Das ist einer meiner Lieblings-Kartoffelsalate. Nicht der klassische mit Mayo oder Brühe, sondern einer, der komplett anders ist: Asiatischer Kartoffelsalat mit knusprig angebratenen Kartoffeln und einem Dressing aus Hoisin-Sauce und geröstetem Sesamöl.
Die Idee klingt erstmal seltsam. Kartoffelsalat? Asiatisch? Aber genau das macht ihn so gut. Die Kartoffeln werden in Erdnussöl angebraten, bis sie außen knusprig sind. Dazu kommen frische Gurke, Frühlingszwiebeln, Koriander und Chili. Das Dressing ist würzig-süß und hat diesen typisch asiatischen Umami-Kick.
Wer Hoisin-Sauce nicht kennt: Sie schmeckt süßlich-würzig, ein bisschen wie asiatische BBQ-Sauce, nur komplexer. Zusammen mit geröstetem Sesamöl und Reisessig ergibt sie ein Dressing, das diesen Kartoffelsalat in eine völlig andere Liga hebt.
Warum dieser Kartoffelsalat so besonders ist
Klassischer Kartoffelsalat ist gut. Aber dieser hier ist anders, und zwar auf die beste Art.
Die Kartoffeln werden angebraten. Nicht einfach gekocht und kalt serviert, sondern in Erdnussöl knusprig gebraten. Außen goldbraun und crispy, innen cremig. Das allein macht schon einen Riesenunterschied.
Das Dressing ist der zweite Gamechanger. Hoisin-Sauce bringt Süße und Umami, geröstetes Sesamöl gibt den typisch asiatischen Geschmack, Reisessig sorgt für Frische. Zusammen ergibt das ein Dressing, das süchtig macht.
Und dann die frischen Zutaten: knackige Gurke, scharfe Chili, würzige Frühlingszwiebeln, frischer Koriander. Das ist kein schwerer, pampiger Kartoffelsalat, sondern etwas Leichtes mit Biss.

Tipps für den perfekten asiatischen Kartoffelsalat
Kartoffeln über Nacht kühlen. Das ist der wichtigste Tipp. Frisch gekochte Kartoffeln sind zu feucht und werden beim Braten nicht knusprig. Über Nacht im Kühlschrank verlieren sie Feuchtigkeit und werden außen richtig kross.
Pfanne richtig heiß machen. Die Kartoffeln brauchen ordentlich Hitze, um knusprig zu werden. Wenn die Pfanne nicht heiß genug ist, saugen sie nur das Öl auf und werden fettig statt crispy.
Nicht zu viel auf einmal braten. Die Kartoffelstücke sollten nebeneinander liegen, nicht übereinander. Lieber in zwei Durchgängen braten.
Dressing erst beim Servieren dazugeben. Sobald das Dressing auf die Kartoffeln kommt, werden sie weich. Entweder direkt vor dem Essen drübergießen oder separat servieren.
Koriander ist optional, aber empfohlen. Ich weiß, Koriander ist ein Streitthema. Falls du zu den Menschen gehörst, für die Koriander nach Seife schmeckt, lass ihn weg. Aber falls nicht: unbedingt reinmachen.
Was ist Hoisin-Sauce?
Falls du Hoisin-Sauce noch nicht kennst: Zeit, das zu ändern.
Hoisin ist eine dickflüssige, dunkelbraune Sauce aus der chinesischen Küche. Sie schmeckt süßlich-würzig, ein bisschen wie asiatische BBQ-Sauce, aber komplexer. Die Basis sind fermentierte Sojabohnen, dazu kommen Süßkartoffeln, Zucker, Knoblauch, Reisessig und Gewürze.
Lustige Namens-Herkunft: „Hoisin“ bedeutet auf Kantonesisch „Meeresfrüchte“, obwohl in der Sauce überhaupt keine Meeresfrüchte drin sind.
Du bekommst Hoisin-Sauce im Asialaden oder im Asia-Regal im Supermarkt. Eine Flasche hält ewig und ist vielseitig einsetzbar: als Dip, in Marinaden, für Stir-Frys oder eben in diesem Kartoffelsalat.

Variationen
Mit Erdnüssen für extra Crunch. Eine Handvoll geröstete Erdnüsse über den fertigen Salat streuen. Passt perfekt zum asiatischen Thema.
Mit Edamame für mehr Protein. Gekochte Edamame (ohne Schale) unterheben. Macht den Salat gehaltvoller.
Mit Räuchertofu als Hauptgericht. Räuchertofu in Würfel schneiden, zusammen mit den Kartoffeln anbraten. Dann wird aus der Beilage eine vollwertige Mahlzeit.
Ohne Koriander, mit Thai-Basilikum. Falls Koriander nicht dein Ding ist, probier Thai-Basilikum. Hat einen ähnlichen frischen Kick, schmeckt aber anders.
Schärfer mit Sriracha. Ein Schuss Sriracha ins Dressing, wenn du es feuriger magst.
Aufbewahren
Dieser Kartoffelsalat ist am besten frisch. Die knusprigen Kartoffeln werden mit der Zeit weich, das lässt sich nicht verhindern.
Falls du trotzdem Reste hast: Im Kühlschrank 1-2 Tage aufbewahren. Vor dem Essen kurz in einer heißen Pfanne aufwärmen, das bringt etwas Knusprigkeit zurück.
Besser: Nur das anrichten, was du auch essen willst. Den Rest der Kartoffeln knusprig in der Pfanne aufbewahren und erst beim Servieren zusammenfügen.
Asiatischer Kartoffelsalat mit Hoisin-Dressing
Zutaten
Für den Salat:
- 1 kg festkochende Kartoffeln
- 1 EL Erdnussöl*
- 1 Gurke
- 2 Frühlingszwiebeln
- 1 rote Chilischote
- 1 Bund frischer Koriander
Für das Hoisin-Dressing:
- 4 EL Hoisin-Sauce*
- 6 EL Reisessig*
- 2 EL geröstetes Sesamöl*
- 1 TL gerösteter Sesam
- Salz nach Bedarf
Anleitungen
- Die Kartoffeln mit Schale in reichlich Salzwasser etwa 30 Minuten kochen, bis sie gar sind. Abgießen und komplett auskühlen lassen, am besten über Nacht.
- Die kalten Kartoffeln in Achtel schneiden.
- Das Erdnussöl in einer großen Pfanne oder einem Wok erhitzen. Die Kartoffeln darin von allen Seiten knusprig anbraten, etwa 8-10 Minuten.
- Die Gurke längs halbieren, mit einem Löffel die Kerne herauskratzen und das Fruchtfleisch in dünne Halbmonde schneiden.
- Die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. Die Chilischote entkernen und fein hacken. Die Korianderblättchen von den Stielen zupfen.
- Gurke, Frühlingszwiebeln, Chili und Koriander in einer großen Schüssel vermengen. Die knusprigen Kartoffeln dazugeben.
- Für das Dressing Hoisin-Sauce, Reisessig, Sesamöl und Sesam verrühren. Bei Bedarf leicht salzen.
- Den Salat auf Tellern anrichten und mit dem Dressing beträufeln. Sofort servieren.
Notizen
__
*=Affiliate Link
Nährwerte
Das könnte dir auch gefallen:
Rote Bete Kartoffelsalat – die Bete wird in einer Salzkruste gebacken und so unfassbar aromatisch! Ein Muss-Rezept in jeder Kartoffelsalat-Liebhaber-Sammlung
Kartoffelsalat mit Radieschen und Gurken – die Klassiker (mit Brühe oder Mayo/Salatcreme) im Frühlingsfrischen Gewand! Wir lieben diese Variante als Grillbeilage im Frühling
Mie-Nudelsuppe Ramen Style – wenn du schnelle, asiatisch inspirierte Gerichte magst, wirst du diese Suppe lieben!
One Pot Erdnuss Ramen – eins der beliebtesten Rezepte auf meinem Blog. Ich esse diese Suppe regelmäßig, weil sie einfach so gut ist.

Häufige Fragen zu asiatischem Kartoffelsalat
Kann ich die Kartoffeln auch warm servieren statt anbraten?
Ja, aber dann verpasst du das Beste am Rezept. Die knusprig gebratenen Kartoffeln machen den Unterschied. Wenn du keine Zeit hast, funktioniert es auch mit normalen gekochten Kartoffeln, ist aber lange nicht so gut.
Wo bekomme ich Hoisin-Sauce?
Im Asialaden oder im Asia-Regal im Supermarkt. Sie steht meistens neben der Sojasauce. Eine Flasche kostet 2-3 Euro und hält lange.
Was kann ich statt Hoisin-Sauce nehmen?
Es gibt keinen perfekten Ersatz. Notfalls: 2 EL Sojasauce + 1 EL Honig + 1 TL Erdnussbutter verrühren. Schmeckt anders, aber geht in die richtige Richtung.
Ist der Salat vegan?
Ja, alle Zutaten sind pflanzlich. Hoisin-Sauce ist meistens vegan, aber prüf zur Sicherheit die Zutatenliste auf der Flasche.
Kann ich den Salat vorbereiten?
Die Kartoffeln kannst du am Vortag kochen und im Kühlschrank lagern. Das Anbraten und Zusammenstellen erst kurz vor dem Servieren machen, sonst werden die Kartoffeln weich.
Passt der Salat auch zu Gegrilltem?
Absolut. Als Beilage zu asiatisch mariniertem Fleisch oder gegrilltem Gemüse ist er perfekt.

Guten Appetit,
Mirja
Hmm das klingt lecker! Ich finde es spannend, wenn so „deutsche“ Gerichte neu interpretiert werden. 🙂
Sieht großartig aus. Ich möchte es probieren. Vielen Dank.
Anything is better than the mayo-heavy stuff. Frying the potatoes instead of boiling them is a huge move.
Thank you für your Feedback! And yes! The frying makes it a special recipe 🙂