Marinierter Erdnuss-Tempeh – gebackener Tempeh

von Mia | Küchenchaotin

Kennt ihr Tempeh?

Tempeh ist ein traditionelles Fermentationsprodukt aus Indonesien, das durch die Beimpfung von gekochten Sojabohnen mit verschiedenen Rhizopus-Arten, also mit Hilfe von niederen Schimmelpilzen aus der Abteilung der Jochpilze und der Klasse der Zygomyceten entsteht.

(Quelle: Seite „Tempeh“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie)

Ja, ok: Das klingt jetzt erst mal nicht so lecker. Das ist auch der Grund, warum meine Zunge erst sehr spät in meinem Leben das erste mal mit Tempeh in Berührung kam. Ich hatte Angst! Denn wenn die Herstellungsart auf mich schon so unappettitlich wirkt, wie sollte das dann gut schmecken können?

Doch dann kam der Tag X. Eines Tages ging ich mit Freunden essen und entschied mich für ein vegetarisches „Überraschungsmenü“. Freudestrahlend bracht die Bedienung den Teller mit der Vorspeise um die Ecke und verkündete: „Hier haben wir einen frischen Frühlingssalat mit mariniertem, gebackenem Tempeh“. Einerseits hatte ich Angst, den Salat zu probieren, andererseits war ich aber viel zu neugierig, um es nicht zu tun. Das Restaurant hatte einen guten Ruf und was gab es schon zu verlieren? Also nahm ich die Tempeh-Ecke auf meine Gabel, beäugte sie, als käme sie von einem anderen Stern, ignorierte die peinlich berührten Blicke meiner Freunde und nahm einen Bissen. Einen winzigkleinen!
Die Überraschung war groß: Das schmeckte ja richtig gut! Ein bisschen nussig, ein bisschen „pilzig“ – alles in allem sehr rund. Ich verschlang die ganze Portion und nahm mir vor, ganz bald mal Tempeh selbst zuzubereiten.

Das Problem: Tempeh ist keine Supermarktware. Ich habe jedenfalls noch nie welches in einem normalen Supermarkt entdeckt. Und im Bioladen habe ich nie gezielt danach geschaut. Soll heissen: Mein Date mit Tempeh war leider ein One Evening Stand.
Bis vor ein paar Wochen, als ich in einem Bioladen eine Packung in die Finger bekam. Schnell hastete ich damit vom Kühlregal zur Kasse, lief nach Hause, warf Pinterest an und schaute, was ich damit anstellen könnte. Da ich noch gar keine Erfahrungswerte mit diesem Lebensmittel hatte, habe ich mich voll und ganz auf ein Rezept vom Blog „Minimalist Baker“ verlassen. Mit Erdnussbutter. Da kann ja eigentlich gar nichts schief gehen. Und weil ich das Ergebnis LIEBE und für das perfekte Einstiegsrezept für Tempeh-Neulinge halte, habe ich es umgerechnet und serviere es euch heute! Wenn ihr nicht von Erdnussbutter abgeneigt seid, werdet ihr diese nussig-würzige Variante auch lieben!

Gebackener Tempeh - www.kuechenchaotin.de

Marinierter Erdnuss-Tempeh

200 g Tempeh
1 TL Chiliflocken
1 1/2 EL Sesamöl
2 EL cremige Erdnusscreme
2 EL Sojasauce
2 EL Limettensaft
3 EL Ahornsirup

Gebackener Tempeh - www.kuechenchaotin.de

Das Tempeh in einem Topf mit wenig Wasser geben und bei schwacher Hitze 10-15 Minuten dämpfen. Den Block oder die Rolle dabei hin und wieder wenden/drehen. Anschließend das Tempeh trockentupfen und in mundgerechte Scheiben schneiden.

Die Chiliflocken mit dem Sesamöl, der Erdnusscreme, der Sojasauce, dem Limettensaft und dem Ahornsirup zu einer Marinade verrühren. Das Tempeh darin im Kühlschrank mindestens 4 Stunden, besser über Nacht oder sogar 24 Stunden marinieren.

Den Ofen auf 175 °C (Umluft) vorheizen. Die Tempehstücke auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen und für 25-30 Minuten goldbraun backen. Heiß servieren!

Fertig!

Habt ihr schon mal Tempeh gegessen?

Guten Appetit,
Mia

1 Kommentar an Marinierter Erdnuss-Tempeh – gebackener Tempeh

  1. Marion
    21. März 2017 at 10:23 (3 Tagen ago)

    Das Rezept habe ich neulich auch bei Pinterest entdeckt und seitdem schon mehrmals nachge“kocht“! Einfach großartig! Ich verarbeite oft am Sonntag den ganzen Block und habe dann unter der Woche immer ein paar Stückchen leckeren Tempeh zu meinen Mahlzeiten.
    Ich habe Tempeh vor einigen Jahren auf Bali kennengelernt, aber jeglicher Nachkoch-Versuch zuhause scheiterte, weil man es genau so wie Tofu wirklich gut bearbeiten muss, damit es dann auch wirklich schmeckt.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar