Kartoffelpuffer – Heimat im Topf

von Mia | Küchenchaotin

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Viele Menschen ziehen im Laufe des Lebens aus ihrer Heimat weg. Sei es des Jobs wegen, der Liebe wegen, einfach wegen einem gewissen „Fernweh“ oder aus ganz anderen, sehr individuellen Gründen. Ich bin eine von ihnen und habe es gleich richtig krachen lassen, was die Entfernung angeht: Geboren im höchsten (und echten) Norden in der Nähe von Kiel lebe ich heute in der Nähe von Stuttgart. Meine Heimat und mich trennen also ungefähr 750 km.

Ich gebe zu: Die meiste Zeit vermisse ich den Norden nicht. Manchmal hätte ich das Meer natürlich schon gern ein bisschen näher. Und manchmal fehlen mir das saloppe „Du“ und das „Moin“, das von morgens bis Abends als Gruß genutzt werden kann. An den allermeisten Tagen liebe ich die Landschaft hier unten im Süden und was ich noch mehr liebe, ist das regionale Essen. Wie konnte ich nur mein ganzes Leben ohne Maultaschen und Käsespätzle überleben? Es ist mir ein Rätsel. Ehrlich!

Andererseits fehlen mir natürlich manchmal auch die typisch norddeutschen Gerichte, die meinen Mitmenschen hier unten zum Teil vollkommen unbekannt sind. Der Geschmack eines jeden Menschen wird in seiner Kindheit geprägt. Deshalb schmeckt auch das Essen der eigenen Mama immer besser, als das aller anderen Mamas. Man ist darauf geprägt. Meine Prägungen sind dementsprechend typisch norddeutscher Art. Zum Beispiel bin ich auf Rübenmus im Winter gepolt. Auf Bauernfrühstück. Und verdammt noch mal: Ein gescheites Franzbrötchen! Ein Königreich für ein ordentliches Franzbrötchen! Es tut mir leid, liebe süddeutsche Mitbürger – gegen ein richtiges Franzbrötchen kann keine Butterbrezel gegenanstinken. Auch, wenn ich zugeben muss, dass besagte Butterbrezeln hier sehr viel besser schmecken, als im Norden. Wer aus dem Süden kommt, darf und muss das natürlich anders sehen. Die Prägung – ihr versteht schon!

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Als Fissler mich fragte, was für mich ein Gericht ist, dass ich unweigerlich mit meinem alten zu Hause verbinde – meine „Heimat im Topf“ – da habe ich mich gefragt: Mache ich das? Koche ich mich nach Hause? Und ich musste feststellen: Ja, das tu ich. Natürlich. Regelmäßig. Und das mit einem ganzen, kleinen Portfolio an Gerichten.
Und eins davon ist gerade im Herbst und im Winter ein Dauerbrenner. Ich sag mal nur: Kartoffelpuffer.

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Kartoffelpuffer – das sind Pfannkuchen aus Kartoffeln – nur echt mit selbstgemachtem Apfelmus aus Omas Garten. Denn die schmecken nur mit den „echten“ Zutaten aus der Heimat so, wie sie sollen und versetzen mich grad in der kühleren Jahreszeit schon beim ersten Bissen in Gedanken wieder zurück an die Küste. Kartoffeln gehen zur Not auch, wenn sie nicht aus der Heimat kommen und dafür, dass für lange, lange Zeit immer ein Glas echtes, norddeutsches Apfelmus im Haus ist, hat meine Oma gesorgt.
Die Puffer sind so wahnsinnig schnell gemacht, dass sie fast schon als Fast Food durchgehen. Alles, was man braucht, sind Kartoffeln, eine Zwiebel, Eier, etwas Mehl, etwas Salz, etwas Fett zum ausbacken und eine gescheite Pfanne. Die, die ich nutze, ist eine, die Fissler uns schon vor einiger Zeit zur Verfügung gestellt hat und die sich inzwischen als perfekte „Da klebt (süddeutsch: beppt) nix an und knusprig wirds trotzdem“-Pfanne bewährt.

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Kartoffelpuffer

Rezept für 2 hungrige Esser

500 g vorwiegend festkochende Kartoffeln
1 Zwiebel
2 Eier
2 EL Mehl
Salz
4 EL Butterschmalz
Dazu: Apfelmus

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Die Kartoffeln schälen, gut abwaschen und trockentupfen. Die Zwiebel ebenfalls schälen. Kartoffeln und Zwiebel durch die feine Seite einer Vierkantreibe reiben und sofort vermengen, damit die Masse nicht braun wird. Ggf. ausgetrenes Wasser direkt nach dem Vermengen ein mal abschütten.
Die Eier und das Mehl gründlich unterkneten. Mit Salz würzen.
In einer Pfanne (ich habe diese hier) das Butterschmalz erhitzen. Jeweils einen großzügig gehäuften Esslöffel des Teigs in das heiße Fett geben, die Hitze leicht reduzieren und die Puffer von beiden Seiten knusprig, leicht braun ausbacken.
Die Kartoffelpuffer auf einem Küchenkrepp abtropfen lassen und heiß servieren.

Fertig!

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Tipp: Die Puffer sollten zu jedem Zeitpunkt leicht im heißen Fett „schwimmen“, denn ansonsten kleben sie schnell fest, egal, wie gut beschichtet die Pfanne auch sein mag. Und: Je kleiner die Kartoffelpuffer sind, desto knuspriger werden sie. Und für diejenigen mit einem süßen Zahn, die nicht so richtig auf Apfelmus stehen: Die Puffer schmecken auch mit ein bisschen Zucker bestreut. Das habt ihr allerdings nicht von mir!

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Habt ihr auch typische „Heimat im Topf“-Gerichte, die ihr untrennbar mit eurer Heimat verbindet? Verratet ihr sie mir?

Guten Appetit,
Mia

4 Kommentare an Kartoffelpuffer – Heimat im Topf

  1. Organisation mit Sabine
    17. November 2016 at 08:58 (5 Monaten ago)

    Das ist lustig. Mein Heimatgericht sind Kartoffelpuffer mit Aofelmus und Salz oder Zucker bestreut. – Ich komme aus dem Allgäu, also aus Süddeutschland 🙂
    LG
    Sabine

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  2. Jesse Gabriel
    18. November 2016 at 17:01 (5 Monaten ago)

    Hallo.
    Bei uns zu Hause gab es Kartoffelpuffer nur aus geriebenen Kartoffeln und nach dem zubereiten dann mit Apfelmus oder Zucker.
    Komme aus Berlin
    Grüße, Jesse Gabriel

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  3. Raspberrysue
    19. November 2016 at 20:47 (5 Monaten ago)

    Liebe Mia, ich bin da kulinarisch ganz bei dir. Ich komme auch aus Schleswig-Holstein und Rübenmus ist neben Grünkohl eines der Gerichte, die ich mindestens ein Mal im Jahr Zuhause bei Mama essen muss. Das gehört einfach dazu! Und so gut wie Mama kann ich das niemals. Kartoffelpuffer gehören auch zu meinen Kindheits-Gerichten. Sollte ich dringend mal wieder machen, also vielen Dank für die leckere Erinnerung daran! Liebe Grüße, Carina

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  4. Finn
    22. November 2016 at 20:04 (5 Monaten ago)

    Die sehen ja mega lecker und fluffig aus! Ich habe noch nie Kartoffelpuffer selbst gemacht, war bisher nie so mein Ding, aber bei den Bildern bin ich stark am überdenken 😉
    Ich bin übrigens auch vom noch höheren Norden – Flensburg – nach Hamburg gezogen. Ich glaube so ganz aus dem Norden könnte ich nicht, da würde ich das Meer viel zu sehr vermissen! Also meinen Respekt hast du 😀

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