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Kueh Lapis Rempah – Singapurischer Baumkuchen

von Mia | Küchenchaotin

Als ich im Januar in Singapur war, war ich total heiß darauf, eine Nachspeise zu finden, die ich für euch mitbringen und nachkochen könnte. Vor meiner Abreise wusste ich jedoch nicht, dass das eine ganz schöne Herausforderung werden könnte!

Es ist nicht so, dass die Singapurer keine süßen Sachen essen. Selbst Kekse und Kuchen gibt es dort zu genüge. Das Problem ist jedoch: Wenn es sich dabei nicht um eigentlich europäische Rezepte handelt, dann sind die Zutaten entweder so ungewöhnlich oder die Zubereitungsform so traditionell und speziell, dass sie in der Heimat eigentlich nicht praktikabel sind.

Doch eines Abends entdeckte ich am Buffet eine Nachspeise, die mir optisch bekannt vorkam, aber anders schmeckte, als gedacht. Ein kurzes Nachfragen und schon kam die Erleuchtung: Auf meinem Teller lag Kueh Lapis Rempah – ein singapurischer Baumkuchen.
In Singapur wird viel mit Kondensmilch gearbeitet. Sie hat zwei entscheidende Vorteile der frischen Kuhmilch gegenüber: Sie kann ungekühlt gelagert werden und ist sehr lange haltbar.
Deshalb wird trinkt man sie im Kaffee und vielen anderen Getränken und bei Süßspeisen ist sie oft das Mittel der Wahl.

Das Rezept für den singapurischen Baumkuchen will ich euch selbstverständlich nicht vorenthalten. Ich warne euch aber gleich schon mal vor: Ihr werdet viele, viele Eigelbe brauchen. Und weil Lebensmittelverschwendung echt uncool ist, habe ich gleich auch ein paar Tipps für die Eiweiße für euch: Wie wäre es z.B. mit Meringue-Bites oder Schokoladen-Macarons? Alternativ könntet ihr natürlich auch große Mengen Eiweiß-Rührei kredenzen – das ist gesund und fettarm. Die Süßigkeiten machen allerdings mehr Spaß!

Singapurischer Baumkuchen - Kueh Lapis Rempah - kuechenchaotin.de

Kueh Lapis Rempah – singapurischer Baumkuchen

Rezept für 1 20×30 cm-Form

120 g Mehl
1/4 TL gemahlener Koriander
1/4 TL gemahlener Zimt
1 Prise gemahlener Piment
1 Prise  gemahlene Muskatnuss
1 MSP gemahlener Ingwer
1 Prise gemahlene Nelken
1 TL Backpulver
5 Eiweiß
7 EL gesüßte Kondensmilch
150 g Zucker
375 g Butter
20 Eigelb

Singapurischer Baumkuchen - Kueh Lapis Rempah - kuechenchaotin.de

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Singapur kulinarisch – what to eat in Singapore [kulinarischer Reisebericht]

von Mia | Küchenchaotin

Im Januar hatte ich die großartige Möglichkeit, mich in die Gewinner-Reise des Food Blog Awards nach Singapur einzuklinken. Unter der fantastischen Führung des Singapore Tourism Boards und unseren bezaubernden Fremdenführern Ignatius und Eunice von SingExpress Travel durfte ich die Stadt mit den Gewinnern des Awards kulinarisch erkunden.  Für mich ein echtes Highlight, denn: dadurch, dass ich die asiatische Küche erst in den letzten Jahren so richtig in ihrer ganzen Vielfalt zu lieben gelernt habe, war ich bisher noch nie dort.

Singapur ist das perfekte Land für Asien-Einsteiger. Der – für Asien verhältnismäßig kleine – Stadtstaat ein echter „Frischling“, denn erst in den 1960ern feierte er seine Unabhängigkeit. Seither leben hier größtenteils Chinesen, Malaien und Inder neben- und miteinander.
Es ist die vielleicht europäischste Stadt Asiens und wer englisch spricht, ist hier klar im Vorteil, denn in Singapur wird hauptsächlich englisch mit wenigen, asiatischen Einflüssen gesprochen.

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Das Stadtbild ist sehr unterschiedlich geprägt – moderne super-Bauten stehen direkt neben alt anmutenden, kleinen Gebäuden und je nach Straßenecke ist es entweder supermodern oder traditionell.
Es ist unfassbar sauber und es wirkt zu jeder Tages- und Nachtzeit so, als hätte gerade jemand frisch durchgewischt. Vandalismus und Umweltverschmutzung werden hier hart bestraft.
Außerdem fühlt man sich in Singapur zu jeder Zeit sehr sicher – was vielleicht auch damit zu tun hat, das Singapur eins der Länder mit den höchsten Lebenserhaltungskosten der Welt ist.

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In Singapur ist es heiß und feucht – rund 32°C hat es durschnittlich am Tag und ein mal am Tag gießt es kurz wie aus Eimern. Außerdem ist die Stadt eine der grünsten Großstädte, die ich je gesehen habe.

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Die kulinarische Vielfalt Singapurs ist, bedingt durch die vielen Kulturen, die sich in der Millionenstadt zusammengefunden haben, schier unüberschaubar. Sicher kann man mehrere Wochen im Land erbringen, ohne auch nur zwei mal das selbe gegessen zu haben.
Wie tief man dafür in die Tasche greifen kann und muss, ist sehr unterschiedlich. Ein vollständiges Menü für umgerechnet 3€, aber auch ein sternereifes Gourmet-Dinner für 300€ sind möglich. Aber eins ist das Essen, egal welcher Preisklasse meistens: unfassbar gut.

Hawker-Center

In Singapur wird nur selten zu Hause gekocht. Die fleissigen Singapurer haben weder die Zeit dazu, noch die Muße. Deshalb findet sich gefühlt an jeder zweiten Ecke ein sogenanntes Hawker-Center – eine Food-Mall mit etlichen kleinen Imbissen, an denen die verschiedensten Köstlichkeiten auf kleinstem Raum zubereitet werden. Die verschiedenen Küchen (chinesisch, malayisch, indisch und ein paar andere) sind hier dicht an dicht aufgereiht. Und wie überall ist es auch hier so: Der Stand mit der längsten Schlange ist (leider) oft der Beste!

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Nicht verpassen darf man hier Chicken Rice in der Variante „half of each“ (DAS Gericht der Singapurer – speziell zubereiteter Reis mit Hühnchen, halb gebraten, halb gekocht), das es auch in einer fast schon erschreckend echten, vegetarischen Form gibt, Laksa (eine typische Reisnudel-Suppe) und Hokkien-Mee (Bratnudeln Singapur-Style).

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Die Singapurer lieben Mock-Meat („Fake-Fleisch“) als eigenständiges Lebensmittel, statt als Fleischersatz, aber nicht alles, was vegetarisch aussieht, ist auch wirklich ohne Fleisch gekocht. Als Vegetarier ist es deshalb ratsam, zu schauen, wo die Mönche essen. In Singapur wird „vegetarisch“ nicht so eng gesehen („Da ist kein Fleisch drin“ = „Man sieht kein Fleisch“) und „vegan“ ist dort fast schon ein Fremdwort. Da viele Mönche jedoch aus religiösen Gründen eine strenge, vegetarische Diät leben, wissen sie genau, wo sie ihr Essen sicher ohne Tier bekommen – ganz davon ab, dass kein Koch sich sein Karma versauen möchte.

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Zum Nachtisch gibt es Fruit Rojak (einen Obstsalat Singapur-Style) oder z.B. Putu Piring (köstlichste kleine, gedämpfte Reisküchlein mit karamellisierter Palmzucker-Füllung) und typische Getränke zum Essen in Singapur sind Kopi (Kaffee) mit Kondensmilch und Butter oder frisch gepresster Zuckerrohrsaft, der zwar sehr süß, aber auch sehr erfrischend ist.

Hotels als kulinarischer Dreh- und Angelpunkt

Sowohl beim Sightseeing, als auch auf der Suche nach gutem Essen, trifft man immer wieder auf die prunkvollen Hotels Singapurs. Sie zählen zu den größten Sehenswürdigkeiten des Landes und beherben fantastische Restaurants.
Beispielsweise im Restaurant des Shangri-La, in dem das Buffett vom wahnsinnig sympathsichen (und jungen!) Küchenchef Vincent Wong mit den fantastischsten Köstlichkeiten ausgestattet wird, im Grand Hyatt oder im Marina Mandarin-Hotel.

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Wer auf einen guten Drink nicht verzichten möchte, darf sich das Raffles Hotel nicht entgehen lassen! Hier wurde der weltbekannte „Singapore Sling“ erfunden.

Was man außerdem nicht verpassen darf

Mutige dürfen es sich nicht entgehen lassen, die „Nationalfrucht“/Stinkefrucht „Durian“ zu probieren! Sie kann pur gegessen oder in anderen Lebensmitteln verarbeitet werden, darf aufgrund ihres Geruchs aber weder aus dem Land ausgeführt werden, noch an den meisten öffentlichen Plätzen verzehrt werden.

Für Vegetarier ist das Loving Hut ein absolutes „muss“! Hier gibt es authentische Küche und alle bekannten Landesspeisen ohne Tier und zum Großteil sogar vegan! Aber auch das „Genesis“ im Stadtteil Little India soll ein Paradies für Vegetarier und Veganer sein.

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Auf der Suche nach ausgefallenen Lebensmitteln und Gewürz-Souvenirs, führt kein Weg am Wet Market in Chinatown vorbei – ein überdachter Markt für Lebensmittel in seiner urigsten und vielleicht ursprünglichsten Form. Hier sollte nicht das beste Schuhwerk angezogen werden – denn der Wet Market heisst Wet Market, weil es dort sehr feucht und fischig ist.
Besonderer Tipp: Anthony the Spice Maker macht alle seine Gewürze selbst und sie sind jeden Cent wert. Ich habe das für euch getestet.

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Direkt um die Ecke des Wet Market ist übrigens ein wunderschöner, öffentlich zugänglicher buddhistischer Tempel, der einen kurzen Besuch mehr als wert ist.

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Chinatown und Little India sind außerdem auch optisch echte Highlights. Ich bin aus dem Fotografieren gar nicht mehr heraus gekommen!

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Und die Party-Animals unter uns werden beim Betreten der 1 Altitude Bar vor Verzückung glucksen! In der momentan höchsten Skybar der Welt, 282 Meter über der Stadt gibt es fantastische Gin-Tonics und andere Longdrinks!

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Und der Sightseeing-Klassiker Singapurs – das Marina Bay Sands Hotel mit seinem Infinity-Pool auf dem Dach – muss natürlich auch seine Erwähnung finden. Es ist das Wahrzeichen der Stadt.

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An dieser Stelle 1.000 Grüße und Umarmungen an die Mitreisenden: Trickytine, geschmeidige Köstlichkeiten, Goats Today, die Foodistas, Veggi.es, Food with a view, Kochblogradio, Fräulein Glücklich, Lisbeths und meinen Kochhelden – es war mir ein Fest, mit euch zu Reisen!
Und ein herzliches Dankeschön an die Veranstalter, dass ich mich einklinken und an dieser wunderbaren Reise teilnehmen durfte. Ich würde am Liebsten gleich noch mal!

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Guten Appetit,
Mia

50 Shades of Blue (Teil I) – oder: Wo wohnen eigentlich die wilden Blaubeeren? (In Kanada!) {Reisebericht}

von Mia | Küchenchaotin

Es ist schon ein Weilchen her, da stand ich in Frankfurt auf dem Flughafen vor meiner ersten Reise außerhalb Europas.
Das Ziel? Kanada.
Meine Reisebegleitungen? Ein paar ganz bezaubernde Blogger aus den unteschiedlichsten Sparten.
Unser Gastgeber? Die „Wild Blueberries“ höchstpersönlich.
Der Auftrag? Gucken, wo die wilden Blaubeeren wohnen.

Ihr kennt sie sicher genau so gut wie ich: Die wilden Blaubeerchen, die kleiner sind als ihre kultivierten Blaubeer-Freunde und meistens eingeweckt im Glas oder gefroren in der Tiefkühlabteilung verkauft werden. Und ich hoffe, ihr seid genau so unwissend wie ich und dementsprechend überrascht, wenn ich euch jetzt verrate, dass der Großteil dieser Beeren wild wächst und aus Kanada kommt.

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Die Landschaften in Kanada sind riesig und wirken vollkommen unberührt. Zum Teil kann man mehrere Stunden mit dem Auto fahren, ohne Gegenverkehr (oder überhaupt einen Verkehr) und ich war in dieser Stelle froh, nicht selbst fahren zu müssen, sondern teils mit offenem Mund diese ganzen Stunden aus dem Fester starren und die Bilder in mich aufsaugen zu können.
So Landschaften sind in Deutschland undenkbar, was aber unter anderem wohl daran liegt, dass bei uns ca. 227 Menschen pro Quadratkilometer leben, in Kanada, das mehr als 25x so groß ist, aber nur 3,5 Menschen pro Quadratkilometer.

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„Nicht so lang“ ist relativ

Für Kanadier ist eine kurze Strecke etwas vollkommen anderes, als für uns Europäer. Wenn das Land so wahnsinnig groß ist, ist ist die Wahrnehmung offensichtlich einfach eine andere.
Deshalb ist die erste „nicht so lange“ Fahrt zu den Blaubeeren nicht so kurz, wie gedacht.
Dafür ist sie aber besonders schön. Diese Landschaft! Die Natur wirkt unberührt, hier und dort steht völlig idyllisch ein Häuschen mit Veranda. Ich bin ein bisschen verknallt.

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Und wo sind die Büsche?

Am Blaubeerfeld angekommen macht sich die fehlende Vorbereitung bemerkbar.
„Wo sind denn nun die Blaubeerbüsche?“, frage ich mich heimlich, bis ich erkenne: Der ganze Boden ist in den verschiedensten Blautönen gesprenkelt! Keine dieser Blaubeeren schmeckt gleich – jede ist ein kleines Unikat, sowohl farblich, als auch geschmacklich.
Entgegen meiner Vorstellung wachsen die Beeren nämlich nicht an Büschen, sondern bevölkern den ganzen Boden der Felder. Knöchelhoch steht man mitten in der Blaubeerpracht.

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Das Wilde an den Blaubeeren

Auf dem Feld, das wir uns ansehen stehen lauter Feldarbeiter mit einer Art „Krallenschaufel“, mit der per Hand die Blaubeeren von der Pflanze „abgezogen“ werden können. Der Boden ist einfach so uneben und die Pflanze so niedrig, dass eine Maschine hier keine Chance hätte, die Beeren zu ernten.

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„Warum baut man denn Blaubeeren auf so denkbar ungünstigen Felder an?“, könnte man sich an dieser Stelle fragen.
Und genau da kommen wir zu dem Punkt, weshalb die „wilden Blaubeeren“ eigentlich „wild“ sind: Sie lassen sich nicht anbauen.
Die wilden Blaubeeren siedeln sich dort an, wo sie es für richtig halten – und nur da. Sie sind so beschaffen, dass man sie nicht einfach ausbuddeln und neu anpflanzen lassen. Das Einzige, was die Farmer tun können, ist die Gegebenheiten so zu schaffen, dass die Blaubeeren sich „hoffentlich“ wohl fühlen um so – oft über Jahre und Jahrzehnte – langsam Felder entstehen zu lassen.
Blaubeerfarmer ist ein Beruf für Geduldige.

Not macht erfinderisch

Je nachdem, auf welchem Grund sich die Blaubeeren so niederlassen, müssen Lösungen für die Ernte her: Auf ebenem Boden kann im besten Fall mit einem Traktor und Erntemaschinen geerntet werden, aber bei allem anderen sind die Farmer auf sich gestellt. Wenn sie mit dem Boden Glück haben, bauen sich selbst Handwagen, die die Ernte erleichtern und ansonsten ist Handarbeit angesagt.
Blaubeerfarmer ist eine Beruf für Erfinderische.

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Kurzer Stopp „the Canadian Way“

Auf der Reise zu einer der Blaubeerfarmen machen wir einen kurzen Stopp – gefühlt mitten im Nirgendwo. An einem kleinen Imbiss gibt es lediglich lokale Spezialitäten und diese enthalten fast immer á frischen Hummer (frisches Hummer-Sandwich an der Tankstelle, anyone?) oder Blaubeeren in allen möglichen Variationen. Salat mit Blaubeerdressing? Sandwich mit Blaubeersauce? Gibt’s direkt auf die Hand. Hummer und Blaubeeren – das sind die zwei „großen Dinger“ in Kanada. Wusstet ihr das Kanada einer der größten Hummer-Exporteure der Welt ist? Ich auch nicht.

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Mit Liebe verpackt

Nachdem die wilden Blaubeeren nun also vom Feld gepflückt wurden, werden sie in Flache Kisten verpackt, die genau so hoch sind, dass die empfindlichen Früchte sich nicht selbst erdrücken und anschließend auf die Farm gebracht.

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Hier beginnt nun eine echte Sisyphusarbeit denn: die Unmengen an kleine, wilden Blaubeeren werden Handverlesen.
Ihr habt richtig gelesen: Hand-ver-le-sen.
Über einen Trichter werden die Blaubeeren auf ein Laufband befördert, wo im Zweifelsfall die ganze Farmerfamilie ganz von Hand die Guten ins Töpfchen und die Schlechten ins Kröpfchen.

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Von jung bis alt packt hier jeder mit an. Ich mag das.
Blaubeerfarmer ist ein Job für die ganze Familie.

Und dann?

Anschließend werden die Blaubeeren in die Welt hinausgetragen. Viele von ihnen bleiben in Kanada, denn die Kanadier sind stolz auf ihre wilden Blaubeeren, lieben sie und verarbeiten sie in allen erdenklichen (und für Außenstehende auch unerdenklichen) Arten. Blaubeereis. Blaubeersauce. Gebäck mit Blaubeeren. Aber auch: Blaubeerfüllungen in herzhaften Speisen oder Vodka aus Blaubeeren! Nichts ist unmöglich!

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Doch viele der Beerchen landen in der ganzen Welt im Einzelhandel. Weil die Früchte sehr empfindlich sind, werden sie vor dem Transport entweder eingekocht und um Glas verkauft oder eingefroren. Bestimmt habt auch ihr schon mal eine Packung im Supermarkt entdeckt!

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Und das Beste ist: Ich habe noch ein paar ganz fantastische Blaubeerrezepte in petto! Aber davon erzähle ich euch erst in einem zweiten Teil.

#blueberrybloggers

Mit dabei: Die tollste Reisegruppe, die man sich vorstellen kann. Die Blueberrybloggers: Jens von Kochhelden.tv, Mel von Gourmet Guerilla, Nicoletta von livelifedeeply-now, Nic von luziapimpinella und Ricarda von 23qm Stil

Alles Liebe,
Mia

 

Gent – 3 Restauranttipps, 2 Frühstückslocations und eine ganze Menge Eindrücke

von Mia | Küchenchaotin

Gent ist eine Stadt in Belgien nennt sich selbst die „Hauptstadt der Vegetarier Europas“. Warum das? Gent war die erste Stadt, die einen vegetarischen Donnerstag einführte. Das heißt: Donnerstag gibt es in allen öffentlichen Einrichtungen, Kantinen und Schulen nur vegetarische Kost. Nach und nach zogen die regulären Restaurants und Gastronomien nach und an allen Ecken sprossen rein vegetarische und vegane Geschäfte aus dem Boden. Ein wahres Veggie-Paradies!
Und ich muss zugeben: Selbst als jahrelange Vegetarierin hatte ich bis vor ein paar Wochen hatte ich noch nie etwas von Gent gehört.

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Doch fangen wir von vorne an. Es ist ein Freitag, an dem ich durch den Flughafen hetze. Die Schlange ist endlos lang und das Boarding startet in 20 Minuten. Dennoch schaffe ich es dank einiger kleiner, taktischer Züge rechtzeitig durch die Sicherheitskontrolle und falle der lieben Mel von Gourmet Guerilla in die Arme. Wir genehmigen uns noch schnell eine Weinschorle und setzen uns dann in einen Flieger der Brussels Airlines. Und heben ab – Destination Brussels Airport!

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In Brüssel angekommen geht es mit der Bahn weiter.
Gent liegt nur etwa 60 km von Brüssel entfernt. Mit dem Auto ist diese Strecke in etwa 50 Minuten zu überwinden und mit einem schnellen Zug, für den man allerdings in Brüssel Nord umsteigen muss, nur wenig länger. Wählt man allerdings – unwissend wie wir – einen IC, so kann man sich auf mehr als 1 1/2 Stunden Plauderei und Gekicher über niedliche Städtenamen im Bummelzug einstellen.

Tag 1

In Gent steigen wir aus dem Zug und wundern uns: Hier sieht alles ganz schön modern und kahl aus!
Aber der Schein trügt. Was historischen Augenschmaus angeht, werden wir noch auf unsere Kosten kommen! Mit der Tram machen wir uns auf dem Weg zu unserem Hotel, um die Koffer loszuwerden. Wir übernachten im Hotel Gravensteen mittig zentral im historischen Viertel. Lage und Ausstattung sind eine glatte 1 – nur etwas hellhörig ist es für meinen Geschmack. Aber ich bin da auch sehr empfindlich! Anschließend machen Mel und ich uns auf Entdeckungstour. Doch erst mal gibt es ein Kirschbier in einem der vielen Restaurants direkt um die Ecke. Ich bin jetzt übrigens verliebt in Kirschbier. Wer eine zuverlässige Quelle in Deutschland dafür aufgetan hat – bitte immer her mit den Hinweisen!

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Anschließend stärken wir uns mit einem Küchlein und einem Eistee bei Julie’s House – ein Laden der mein kleines, süßes Kuchenherzchen ganz doll pumpern lässt – um danach in See zu stechen und bei einer Bootsfahrt durch die unzähligen Flussabzweigungen in Gent einen ersten Eindruck der Stadt zu bekommen. Bilder dazu findet ihr weiter unten!

Nach einem weiteren Kirschbier in einem weiteren Restaurant geht es zum Avalon und damit auch direkt zu meiner ersten Empfehlung. Das Avalon ist eine DER Adressen für Vegetarier in Gent und wir haben einen Tisch für das abendliche Menü reserviert. Das Essen ist wirklich gut und die Bedienung sehr nett. Da der von uns gewählte Wein leider nicht vorrätig ist, empfiehlt sie uns den Hauswein, der sich auch als guter Griff herausstellt.
Die Karte gibt es leider nur auf Niederländisch, aber dem Internet sei Dank ist eine Übersetzung in Eigenregie ja kein (allzu) großes Problem!

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1. Gang: Steinpilz in Tempura ausgebacken (vermuten wir) auf einer Avocadocreme mit Meerrettich-Sauce und einer gelben Möhre
2. Gang: Ravioli mit Algen, konfierte Tomaten und Austerkraut süßen Zitronen
3. Gang: klare Chili-Mais-Suppe mit Popcorn und gegrilltem Chinakohl
4. Gang: würziges Kamut-Risotto mit Mangold, Kapuzinerkresse und gelben Beten
5. Gang: Schokoladenkuchen mit Beereneis, Haselnüssen und Ananassalbei

Nach dem Essen ging es glücklich und zufrieden ins Bett.

Tag 2

Die erste Herausforderung: Frühstück in Gent. Ich weiß nicht, ob die Belgier insgesamt ein eher frühstücksfaules Völkchen sind oder wir auf beiden Augen blind, aber es war eine echte Herausforderung „aus dem Stehgreif“ eine Location zu finden, in der ein richtiges Frühstück angeboten wird. Letztendlich landeten wir im „Barista“, einem lässig-modernen Laden mit Blick aufs Wasser. Ein richtiges Frühstück blieb mir hier leider auch verwehrt, aber nett war es allemal.

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Nach einem kurzen Stadtbummel fanden wir uns im LKKR ein – meine zweite Empfehlung! Das LKKR nennt sich selbst „Sandwich-Imbiss und Salatbar“ und ich habe die freundlichen Bedienungen die leckersten Sandwiches aller Zeiten schmieren sehen. Da hätte ich sogar Lust auf ein herzhaftes Frühstück bekommen! Leider hatte das LKKR am Sonntag geschlossen und die Sandwich-Offenbarung ist mir verwehrt geblieben, doch einen bleiben Eindruck hat es trotzdem hinterlassen.

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Nach dem „LKKR“ ist vor dem „Lekker Gec„. Wir unterschätzten den Weg bis kurz vor den Bahnhof maßlos und machten uns zu Fuß auf dem Weg dort hin. Das Gute daran: Wer so viel marschiert, kommt hungrig an. Im Lekker Gec aßen wir vom Buffet. Bodenständig und gut!

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Und nach einem kleinen Verdauungsspaziergang durch einen Park machten wir uns wieder auf in die Stadt, genossen ein weiteres Kirschbier, um uns dann auf den Weg zum ultimativen Geschmackserlebnis zu machen.

Und damit zu meinem absoluten, ultimativen Tipp für jeden Gent-Besucher: das „Naturell“. Ich werde an dieser Stelle gar nicht versuchen, euch zu erklären, wie unfassbar gut es war, denn mir fehlen die Worte. Wirklich. Wir genossen das 5-Gänge-Menü (das sich mit den Grüßen aus der Küche, einem „Überraschungsgang“ und einem Extra-Dessert als 10-Gänge-Menü herausstellte) mit Weinbegleitung. Jeder Gang war ein kleines Kunstwerk auf dem Teller und eine große Geschmacksexplosion auf der Zunge. Das Ambiente und die Ausstattung sind chic, aber nicht „schickimicki“ und in der offenen Küche kann man den Köchen direkt auf die Finger gucken.
Und an alle, die glauben, von einem Gänge-Menü auf Haubenniveau würde man nicht satt: Ich konnte am Ende nicht ein mal mehr mein Wasserglas austrinken, weil kein Platz mehr in meinem Bauch war. Ich war noch nie in meinem Leben so satt und so glücklich nach einem Essen, wie nach diesem. Und das soll schon was heißen! Allein für einen Besuch im Naturell lohnt es sich, nach Gent zu fahren.
Die Misere: ich war so glücklich und so im Rausch, dass ich euch zwar Fotos mitgebracht habe, allerdings nicht mehr genau sagen kann, was zu sehen ist.

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Jeder Gang hatte ein eigenes „Motto“: Im 1. Gang Möhrchen, im 2. gab es Tomatentartar mit Mozzarella, der 3. bestand aus Gurke und Avocado, der 4. war ein Bete-Gang, zwischendurch gab es ein buntes Pilz-Crostini, dann einen weiteren Pilz-Gang, einen mit Wurzelgemüse und anschließend einen herrlichen Beeren-Dessertteller mit einem Trockeneis-Cocktail (der die Leute vor der Tür hat stehenbleiben und staunen lassen), eine Käseplatte und zum Schluss noch ein zitroniges Extra-Dessert.

Tag 3

Nachdem wir vor den veschlossenen Türen des LKKR standen, ging die Frühstücks-Odyssee von vorne los. Durch den Tipp einer Cafebesitzerin, die leider auch kein richtiges Frühstück anbieten konnte, liefen wir zum Pain Perdu, meinem zweiten Frühstückstipp, das mich für das eher karge Frühstück am Vortag entschädigte. Die Karte für „Breakfast & Lunch“ ist unglaublich lang und alles, was das Frühstücksherz begehrt, ist hier zu finden. Außerdem: Die Portionen sind für wirklich hungrige Esser ausgelegt. Im Pain Perdu kann man gemütlich drinnen sitzen und dem Personal auf die flinken Finger schauen, oder aber man genießt den Tagesbeginn im Hinterhof. Service top, Frühstück top. Wenn ich wieder nach Gent komme, komme ich wieder hier her!

Zurück im historischen Viertel besichtigten wir die Burg Gravensteen, die wohl das Vorbild der Playmobil-Ritterburgen war. Es gab viele Stufen zu erklimmen, aber am Ende wurden wir mit einem herrlichen Ausblick über die Stadt belohnt. Gent ist wunderschön! Ich mag den Mix aus alten Gebäuden und modernen Elementen, die Herzlichkeit, die die Stadt ausstrahlt und die Gemütlichkeit!

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Und danach wurde mir noch ein kleine Wunsch erfüllt. Zum Mittagessen gingen wir ins Nam Jai Thai Fusion Restaurant – meine letzte Empfehlung. Man muss dazu sagen, dass ich Thaifood liebe und von meinem Sri Thai in Kiel wirklich sehr verwöhnt bin. Doch das Nam Jai wird als eines der besten thailändischen Restaurants Belgiens gehandelt. Das muss probiert werden!
Wir bestellten kleine Frühlingsrollen als Vorspeise und ein gelbes und ein rotes Curry als Hauptspeisen, die wir teilten. Das rote Curry – mein Favorit – war angenehm scharf, aber auch sehr ölig. Doch da Fett ja ein Geschmacksträger ist, hat das dem Geschmack auch sicher keinen Abbruch getan. Das Essen war – so weit ich das beurteilen kann – sehr authentisch und gut zubereitet. Ich war jedenfalls so begeistert, dass Mel mich nach dem Essen beinahe aus dem Restaurant hätte rollen müssen. Das Personal war sehr herzlich und freundlich, die Preise absolut angemessen. Wer nicht auf die klassische Gemüseküche steht, der sollte dem Nam Jai auf jeden Fall einen Besuch abstatten!

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Ein bisschen Zeit war nun noch übrig, bevor es gen Heimat gehen sollte. Wir verbrachten sie mit einem Einkaufsbummel durch ein paar geöffnete Geschäfte und über einen riesengroßen Flohmarkt.
Dann holten wir unsere Koffer, fuhren geschickt mit einem Express-Zug und einem Zugwechsel in Brüssel Nord zum Flughafen, um uns in der Abenddämmerung auf den Weg zurück nach Hamburg zu machen.

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Fazit: Schön war’s! Und: Ich komme gern wieder!

Wollt ihr noch ein paar Eindrücke in Bildern? Könnt ihr haben! Historische Gebäude, Stadteindrücke, ein öffentliches Klavier, Fundstücke, ein Trödelmarkt in einer Kirche und eine Portion genialer, „handgeschnitzter“ Pommes in 3, 2, 1…

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Weitere Reisetipps und Infos rund um Gent findet ihr übrigens hier.

Alles Liebe,
Mia

 

Die Reise- und Verpflegungskosten wurden von Tourismus Flandern übernommen. Die Gestaltung der Reise und die Berichterstattung wurden jedoch zu keinem Zeitpunkt beeinflusst.

 

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