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Französisch angehauchte Zwiebelsuppe – Zwiebelsuppe á la Kuechenchaotin

Zwiebelsuppe - www.kuechenchaotin.de

Vor ein paar Wochen saß ich in einem Restaurant, auf dessen Karte „französische Zwiebelsuppe“ stand. Bei der Bestellung wurde ich darauf hingewiesen, dass die Suppe für heute ausverkauft war und ich entschied mich stattdessen für etwas anderes von der Karte, das ebenfalls sehr lecker war. Eigentlich keine große Sache. Aber seitdem ging mir die Zwiebelsuppe nicht mehr aus dem Kopf.

Ich habe wirklich versucht, den Gedanken an die Suppe abzuschütteln. Habe mir gesagt „Hey, das ist eher Winteressen!“, mir eingeredet, dass die Wohnng danach viel zu stark und viel zu lange duftet und dass Zwiebelsuppen ungefähr das Gegenteil von „trendy“ sind, aber alles half nichts. Ich musste ständig an sie denken. An die kräftige, zwiebelige Brühe, die im Bestfall so intensiv schmeckt, dass man es kaum glauben kann und vor allem natürlich an das mit reichlich Käse überbackene Baguettescheibchen, das darauf schwimmt. An den leichten Geschmack und Geruch von einem Hauch Thymian. An das wohlige Gefühl, dass der Genuss einer echt guten Zwiebelsuppe hinterlässt. Gebt zu: Jetzt habt ihr auch Hunger drauf!

Dadurch, dass die Zwiebelsuppe jetzt nicht unbedingt auf einer Trendwelle schwimmt (wenn ihr mich fragt, völlig zu Unrecht!) und der Frühling langsam anbricht, war es nahezu unmöglich, schnell an eine gute Schüssel ranzukommen. Die logische Konsequenz war, wie so oft, einfach eine selber zu machen. Dabei muss ich trotz ausgeprägtem Zwiebel-Fetisch zugeben, dass es sich hierbei um eine Premiere gehandelt hat. Aber was für eine!

Ich sag mal so: Wenn man vier Portionen Suppe für zwei Personen gekocht hat, um am nächsten Tag vielleicht noch mal ein Schüsselchen genießen zu können, eine Portion es aber niemals auf den Teller schafft, weil man natürlich ausgiebig probieren und abschmecken muss (ihr kennt das) und die anderen drei in Rekordtempo aus den Schüsseln geschaufelt werden, dann hat man vermutlich sehr viel richtig gemacht.

Fun Fact: Eine richtig gute Zwiebelsuppe braucht Zeit, damit sich das süßliche Aroma der Zwiebeln entwickeln kann. Da hilft kein betteln – wie so oft im Leben muss man die Sach ein bisschen köcheln lassen. Es gibt Rezepte für französische Zwiebelsuppen, die 2, 4 oder gar 8 Stunden köcheln müssen. Wer genügend Zeit hat, dem kann ich nur ans Herz legen, die Zwiebeln so lange wie nur möglich bei sehr kleiner Hitze karamellisieren zu lassen – es lohnt sich so sehr! Meine auf dem Bild hat gut 3,5 Stündchen auf dem Herd verbracht.

Ladies und Gentlemen, ich präsentiere: Das Rezept!

Zwiebelsuppe - www.kuechenchaotin.de

Französisch angehauchte Zwiebelsuppe á la Kuechenchaotin

Rezept für 2-3 Portionen

3 große Gemüsezwiebeln
3 EL Butter
100 ml Weißwein
1 L ungesalzene Gemüsebrühe
4 Stängel Thymian
1 Pimentkorn
1 Lorbeerblatt
Salz
4-6 Baguettescheiben
3 Handvoll geriebener Käse (z.B. Mozzarella und Cheddar)

Zwiebelsuppe - www.kuechenchaotin.de

Die Gemüsezwiebeln schälen und in Ringe schneiden. In einem großen Topf mit breitem Boden die Butter erhitzen und bei niedriger Hitze die Zwiebelscheiben darin glasig andünsten, bis sie sehr weich sind (ca. 15-20 Minuten). Dabei immer wieder gut umrühren.
Nun die Hitze minimal erhöhen und die Zwiebeln unter gelegentlichem Rühren karamellisieren lassen. Sie sollten gold-hellbraun werden und nicht zu schnell dunkeln! Es reicht, wenn nach weit über einer Stunde die erste deutlichere Färbung eintritt.
Die Zwiebeln so je nach Zeitplan 2-5 Stunden in ihrem eigenen Saft karamellisieren lassen. Sie sollten am Ende so weich sein, dass sie fast als Brei durchgehen. Immer wieder gelegentlich rühren.

Die karamellisierte Zwiebelmasse mit dem Weißwein ablöschen und die Brühe aufgießen. Ein Einweg-Teesieb oder ein Tee-Ei mit den Kräutern befüllen und in die Suppe geben. Die Suppe nun noch ein mal bei schwacher Hitze mindestens eine Stunde köcheln lassen. Mit etwas Salz abschmecken.

Den Ofen auf 225°C vorheizen und die Baguettescheiben darin knusprig backen.

Die Suppe in ofenfeste Schüsseln füllen und mit den Baguettescheiben belegen. Den Käse großzügig auf den Brotscheiben verteilen und die Schüsseln in den Ofen geben. Die Suppe 5-7 Minuten überbacken, bis der Käse eine schöne Kruste gebildet hat.

Fertig!

Zwiebelsuppe - www.kuechenchaotin.de

Liebt ihr Zwiebelsuppe auch so sehr wie ich? Und habt ihr sie schon mal selbstgemacht?

Guten Appetit,
Mia

 

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1 Kommentar

  • Antworten
    Tatiana
    30. März 2017 at 13:57

    Was für ein Zufall!! Ich habe seit Tagen schon nen Jieper auf Zwiebelsuppe, so richtig schön mit überbackenem Brot, wie ich’s aus Frankreich kenne! Und da ich noch nie eine Zwiebelsuppe selbstgemacht habe, wollte ich das mal ausprobieren… Merke mir direkt Dein Rezept 🙂
    Liebe Grüße,
    Tatiana

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