Glutenfreie Woche – Tag 5 – ein Mandel-Orangen-Kuchen-Rezept

von Mia | Küchenchaotin

Glutenfrei backen? Das habe ich mir ganz schön schwierig vorgestellt.
Eine Variante mit glutenfreiem Mehl habe ich euch ja schon gezeigt – aber heute soll es eine Alternative geben.
Nur: Wie soll denn das klappen – so ganz ohne Mehl?

Dabei habe ich natürlich gar nicht bedacht, dass es da draussen unglaublich tolle Rezepte gibt, die schon von Haus aus glutenfrei sind, weil sie komplett ohne Mehlprodukte auskommen.
Eins meiner liebsten Rezepte habe ich euch heute mitgebracht – ein Mandelkuchen mit Orange.
Selten schafft eine komplette Teigportion den Weg in die Backform. Noch seltener kann ich mich gut konzentrieren, sobald der herrlich süßliche Duft durch die Wohnung zieht. Und am allerseltensten überlebt dieser Kuchen länger als einen Tag.

In diesem Rezept wird das Mehl vollständig durch gemahlene Mandeln ersetzt. Aber ich erwähnte es ja: Von Haus aus glutenfrei – ganz ohne “Sonderprodukte”.

glutenfreier Mandelkuchen mit Orange-2

Glutenfreier Mandelkuchen mit Orange

Rezept für einen kleinen Kuchen (18 cm)

7 Eier (M)
1 Prise Salz
250g Puderzucker

abgeriebene Schale von 1 Bio Orange
Mark von 1 Vanilleschote
200g gemahlene Mandeln
1/2 TL Backpulver
(glutenfreies Backpulver gibt es z.B. von Dr. Oetker (Backin) oder Weinsteinbackpulver)

etwas Margarine zum Fetten der Form
gemahlene Mandeln zum Ausstäuben
etwas Puderzucker zum Bestäuben

glutenfreier Mandelkuchen mit Orange-3

Die Eier trennen. Das Eiweiß zusammen mit einer Prise Salz aufschlagen, bis es sehr steif ist und beiseite stellen.
Das Eigelb zusammen mit dem Puderzucker, der Orangenschale und dem Vanillemark verrühren, bis die Masse weiß ist. Anschliessend die gemahlenen Mandeln und das Backpulver unterrühren. Zum Schluss vorsichtig das geschlagene Eiweiß unterheben und nur so lange rühren, bis keine weißen “Flocken” mehr zu sehen sind.

Nun die Backform mit etwas Margarine fetten und mit den gemahlenen Mandeln ausstäuben.
Den Kuchen im vorgeheizten Ofen bei ca. 175°C für 45-60 Minuten backen. Nach 20 Minuten sollte der Kuchen abgedeckt werden, damit er nicht zu dunkel wird.
Stäbchenprobe nicht vergessen!

Sobald der Kuchen ausgekühlt ist, kann er mit Puderzucker bestäubt und serviert werden.

Fertig!

glutenfreier Mandelkuchen mit Orange

Der Kuchen ist herrlich fluffig und mandelig-süß. Ich liebe ihn heiß und innig und habe sogar schon mal ein ganzes Küchlein an nur einem Tag allein verdrückt. Es ist wie mit Chips: Man kann einfach nicht aufhören, so lange noch etwas da ist!
Übrigens: weitere Rezeptideen findet ihr auch hier!

Kennt ihr auch Rezepte für glutenfreie Kuchen? Ich bin gespannt, was ihr in petto habt!

Guten Appetit,
Mia

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Diese Themenwoche wird unterstützt durch Dr. Schär, den führenden Experten für glutenfreie Ernährung. Meine Meinung und meine Berichterstattung sind und bleiben jedoch – wie immer – frei.

 

Glutenfreie Woche – Tag 4 – Interview mit Laura von ichbinintolerant.de

von Mia | Küchenchaotin

Als ich das erste Mal merkte, dass mein Bauch Laktose irgendwie doof findet, habe ich ein wenig im Internet über Lebensmittelintoleranzen recherchiert und bin zwangsläufig über einen Blog gestolpert. Er trägt den Namen “Ich bin intolerant” und dreht sich rund um laktose- und glutenfreie Ernährung.

ibi_headerDie Autorin, Laura, ist eine echte Expertin auf diesen Gebieten, denn sie ist selbst betroffen. Da sie für mich ein echter Twitter-Best-Buddy ist, war sie meine erste Anlaufstelle, als ich überlegte, diese glutenfreie Woche zu starten.
Laura hat sich mutig meinen wichtigesten 7 (+1) Fragen gestellt und erzählt uns heute im Rahmen eines Interviews ein bisschen mehr über ihr Leben mit einer echten Gluten-Allergie.

Foto: Laura von ichbinintolerant.de

Foto: Laura von ich-bin-intolerant.de


1. Liebe Laura, schön, dass du heute meine Fragen beantwortest! Wie lange weißt du schon, dass du gegen Gluten allergisch bist und wie wurde es festgestellt?

Dass ich gegen Gluten allergisch bin, weiß ich seit Dezember 2013.
Ich bin aber auf dem Gebiet “glutenfrei” kein Frischling mehr, da bereits 2010 eine Weizenallergie diagnostiziert wurde.
Festgestellt wurde das beide Male im Rahmen eines ImuPro 300 Allergietests, ein Test, der speziell auf Nahrungsmittelallergien ausgelegt ist. Über diesen Allergietest gibt es unterschiedliche Meinungen, einige schwören darauf, während andere sagen, ihnen hat das nicht weitergeholfen, weil es zu ungenau ist.
Ich kann nur von meiner eigenen Erfahrung sprechen und ich war beide Male mit der Genauigkeit des Tests zufrieden.

2. Du hast also keine Glutenunverträglichkeit, sondern bist wirklich allergisch gegen Gluten? Kannst du mir erklären, was da der Unterschied ist und wie der Arzt das feststellt?

Bei einer Allergie handelt es sich um eine Überreaktion des Immunsystems.
Bestimmt hat jeder jemanden in der Familie oder im Bekanntenkreis, der beispielsweise an Heuschnupfen oder einer Katzenallergie leidet. Kommt man als Betroffener mit dem Allergen (also den Pollen oder der Katze) in Berührung, reagiert das Immunsystem wie die Feuerwehr und löst Alarm aus. Es werden Antikörper gebildet, um dem vermeintlich schädlichen Stoff (in dem Fall dem Allergen) den Garaus zu machen. Dass die Pollen oder die Katze völlig harmlos sind, verkennt das Immunsystem leider – daher spricht man von einer Überreaktion.
Die Symptome können sehr unterschiedlich sein, da jedes Immunsystem individuell reagiert. Die Einen bekommen Ausschlag und tränende Augen, die Anderen hören nicht mehr auf zu niesen oder bekommen kaum noch Luft.

Reagiert man allergisch auf Lebensmittel, werden das/die Allergen/e über die Nahrung aufgenommen, weshalb die Reaktion anders ausfallen kann, als z.B. bei einer Pollenallergie. Wenn wir Nahrungsmittel verdauen, gelangen einige Bestandteile davon in unseren Blutkreislauf. Erkennt unser Immunsystem nun fälschlicherweise etwas davon als “Feind” (Antigen) an, reagiert es mit der Bildung von Antikörpern – und die allergische Reaktion beginnt.
Auch hier kann es zu Ausschlägen, Atemnot, etc. kommen, aber auch Symptome wie Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen sind nicht selten. Unbehandelt kann das zu chronischen Beschwerden führen, was echt nicht empfehlenswert ist.

Bei einer Allergie ist es also ein bestimmter Bestandteil (Allergen), der uns Probleme bereitet, weil das Immunsystem darauf feindselig reagiert. Das kann bei einer Allergie gegen Milch das Milcheiweiß sein – deswegen hat man noch lange keine Laktoseintoleranz. Auf Gluten kann man ebenfalls allergisch reagieren, ohne Zöliakie zu haben.

Wichtig ist, dass das von einem Arzt abgeklärt wird!

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten und Tests, Nahrungsmittelallergien nachzuweisen. Wenn man sich testen lassen will, sollte man einen Allergologen aufsuchen, der im Idealfall sogar auf Nahrungsmittelallergien spezialisiert ist. Im Zweifelsfall kann man auch zu seinem Hausarzt gehen und sich eine Empfehlung geben lassen.

Bei einer Unverträglichkeit laufen im Körper andere Prozesse ab, als bei einer Allergie, auch wenn die Symptome ähnlich aussehen können. Hat man eine Laktoseintoleranz, verdaut man die Laktose (Milchzucker) nicht richtig, hat man Zöliakie, kann der Darm das Gluten nicht ordnungsgemäß verdauen.

Die Symptome sehen ziemlich ähnlich aus, wie bei einer allergischen Reaktion: Durchfall, Übelkeit, Blähungen, Bauchweh, Verstopfung.
Allerdings liegt es bei einer Unverträglichkeit nicht an einer Überreaktion des Immunsystems, sondern an den unzulänglichen Verdauungsabläufen. Während bei einer Laktoseintoleranz der Körper zu wenig (oder nichts) vom Enzym “Laktase” produziert, sind bei einer Glutenunverträglichkeit die Darmzotten für die Probleme verantwortlich. Die Darmzotten befinden sich im Dünndarm beheimatet. Sind sie beschädigt oder gar zerstört, führt das zu einem Verlust von Verdauungsenzymen, die dabei helfen, das Gluten zu verdauen. Die Folge ist, dass der Dünndarm chronisch in seiner Arbeit gestört wird und im schlimmsten Fall andere Nährstoffe (wie Mineralien, Vitamine, etc.) nicht mehr aufnehmen kann.

Auch hier ist enorm wichtig, dass ein Arzt verifiziert, ob eine Zöliakie vorliegt. Für eine Diagnose sind Bluttests erforderlich, sowie eine Darmbiopsie, um abzuklären, ob und wie weit die Darmzotten geschädigt sind. Ein Gastroenterologe ist für die Biopsie der richtige Ansprechpartner.

{Weitere Informationen findet ihr übrigens hier}

3. Wie war die Phase der Umstellung? Worauf musstest du besonders achten? Was hat dir Schwierigkeiten bereitet und was war ganz leicht?

Meine erste Umstellung war 2010 von ganz “normaler” Ernährung auf: laktosefrei, weizenfrei und eifrei.
Am Anfang war es richtig kniffelig, weil man beim Einkaufen nun auf einmal immer die Etiketten genau lesen musste. Vor den Allergien/Unverträglichkeiten habe ich mir zugegebenermaßen nur begrenzt Gedanken darüber gemacht, was alles in den Lebensmitteln enthalten ist, die ich jeden Tag esse.

Man macht sich gar keine Vorstellung davon, wo überall Weizen enthalten sein kann – sogar in Wurst oder Chips. Auf diese versteckten “Zugaben” musste ich besonders achten, denn da vertut man sich ganz schnell mal.
Mich hat zu Beginn besonders genervt, dass ich für den Wocheneinkauf auf einmal doppelt so lange gebraucht habe, wie vor der Umstellung. Es dauert eine ganze Weile, bis man seine Sicherheit zurückgewonnen hat.

Bei meiner zweiten Umstellung, Ende 2013, fiel mir dann doch vieles bedeutend leichter.

Ab sofort gilt nämlich für mich: glutenfrei und milchfrei. Die Allergie gegen Ei hat sich im Laufe der Jahre verflüchtigt.
Von weizenfrei auf glutenfrei zu wechseln ist kein allzu großer Unterschied, ausgenommen beim Brot. Da ist Dinkel nun auch nicht mehr erlaubt, aber im Vergleich zur ersten Umstellung ist das wirklich “nur noch” Feinjustierung.

Die Milchprodukte nun von laktosefrei auf “weglassen” umzustellen – nun ja. Ich gebe zu, dass ich zuerst dachte, es sei ein Problem, auf Schokolade zu verzichten, aber ich muss feststellen, dass es viel schwieriger ist, auf Käse zu verzichten.

4. Wie hat dein Umfeld reagiert? Gab es da auch Reibungspunkte und/oder Missverständnisse?

Mit meinem Umfeld habe ich wirklich sehr viel Glück und falls das jemand von euch liest: ich danke euch :)
In meinem direkten Umfeld haben kurzerhand alle entschlossen “mitzumachen”. Meine Eltern und mein Liebster essen in der Regel das gleiche wie ich. Klar, manchmal essen “die anderen” auch Kuchen, Süßigkeiten oder so, aber das ist ja völlig okay. Aber gerade am Anfang hat es den Einstieg für mich erleichtert, weil alle mitgezogen haben. Das war wirklich klasse. Mal abgesehen davon: Meine Mama hat seit der Ernährungsumstellung deutlich bessere Blutwerte! Vermutlich hängt das einfach damit zusammen, dass man bewusster isst, wenn man sich auf einmal damit auseinandersetzen muss.

In meinem Freundeskreis ist auch alles sehr entspannt. Jeder weiß über meine Allergien/Unverträglichkeiten Bescheid und alle sind wirklich supersüß zu mir. Da werden dann für den DVD Abend extra Chips gekauft, die ich auch essen kann, wenn wir bei Freunden kochen oder essen gehen, wird immer zuerst gefragt, was wie wo und überhaupt. Dafür bin ich so unendlich dankbar, dass ich es kaum in Worte fassen kann :) Ich höre leider oft Geschichten, wo das Umfeld überhaupt nicht tolerant/flexibel reagiert und da wird mir immer wieder bewusst, was für ein Schwein ich habe.

5. Wie sieht dein Alltag seit der Diagnose aus? Fühlst du dich eingeschränkt?

Mein Alltag sieht im Normalfall genauso aus, wie vorher auch. Ich gehe ganz normal weiterhin meinem Beruf nach und Essen spielt in meinem Leben sogar eine neue, bewusstere Rolle seitdem ich mich anders ernähren muss.
Ich genieße bewusster und beschäftige mich intensiver damit, was ich esse.

Eingeschränkt fühle ich mich selten, aber manchmal ist es schon nervig, dass man nicht einfach mal eben beim Pizza Lieferdienst anrufen und etwas bestellen kann. Das Gleiche in grün ist es mit Restaurantbesuchen – die Gerichte auf den Karten lesen sich immer so unglaublich lecker, aber man muss sich an bestimmte Spielregeln halten.
Das sind die kleinen Momente, wo ich mir manchmal denke “Was ein Mist, dass Du die blöden Unverträglichkeiten hast!”, aber im Großen und Ganzen belastet das meinen Alltag überhaupt nicht.

6. Und wie sieht es aus, wenn du essen gehst?

Huch, da hätte ich bei Frage 5 schon fast vorgegriffen!
Ich gestehe, dass Restaurantbesuche seit den Allergien/Unverträglichkeiten eher die Ausnahme geworden sind.
Wenn mehrere Allergien zusammenkommen, wird es oft problematisch, dem Servicepersonal begreiflich zu machen, worauf zu achten ist. Mittlerweile können zwar viele mit Begriffen wie “Laktose” und “Gluten” etwas anfangen, aber richtig im Thema sind sie eher selten. Das ist jetzt nicht als Vorwurf gemeint, denn ich kann mich selbst sehr gut an die Zeit erinnern, in der ich nicht auf die Inhaltsstoffe meines Essens achten musste. Da habe ich auch keine Ahnung von so etwas gehabt. Als Betroffener ist das nun ein ganz anderer Blickwinkel und ich erwarte gar nicht mehr, dass man in einem Restaurant mit solchen Anfragen gut umgehen kann. Das fängt damit an, dass einem oftmals Pasta oder paniertes Fleisch angeboten wird und hört damit auf, dass keiner daran denkt, dass beispielsweise viele Soßen mit Mehl abgebunden werden.

Wenn ich dann tatsächlich im Restaurant bin, bevorzuge ich Gerichte, bei denen ich selbst den Großteil des Risikos ausschließen kann. Gegrillter Fisch, gegrilltes Fleisch, Rosmarin Kartoffeln – solche Gerichte sind lecker und gehen im Normalfall auch klar. Faustregel ist für mich: Soßen meiden. Und selbstverständlich alles, was paniert oder Fertigware ist. Rösti, Kroketten oder Pommes esse ich im Restaurant niemals, weil mir das Risiko viel zu groß ist, dass die Fertigprodukte Gluten enthalten.

Man sieht – es ist nicht ganz so easy peasy mit einem Restaurantbesuch, aber ich habe auch schon sehr positive Erfahrungen gesammelt. Mein liebster Anlaufpunkt ist der “Sushi Circle”. Dort können die Köche ganz genau sagen, was wo drin ist und bis auf einige frittierte Sachen ist alles glutenfrei. Soja Soße darf man sich auch selbst mitbringen, wenn man die Situation erklärt (die dort angebotene enthält leider auch Weizen).

Und auch sonst trifft man immer mal wieder auf Fachpersonal in Restaurants, die wirklich super Bescheid wissen und leckeres Essen zaubern können.

{Hier gibt es eine tolle Seite, die hilft, Restaurants mit glutenfreiem Angebot zu finden. Aber dazu auch später in der Themenwoche mehr!}

7. Wenn du einen Wunsch frei hättest: Was würde dein Leben mit der Glutenallergie erleichtern?

Mit einem freien Wunsch würde ich mir die Glutenallergie wegwünschen!
Alternativ würde ich mir wünschen, dass die Kennzeichnung noch besser wird. Mittlerweile werden schon viele Produkte mit dem glutenfrei Logo gelabelt, aber noch viel zu wenig. Das würde den Einkauf enorm erleichtern, weil man nicht immer die Zutatenlisten studieren müsste.

8. Last but not least: Du hast dich sogar entschieden, einen Blog und ein Buch über deine Lebensmittelallergien und deine Intoleranz zu schreiben. Was hat dich dazu bewegt? Erzähl doch mal ein bisschen!

Was mich zum Bloggen bewegt hat, ist eigentlich ganz einfach: Ich wollte unbedingt meine Erfahrungen teilen.
Als ich die Diagnose(n) bekam, fühlte ich mich von den Ärzten ziemlich allein gelassen. Man hatte nun die Ursachen für meinen “schlechten Zustand” gefunden, hurra, und damit wurde ich aus den Praxen hinauskomplimentiert. Der einzige Rat war, dass ich doch zu einem Ernährungsberater gehen könne, der mir dann bei der Umstellung auf meine neue Ernährung hilft. Über diese Unterstützung habe ich auch gründlich nachgedacht, aber mich dann dazu entschieden, zuerst selbst aktiv zu werden, mich zu informieren und eine Ernährungsberatung erst dann in Anspruch zu nehmen, wenn ich nicht zum Erfolg komme.
Ich habe zunächst das Internet durchforstet und vor mehr als drei Jahren gab es da noch nicht so viele Anlaufstellen, wie es heute der Fall ist. Man konnte sich durch ein, zwei Foren stöbern und hat vielleicht ein, zwei Blogs gefunden, das war’s.
Also habe ich mir gedacht “Dann blogge ich eben selbst.”. Und so nahm das ganze Projekt “ich bin intolerant” seinen Lauf und ergänzend zum Blog habe ich meinen Erfahrungsbericht sogar in Buchform aufgeschrieben und veröffentlicht.

Ich war echt erstaunt, wie viele Menschen sich auf einmal bei mir meldeten und mir sagten “Bei mir war es genauso und ich dachte immer, ich wäre der/die Einzige, wo es so gelaufen ist!”. Es ist wirklich der Wahnsinn, wie viele Betroffene es tatsächlich gibt und es ist eine tolle Erfahrung, dass ich darüber schreiben kann, wie es mir geht, was ich erlebe und esse/koche/backe und damit anderen helfen kann. Es macht mir riesengroßen Spaß und ich freue mich jedes Mal, wenn mir jemand schreibt “Hey, ich habe Dein Rezept nachgebacken und es war superlecker.”.


Liebe Laura, ich danke dir, dass du alle meine Fragen so ausführlich beantwortet hast! Aus erster Hand Informationen und Eindrücke zu bekommen, ist unglaublich hilfreich!

Lauras Blog findet ihr unter http://www.ich-bin-intolerant.de.

Alles Liebe,
Mia

Diese Themenwoche wird unterstützt durch Dr. Schär, den führenden Experten für glutenfreie Ernährung. Meine Meinung und meine Berichterstattung sind und bleiben jedoch – wie immer – frei.

 

 

Glutenfreie Woche – Tag 3 – ein glutenfreier Tag auf meinem Teller + ein Pastarezept

von Mia | Küchenchaotin

Heute zeige ich euch beispielhaft, was an einem glutenfreien Tag von morgens bis abends auf dem Teller, in der Hand und anschliessend im Bauch landen kann.
Nach meinem großen Einkauf gestern und mit dem frischgebackenen Brot im Schrank, bin ich bereit, mich einen Tag lang von vorn bis hinten auf das “Projekt glutenfrei” einzulassen.

Los gehts!

Frühstück

Ich frühstücke nicht gerne. Am Liebsten esse ich auf dem Weg zur Arbeit schnell eine Banane, um nicht mit ganz leerem Magen in den Tag zu starten, aber für ein richtiges Frühstück nehme ich mir meistens nur an meinem freien Tag Zeit.
Aber heute gibt es Müsli zum Frühstück!
Moment mal… Müsli ist doch Getreide! Denkste. Beim Einkaufen landete ein glutenfreies Müsli von Schär in meinem Einkaufswagen, das jetzt vor mir auf dem Tisch steht.
Das Müsli besteht hauptsächlich aus Flakes, die genau wie ungesüßte Cornflakes schmecken.

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Snack

Kurz vor dem Mittagessen packt es mich – das Hungerloch! Ich snacke einen Apfel und mache mich ans Kochen.

Mittagessen

Zu Mittag muss es jetzt etwas sein, das den Hunger stillt und Energie bringt. Ich will Pasta!
In meinen Schrank befindet sich glutenfreie Pasta von Schär und ich bin schon sehr gespannt, wie sie sein wird. Wird die Konsistenz passen? Schmeckt das? Es gibt Pasta mit Broccoli-Pesto!

glutenfreie Pasta mit Broccoli-Mandel-Pesto

Pasta mit Broccoli-Mandel-Pesto

Rezept für 3-4 Portionen

1 Packung glutenfreie Pasta (z.B. von Schär)
500g Broccoli (geputzt)
1 Schuss gutes Olivenöl
2 Knoblauchzehen
100ml Sahne
1 Handvoll Mandelplättchen
1 Handvoll geriebener Parmesan
Salz+Pfeffer

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Die Nudeln nach Packungsanweisung kochen.
Den Broccoli in kleine Röschen teilen und gar kochen – er sollte wirklich weich sein.
Anschliessend den Broccoli mit den restlichen Zutaten fein pürieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Ist das Pesto zu dick, kann es problemlos mit mehr Öl gestreckt werden.

Fertig!

Die Pasta überrascht mich, denn der Unterschied zu “echter” Pasta ist nicht so groß wie erwartet. Die Nudeln haben (trotz verlängerter Kochzeit) noch etwas mehr an Biss behalten, schmecken aber sehr gut. Verzicht ist definitiv anders!

Snack

Nachmittags brauche ich irgendeine süße Kleinigkeit. Normalerweise würde ich nun zum Bäcker laufen und mir dort etwas besorgen, aber das geht ja nicht. Stattdessen genieße ich ein glutenfreies Mandelhörnchen und stelle kaum einen Unterschied zu einem “echten” Mandelhörnchen fest. Der Süßigkeitenhunger ist gestillt!

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Abendessen

Zum Abendbrot gibt es das glutenfreie Kürbisbrot, dass ich gestern gebacken habe mit Butter und schnittfestem Mozzarella.
Danach kann ich satt und zufrieden ins Bett!

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Ihr seht: Wer sich glutenfrei ernähren muss, ist nicht zu einem Leben voller Hunger und Verzicht verdammt. Es ist zwar an einigen Stellen etwas komplizierter und man muss genauer hinschauen, was auf dem Teller landet, aber selbst für die kleinen Genüsse zwischendurch kann man sorgen.
Und: Das Broccoli-Pesto schmeckt zu jeder Nudel – ob nun glutenfrei oder nicht!

Guten Appetit,
Mia

Diese Themenwoche wird unterstützt durch Dr. Schär, den führenden Experten für glutenfreie Ernährung. Meine Meinung und meine Berichterstattung sind und bleiben jedoch – wie immer – frei.

 

Glutenfreie Woche – Tag 2 – Glutenfrei einkaufen und ein Brotrezept

von Mia | Küchenchaotin

Ich starte meinen ersten glutenfreien Einkauf.
Ein bisschen verunsichert bin ich schon – was, wenn ich jetzt das komplett Falsche einkaufen gehe und es erst im Nachhinein feststelle, dass ich da lauter glutenhaltige Lebensmittel in meine Küche gelassen habe? Für mich ist das nicht so schlimm, weil mein Körper Gluten gut verträgt, aber für einen Menschen mit Zöliakie, Weizenallergie oder Gluten-Sensitivität wäre das fatal.

Was muss ich meiden?

Theoretisch ist das ganz einfach: Alles, was Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Dinkel, oder Spuren dieser Getreide enthält. Dazu zählen ganz offensichtlich Nudeln, Brot und Brötchen, Pizza, Müsli, die meisten Bäckereiprodukte und panierte Lebensmittel.
(Übrigens: Nicht alle Getreidesorten enthalten Gluten, es gibt auch Getreidesorten, die natürlich glutenfrei sind: Mais, Reis, Hirse, Buchweizen,Quinoa etc.)
Schnell stelle ich jedoch fest, dass Gluten auch in sehr vielen anderen Produkten versteckt ist: Fertiggerichte, Tütensuppen, Pommes, Gewürzmischungen, Schokolade – sogar in manchen Wurst- und Frischkäse-Produkten ist Gluten enthalten!
Die einzig logische Konsequenz: Jede Inhaltsstoffangabe studieren.
Genauere Infos findet ihr hier.

Wo finde ich, was ich brauche, wenn ich nicht verzichten will?

Ironischerweise werden glutenfreie Lebensmittel in vielen Supermärkten bei den Bio-Produkten einsortiert. Das absolut falsche Vorurteil “glutenfrei = gesunde Lebensweise” ist in vielen Köpfen so verankert, dass die Produkte automatisch bei den anderen “gesunden” Lebensmitteln zu finden sind.
Da Lebensmittelintoleranzen jedoch immer weiter verbreitet sind und in den Medien vermehrt thematisiert werden, finden sich oft schon ganze Gänge mit Lebensmitteln, die wahlweise frei von Laktose, Fructose oder Gluten sind.

Was landet letztendlich in meinem Einkaufswagen?

In meinem Einkaufswagen landen vor allem: Viel frisches Obst und Gemüse! Zucchini, Brokkoli, Salat, Gurken, Kürbis, Banane und rote Bete werden die nächsten Tage meine Freunde sein.
Falls es etwas “Handfesteres” werden soll, nehme ich auch Eier, Joghurt, Käse, Mandeln und Sahne mit.
Es gibt sogar glutenfreies Brot fertig zu kaufen, für alle, die nicht selbst backen wollen.
Am glutenfrei-Regal packt mich die Neugier. Schokokekse, Mandelhörnchen, Müsli, Mehlmischungen und Nudeln – alles glutenfrei! – finden bei mir ein neues zu Hause.

Es muss also auf nichts verzichtet werden!
Auch glutenfreies Brot (z.B. von Schär) gibt es im Supermarkt, aber mich packt die Neugier. Zu Hause angekommen, will ich nur eins wissen: Glutenfreies Brot selbst backen – funktioniert das?
Schon in der Verpackung fühle ich, dass das Mehl sich gar nicht so richtig wie Mehl anfühlt. Es ist viel feiner – eher wie Stärke!
Und wenn Gluten – als Kleber im Mehl – dafür verantwortlich ist, dass der Teig “gebunden” wird – funktioniert das dann auch mit glutenfreiem Mehl?
Das Rezept habe ich hier auf der Internetseite von Schär gefunden und nur leicht abgewandelt.
Hier kommt mein erstes glutenfreies Brot!

Glutenfreies Brot mit Kürbiskernen - www.kuechenchaotin.de

Glutenfreies Brot mit Kürbiskernen

Rezept für 1 Brotlaib

20g Kürbiskerne
250 g Brot-Mix “dunkel” von Schär
250 ml lauwarmes Wasser
1 Ei
15 g Frischhefe
20 g Butter
+ 1 Ei zum Bepinseln
+ einige Kürbiskerne

Glutenfreies Brot mit Kürbiskernen - www.kuechenchaotin.de

Die Kerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten und beiseite stellen.
Die Hefe in lauwarmen Wasser auflösen.
Das Mehl in eine große Schüssel geben und in der Mitte eine kleine Mulde formen. Das Hefe-Wasser-Gemisch dort hineingeben.
Mit den restlichen Zutaten zusammen zu einem homogenen Teig verkneten.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Teig daraufgeben und mit einem Tuch abdecken. Er muss nun mindestens 30 Minuten an einem warmen Ort gehen, bis sich der Teig verdoppelt hat.
Anschliessend das Brot mit einem Ei bepinseln und ein paar Kürbiskerne darüberstreuen.
Bei 190°C im vorgeheizten Ofen für ca. 45 Minuten backen und vor dem anschneiden abkühlen lassen.

Fertig!

Glutenfreies Brot mit Kürbiskernen - www.kuechenchaotin.de

Und wie schmeckt’s?

Ich gebe ehrlich zu: Wenn ich nicht wüsste, dass das Brot aus glutenfreiem Mehl ist, würde ich es nicht auf Anhieb merken.
Das Brot ist nicht so schön luftig und locker geworden und die Kruste nicht so knackig, wie bei anderem Brot, aber gerade bei selbstgebackenem passiert mir sowas auch mit “echtem” Mehl.
Als Stulle mit Butter und Käse geht es auf jeden Fall durch!

Habt ihr schon mal glutenfreies Brot gebacken oder glutenfreies Mehl verarbeitet? Ich bin auf eure Erfahrungen gespannt!

Guten Appetit,
Mia

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Diese Themenwoche wird unterstützt durch Dr. Schär, den führenden Experten für glutenfreie Ernährung. Meine Meinung und meine Berichterstattung sind und bleiben jedoch – wie immer – frei.

 

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