam und nicht mal mehr etwas sagen musste. Wir verstanden uns ohne Worte. „Na Mia, Dürüm mit Falafel zum Mitnehmen?“ – genau so war’s!

Doch eines Tages kam es so weit, wie es in vielen Beziehungen kommt: Mein Dönermann hörte auf, sich Mühe zu geben. Die Falafel kamen plötzlich aus der Tiefkühltruhe  – und als wäre das nicht schlimm genug gewesen – er wärmte sie in der Mikrowelle auf. Sie schmeckten überhaupt nicht mehr. Ich sprach ihn drauf an, dass die „neuen“ Falafel gar nicht schmeckten und warum er sie  nicht mehr selber mache. Die Antwort war enttäuschend: „Damit musst du jetzt wohl klarkommen, selber machen lohnt sich nicht mehr!“

Von da an lohnte es sich für mich leider auch nicht mehr, dort etwas zu kaufen.

Ich stand vor einer Misere, bis ich im Bioladen eine Schachtel Fertigmischung für Falafel fand. Irgendwann entstand daraus ein richtiges Gericht, mit lauter Zutaten, die ich tatsächlich immer im Haus habe, dass sich – obwohl es zum Teil aus einem Fertigprodukt besteht – eigentlich nicht verstecken muss!

Schnelle Falafel mit einfacher Sesam-Joghurtsoße

Zutaten (für ca. 16 Falafel)

Für die Falafel

1 Packung Fertigmischung für Falafel
1 Zwiebel
1TL Koriander (Pulver)
Wasser
etwas Butter

Für den Dip

150g Joghurt
1/2 Bio-Zitrone
1 El Olivenöl
Sesampaste nach Geschmack
Meersalz und Pfeffer zum Abschmecken

Die Falafelmischung mit kochendem Wasser übergießen (so viel, wie auf der Packung steht) und gut umrühren. Die Zwiebel schälen und in Würfel schneiden. Zusammen mit dem Koriander auf die Masse geben und alles 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen.

Währenddessen die Joghurtsoße vorbereiten: ca. einen Teelöffel der Zitronenschale abreiben und mit einem Spritzer des Zitronensafts unter den Joghurt geben. Einen Esslöffel Olivenöl und etwas Sesampaste mit hineinrühren und mit Meersalz und Pfeffer abschmecken.

Dann die Falafel in etwas Butter braten. Dazu noch einmal durchkneten, bis die Zwiebel und der Koriander gut verteilt sind ( das sollte man auch nach 15 Minuten Ziehzeit noch nicht mit den Fingern machen, denn es ist immernoch höllisch heiß!),16 kleine Kügelchen formen und in die Pfanne geben. Regelmäßig wenden und nicht zu heiß braten, denn ansonsten werden sie außen schnell braun, innen aber nicht gar.

Die schnellen Falafel zusammen mit der Joghurtsoße und etwas Fladenbrot – wenn vorhanden – servieren.

Fertig!

Guten Appetit,
Mia

Das ultimative Küchenchaos und ein Zitronenrisotto

von Mia | Küchenchaotin

Heute ist Weltfrauentag. Zu diesem feierlichen Anlass, möchte ich euch von dem schlimmsten Küchenchaos und einem meiner schlimmsten Albträume berichten, der letztes Wochenende für mich wahr geworden ist. Ihr dürft gerne lachen, inzwischen kann ich das nämlich auch selbst 😉

Stell dir bitte folgendes Szenario vor:
Du kommst von der Arbeit nach Haus, viel früher als normal und freust dich riesig über diese Tatsache. Doch beim Betreten der Wohnung fällt dir sofort etwas auf, irgendwas ist anders. Vielleicht ist es der seifige Geruch, wahrscheinlicher ist es aber die Tatsache, dass deine Wohnung quasi unter Wasser steht. Ein kurzer Anflug von Panik. Du hattest die Waschmaschine angestellt, bevor du das Haus verlassen hast!
Nun denn. Nachdem du dich ein wenig beruhigt hast und die Quelle – die Waschmaschine – ganz sicher ausgemacht hast, fängst du an, den Boden zu Wischen. Mit dicken Handtüchern, denn die saugen schneller und mehr auf.
Nach einer kurzen telefonischen Beratung mit deinem Freund, findest du dank Dr. Google heraus, dass deine Waschmaschine vielleicht einfach nur ein verstopftes Flusensieb hat. Unter allerhöchster Kraftanstrengung drehst du besagtes Flusensieb heraus und dir kommt ein Schwall Wasser entgegen, der dich von Brust bis Füße in herrlich dreckige Seifenlauge tränkt. Kurz verfluchst du deine Mutter, die dich mit dem Geschick eines Elefanten gesegnet hat, doch da ist auch schon alles Wasser aus der Maschine raus.
Mutig greifst du durch das Flusensieb-Loch in das Innere deiner Waschmaschine. Da ist tatsächlich was! Du rüttelst und zerrst, und plötzlich löst es sich. Und während du auf Augenhöhe mit dem Loch bist, schießt schon die nächste Wasserfontäne los. Mitten in dein Gesicht. Du verfluchst dich, weil du irgendwie ein Pechvogel bist und machst dich sofort ans Aufwischen. Das dauert dieses Mal fast eine Stunde und dir tun vom Wringen bereits die Arme weh. Nun denn! Die Waschmaschine pumpt das Wasser, das noch in ihr ist ab und alles scheint zu funktionieren.
Für einen kurzen Moment fühlst du dich wie Superwoman. Du hast das ganz allein geschafft!

Stolz auf deine Tat und voller Übermut befüllst du sofort die nächste Maschine mit Wäsche und stellst sie an. Während du am PC sitzt und nebenbei einen Teig fürs Abendbrot ansetzt, hörst du ein entsetzliches Geräusch aus der Küche. KNNNNRRRRZZZZZKKCCCCHHHHH!!!
Du stürmst hinein und unter deiner Waschmaschine kommt unglaublich viel Wasser heraus. Die Waschmaschine muss aus! Doch es läuft weiter. Du ziehst den Stecker. Doch es läuft weiter! Du willst das Wasser abdrehen, doch du bist zu schwach. Du zerrst mit aller Gewalt an dem Hebel, doch er rührt sich nicht. Dann hast du plötzlich den Knauf in der Hand. Du rennst zum Badezimmer und willst den Haupthahn zudrehen, doch auch der ist ziemlich fest. Dann, ganz langsam, kannst du ihn doch umlegen. Inzwischen steht nicht nur deine Küche – wieder – unter Wasser, sondern auch dein Flur, dein Bad und das halbe Wohnzimmer. Müde machst du dich ans Aufwischen. Deine Arme tun so entsetzlich weh, dass du lieber sterben würdest, als weiterzumachen.
Du verfluchst kurz deine Ur-Oma, die dir diese Waschmaschine geschenkt hat, findest es dann aber moralisch verwerflich, andauernd Verwandte zu verfluchen und nimmst es zurück.  Dafür kriegst du einen Tobsuchtsanfall und hängst halb heulend, halb lachend auf dem Küchenfußboden.
Nach zwei Stunden ist der ganze Rotz fast komplett aufgewischt und als du dich aufrecht hinstellen willst, zieht etwas in deinem Rücken und du kannst dich nicht mehr bewegen. Hexenschuss mit 22. Toller Abend!

Was du jetzt brauchst? Schnaps und vielleicht etwas Risotto! Denn schon die alten Mailänder wusste, dass Risotto gegen jede Art von Kummer hilft!

Das folgende Rezept habe ich von Arne von „The Vegetarian Diaries“. Ich habe es schon zweimal nachgekocht und lediglich ein bisschen an den Zutaten geschraubt.

Zitronenrisotto

Zutaten (für 2 große Portionen)

200g Risottoreis (z.B. Arborio)
2EL Butter
1 Zwiebel
600ml Gemüsebrühe
1 Bio-Zitrone
2EL Crème fraîche
Salz
Pfeffer
1 Bund frischer Schnittlauch

 

Die Zwiebel schälen und würfeln. Die Zitronenschale abreiben und danach die Zitrone auspressen. In der Butter die Zwiebel in einer Pfanne anbraten. Dann den Risottoreis dazugeben und kurz mit anrösten. Danach mit den Zitronensaft ablöschen und ein wenig Brühe dazugeben. Nun immer eine Kelle Brühe dazuschütten, sobald die Flüssigkeit aufgebraucht ist und ununterbrochen rühren.Das Risotto ist fertig, wenn der Reis innen ganz leicht „al dente“ aber außen schön „schlotzig“ ist. Dann erst die Zitronenschale, gehackten Schnittlauch und den Creme Fraiche unterrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und sofort servieren.
Fertig!
Verzeiht, dass das Bild ein bisschen lieblos ist. Ich wollte nur noch essen und ins Bett!Und nun sollt ihr auch berichten! Ist euch sowas schon mal passiert? Brände, Überflutungen, Stromschläge. Ich will alles wissen!Guten Appetit,
Mia

Ich trage schwarz, denn auf meinem Teller ist es schon bunt genug! Rote-Bete-Kokos-Suppe

von Mia | Küchenchaotin

Ich möchte nun ein Geständnis ablegen. Bis vor zwei Wochen habe ich noch nie wirklich Rote Bete gegessen. Rote Bete sind eins dieser Lebensmittel, an die ich mich nie herangewagt habe, weil jeder behauptet, sie schmecken scheußlich. Das hat mich tatsächlich 22 Jahre davon abgehalten, welche zu probieren.
Bis Silvester. Silvester gab es dort, wo ich feierlich ins neue Jahr gerutscht bin, kleine Ziegenkäse mit Thymian und Honig auf einem rote Bete-Carpaccio. Ich liebe Ziegenkäse (so kam es auch, dass ich am nächsten Morgen keine Alkohol- sondern eine Ziegenkäsefahne hatte) und unten drunter klebte ein bisschen rote Bete-Saft dran. Der schmeckte gar nicht so übel, wie ich ihn mir vorgestellt hätte. Einen Haps vom Carpaccio zu nehmen, habe ich trotzdem nicht gewagt.
Doch seit jeher schlich ich beim Supermarktbesuch stets um die mysteriösen Knollen herum, die lautstark nach mir riefen. Heute Morgen war es dann so weit. Unser Tag war gekommen! Ich suchte nach interessanten Rezeptideen, zog meine Stiefel an und machte mich auf den Weg um sie zu mir zu holen.
Was aus uns wurde? Aus den Knollen wurde eine rote Bete-Kokos-Suppe, aus mir ein neuer rote Bete-Fan!

 

Rote-Bete-Kokos-Suppe

Zutaten (für 4 Portionen)

500g rote Bete (vorgekocht)
200g Kartoffeln
1 Zwiebel
400ml Brühe
400ml Kokosmilch
1 Limette
Koriander, Pfeffer und Salz zum Abschmecken
etwas Margarine oder Butter

Die Kartoffeln und die Zwiebel schälen und in Würfel schneiden. Butter in einem Topf erhitzen und die Zwiebeln anbraten. Kartoffeln hinzugeben und kurz mit anrösten. Dann mit der Brühe ablöschen und köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind.
Währenddessen die rote Bete aus ihrer Verpackung nehmen und ebenfalls in kleine Würfel schneiden. Sind die Kartoffeln weich, rote Bete und Kokosmilch hinzufügen und kurz mitköcheln lassen.
Danach den Topf vom Herd nehmen. Die Schale der Limette fein abreiben und zusammen mit ca. 2EL des Limettensaftes in die Suppe geben. Dann alles fein pürieren und mit Koriander, Pfeffer und Salz abschmecken.Fertig!

 

 

Die Suppe ist gaaaanz leicht asiatisch angehaucht – gerade so viel, dass ich den Geschmack richtig gut finde und die Farbe ist einfach der Hammer!
Im Fernsehen habe ich des Öfteren beobachtet, dass die (Hobby-)Köche beim zubereiten der roten Bete Handschuhe tragen. Ich bin natürlich ein harter Hund und habe das nicht getan. Dabei hab ich die Färbkraft der kleinen Klöße ziemlich unterschätzt! Nachdem meine Hände mühevoll wieder saubergeschrubbt waren, hab ich mir zum pürieren dann doch lieber schwarze Sachen angezogen. Bei mir geht sowieso immer was daneben.

Guten Appetit!
Mia

Ein bisschen Bodenständigkeit – weil simpel manchmal sooo gut tut! Kartoffelsuppe.

von Mia | Küchenchaotin

Natürlich mag ich Essen mit vielen tollen Zutaten und viel Tamtam. Mich fasziniert das einfach. Wenn viele interessante Zutaten zusammenkommen und ein komplett neues Geschmackserlebnis erzeugen. Und gerade in Restaurants möchte ich natürlich auch etwas geboten bekommen für mein Geld.

Doch manchmal, nur ganz manchmal, da brauche ich etwas absolut bodenständiges. Etwas, das einfach einfach ist und mir ein bisschen kulinarische Geborgenheit zu geben vermag. Dazu sind nur sehr wenige Zutaten notwendig. Und exotisches ist nur fehl am Platze.
Deswegen gibt es heute ein Rezept, das genau das verkörpert: Eine Kartoffelcremesuppe. Mit Zutaten, wie man sie theoretisch beim Bauern um die Ecke abholen könnte. Ohne viele Schnörkel. Wärmend, lecker und irgendwie ein Stückchen zu Hause auf dem Teller.

Kartoffelsuppe

Zutaten (für 4 große Portionen)

1 Bund „Suppengrün“ (Sellerie, Lauch, Möhren und krause Petersilie)
1 große Zwiebel
1 kg Kartoffeln
1250 ml Gemüsebrühe
1 Becher Sauerrahm
etwas Öl
Salz, Pfeffer und Muskat zum Abschmecken

Zwiebel, Suppengrün und Kartoffeln schälen und in kleine Stücke schneiden. Zwiebeln in einem großen Topf mit etwas Öl anschwitzen. Das Gemüse dazugeben und kurz anbraten. Anschließend mit der Brühe aufgießen und ca. 15 Minuten köcheln lassen, bis das Gemüse gar ist. Währenddessen die Petersilie waschen und kleinschneiden. Zum Schluss die Suppe fein pürieren und den Sauerrahm hineinrühren. Mit Salz, Pfeffer und ein wenig Muskat würzen und dann ab auf den Teller! Petersilie drauf.

Fertig!

Und bei euch? Was gibts da so an bodenständigen Gerichten? Was sind eure Favoriten auf der Simple-aber-gut-Liste?

Guten Appetit!
Mia

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