Risotto braucht Zeit. Das ist kein Geheimnis und auch kein Nachteil – es ist eher eine dieser seltenen Gelegenheiten, bei denen das Rühren am Herd tatsächlich entspannend ist statt stressig. Und wenn man am Ende ein cremiges Spargelrisotto auf dem Teller hat, mit grünem Spargel, Rosmarin und einer Scheibe gegrilltem Ziegenkäse obendrauf, dann war die halbe Stunde am Herd gut investiert.
Grüner Spargel ist in meiner Küche meistens die unkompliziertere Wahl: kein Schälen, schnelle Garzeit, versteht sich mit fast allem. Ziegenkäse gehört zu den Dingen, die ich immer im Kühlschrank haben will. Die Kombination der beiden im Risotto? Unanständig gut.
Was dieses Rezept von Standard-Spargelrisotto unterscheidet: Der Ziegenkäse kommt in zwei Formen – einmal gewürfelt im Risotto zum Schmelzen gebracht, einmal als ganze Scheibe kurz unter den Grill, bis er goldbraun ist. Diese gegrillte Scheibe auf dem fertigen Risotto ist optisch schön und geschmacklich der Unterschied zwischen „gut“ und „nochmal“.
Warum dieses Spargelrisotto so gut ist
Risotto mit Spargel ist nicht neu. Was hier aber anders ist: Der Ziegenkäse kommt doppelt. Ein Teil wird am Ende direkt in das heiße Risotto gerührt, wo er schmilzt und Cremigkeit und eine leichte Säure beiträgt. Der andere Teil – ganze Scheiben – kommt kurz unter den Ofengrill, bis er goldbraun und leicht karamellig wird. Diese gegrillte Scheibe obendrauf macht aus einem ordentlichen Risotto ein richtiges Abendessen.
Der Rosmarin ist kein Dekoelement. Er zieht beim Kochen durch den Fond mit und gibt dem Risotto eine Hintergrundwürze, die man nicht sofort benennen kann, die aber fehlen würde. Kurz vor dem Ende kommt er raus – er soll nicht dominieren.
Rosa Pfefferbeeren sind keine echten Pfefferkörner, schmecken aber leicht fruchtig und mild scharf. Sie sind das Finish, das man nach dem ersten Bissen versteht: Ziegenkäse, grüner Spargel, Rosmarin, und dann dieser fruchtige Pfefferunterton. Das ist kein Zufall.
Tipps für das perfekte Spargelrisotto
Fond heiß halten. Kalter Fond unterbricht den Garprozess und der Reis bekommt eine merkwürdige Konsistenz. Der Fond sollte auf kleiner Flamme leise köcheln, während das Risotto gekocht wird.
Spargel erst nach 15 Minuten dazu. Grüner Spargel ist schnell weich. Wenn er von Anfang an mitgekocht wird, wird er zu weich und verliert die Farbe. 15 Minuten Restgarzeit reichen für Spargelstücke.
Rühren, aber nicht paranoid. Risotto braucht regelmäßiges Rühren, aber nicht ununterbrochenes. Immer wenn neue Flüssigkeit dazukommt, kurz durchrühren – dann kann man kurz loslassen.
Butter am Ende kalt. Die letzte Portion Butter sollte nicht geschmolzen sein, sondern kalt direkt in das Risotto gerührt werden. Das sorgt für die typische schlotzige Konsistenz.
Ziegenkäse-Timing beachten. Die Ziegenkäsescheiben für den Grill erst kurz vor dem Servieren angrillen – sie kühlen schnell ab und verlieren die Textur. Risotto anrichten, dann die Scheiben grillen, sofort servieren.
Variationen
Ohne Ziegenkäse: Parmesan (50-80g) und 1 EL Butter am Ende unterrühren. Klassisches, sehr gutes Spargelrisotto.
Mit weißem Spargel: Weißer Spargel muss geschält werden und braucht etwas länger. In diesem Fall früher zum Risotto geben (nach 10 Minuten statt 15) und in dünnere Scheiben schneiden.
Vegan: Pflanzliche Butter statt Butter, Hefeflocken statt Ziegenkäse, guten Gemüsefond verwenden. Dann fehlt der Ziegenkäse-Charakter, aber das Spargelrisotto selbst ist noch immer gut.
Mit Erbsen: 200g TK-Erbsen in den letzten 5 Minuten dazugeben. Passt gut zu Spargel, macht das Risotto bunter.
Aufbewahren & Aufwärmen
Risotto im Kühlschrank aufbewahren (1-2 Tage), aber es wird beim Abkühlen fest. Beim Aufwärmen in der Pfanne etwas Wasser oder Fond dazugeben und unter Rühren bei mittlerer Hitze erwärmen, bis es wieder cremig ist. In der Mikrowelle geht es auch, aber das Ergebnis ist nicht dasselbe. Die gegrillten Ziegenkäsescheiben lieber nicht separat aufbewahren, sondern frisch angrillen wenn nötig.
Spargelrisotto mit Ziegenkäse und rosa Pfefferbeeren
Zutaten
- 3 Schalotten
- 3 EL Butter
- 400 g Risottoreis z.B. Arborio
- 1 Schuss Weißwein
- 1.000-1.200 ml Gemüsefond heiß
- 500 g grüner Spargel
- 200 g Ziegenkäserolle
- etwas Zitronensaft
- 3 Stängel Rosmarin
- Salz und Pfeffer
- einige rosa Pfefferbeeren zum Garnieren
Anleitungen
- Den Gemüsefond in einem kleinen Topf auf kleiner Flamme heiß halten – er sollte leise köcheln, nicht kalt sein.
- Schalotten schälen und in feine Würfel schneiden. 2 EL Butter in einem großen Topf bei mittlerer Hitze zerlassen und die Schalotten darin glasig andünsten.
- Den Risottoreis dazugeben und 1-2 Minuten mit andünsten, bis er leicht glasig wird. Mit einem Schuss Weißwein ablöschen. Die Rosmarinzweige hinzugeben.
- Nun kellenweise den heißen Gemüsefond zum Reis geben – immer erst die nächste Kelle hinzufügen, wenn die vorherige fast vollständig aufgesogen ist. Dabei regelmäßig rühren.
- Den grünen Spargel waschen, holzige Enden abbrechen und in mundgerechte Stücke schneiden. Nach ca. 15 Minuten Garzeit zum Risotto geben und mitköcheln lassen.
- Weiter Fond hinzufügen und rühren, bis der Reis al dente ist (insgesamt ca. 25-30 Minuten). Die Rosmarinzweige entfernen.
- Von der Ziegenkäserolle 4 Scheiben abschneiden, den Rest in Würfel schneiden. Die Ziegenkäsewürfel und 1 EL Butter unter das Risotto rühren. Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.
- Die Ziegenkäsescheiben auf einem Backblech unter dem vorgeheizten Ofengrill bei höchster Stufe 2-3 Minuten angrillen, bis sie goldbraun sind.
- Risotto auf Teller verteilen, je eine gegrillte Ziegenkäsescheibe darauflegen und mit rosa Pfefferbeeren bestreuen. Sofort servieren.
Notizen
Am einfachsten: Fond parallel auf dem zweiten Herd warm halten. Wer keinen Ziegenkäse mag, kann ihn durch Parmesan ersetzen – das Risotto wird dann klassischer, aber nicht schlechter. Rosa Pfefferbeeren sind botanisch keine echten Pfefferkörner, schmecken aber leicht fruchtig-scharf und passen perfekt zu Ziegenkäse. Die Nährwertangaben sind Durchschnittswerte und können je nach verwendeten Zutaten und tatsächlicher Zubereitung abweichen. __
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Nährwerte
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Häufige Fragen zum Spargelrisotto
Muss grüner Spargel für das Risotto geschält werden?
Nein. Grüner Spargel muss nicht geschält werden – das ist einer seiner großen Vorteile gegenüber weißem Spargel. Nur die holzigen Enden brechen oder abschneiden, dann direkt in Stücke schneiden und in das Risotto geben.
Welchen Reis verwendet man für Risotto?
Risottoreis mit hohem Stärkegehalt, klassisch Arborio oder Carnaroli. Diese Sorten geben beim Kochen Stärke ab, die das typische cremige Risotto erzeugt. Normaler Langkornreis funktioniert nicht.
Kann ich das Spargelrisotto vorbereiten?
Risotto lässt sich schlecht vollständig vorbereiten, weil es durch Abkühlen und Aufwärmen an Konsistenz verliert. Man kann den Fond vorbereiten und den Spargel vorschneiden, das Risotto selbst sollte aber frisch gekocht werden.
Was kann ich statt Ziegenkäse nehmen?
Parmesan ist die klassische Alternative – 50-80g fein gerieben am Ende unterrühren. Der Geschmack wird anders (weniger säuerlich), aber das Risotto ist trotzdem sehr gut. Auch Feta funktioniert, macht das Risotto aber salziger.
Warum muss der Fond heiß sein?
Kalter Fond „schreckt“ den Reis ab und unterbricht den gleichmäßigen Garprozess. Das Ergebnis ist ein Risotto mit merkwürdiger Konsistenz – außen klebrig, innen noch nicht durch. Fond parallel auf dem zweiten Herd bei kleiner Flamme warm halten.
Guten Appetit,
Mirja
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Das klingt zu gut! :O <3
Hallo, sehr toll. Mir lief schon beim Lesen des Titels das Wasser im Mund zusammen! 🙂 Ich freue mich auf das Nachkochen! 🙂 Ich hoffe meine Kids nehmen den Geschmack der Ziege an :):)
Liebe Grüße
eine ausgezeichnete kombi! Sehr sehr gut hat es uns geschmeckt!:-)
oh, Spargel im Risotto ist ja schon großartig, aber dann noch mit Ziegenkäse? Ich liebe Ziegenkäse! Das wird aber sowas von sehr sehr bald einmal ausprobiert 🙂 Vielen Dank, für das schöne Rezept! Liebste Grüße, Kiki
HAAAALÖLEE
hob grod dein BLOG entdeckt…FREU:: freu,,
soooo leckere SACHEN machst DU do..
hob die glei gschpeichert,,,
LOS da no an liaben GRUAß do aus TIROL bis bald de BIRGIT
Ich lese hier wirklich sehr gerne, aber ich finde es schade, dass du in letzter Zeit nur noch gesponserte Artikel schreibst, selbst wenn du sagst, dass das deine Meinung nicht beeinflusst, hinterlässt das bei mir einen schlechten Beigeschmack. Und ich denke, dass du diesen Blog ursprünglich nicht erstellt hast, um möglichst viele Gratisartikel oder Geld zu verdienen, sondern aus Spaß an der Sache. Auf mich wirkt es so, als wäre das etwas in den Hintergrund gerückt 🙁
Hallo liebe/r Tha,
vielen Dank für deine Rückmeldung und schön, dass du hier bist!
Dein Kommentar macht mich etwas nachdenklich: Was genau hinterlässt für dich einen faden Beigeschmack? Hast du Angst, dass ich in Wirklichkeit die Zutaten, die ich (z.B. in diesem Fall) verwende, gar nicht wirklich mag? Oder dass ich ein Rezept, das in Zusammenarbeit mit XYZ entsteht, gar nicht wirklich gut finde/gar nicht wirklich mit Liebe erstellt habe?
Ich habe die letzten 10 Beiträge angesehen und 2 davon sind tatsächlich in einer Zusammenarbeit entstanden (die Kolumne auf WeinPlaces zähle ich nicht dazu, dort ist der Disclaimer für mich lediglich ein Hinweis darauf, dass der Text, den ich schreibe, auf einer Seite erscheint, hinter der eine Firma steht) – aber ich verstehe nicht ganz, woraus du dabei schliesst, dass ich nicht mit Spaß an der Sache wäre?
Weisst du: Dieser Blog macht einen Haufen Spaß! Aber was gar nicht so offensichtlich ist: Er macht auch einen Haufen Arbeit, es geht einige Zeit ins Land (was mich nicht weiter stört, weil ich liebe, was ich hier tue) aber last but not least: er verursacht Kosten.
Vielleicht findest du es verwerflich, dass ich hin und wieder einen Teil dieser Kosten durch einen gesponserten Beitrag decke, aber ich sehe das nicht so.
Aber ich kann dir versichern: Jede Kooperation die ich eingehe, gehe ich nur ein, wenn ich mir 100% sicher bin, dass sie zu mir und meinem Blog passt. Dadurch kommt es, dass ich 90% der Anfragen, die ich bekomme – unabhängig vom Angebot – ablehne, weil ich nicht mit dem Herzen dabei wäre. Und jedes Produkt, über das ich schreibe, finde ich entweder wirklich gut und war sowieso auf der „Anschaffungsliste“ – oder es darf gar nicht erst in meine Küche bzw. wird zurückgeschickt.
Wenn du möchtest, kannst du mir auch gerne jederzeit an mia@kuechenchaotin.de schreiben.
Viele Grüße aus Kiel,
Mia
Hallöchen,
Wer ist denn bitte nicht verrückt nach Spargel?! Spargel gehört einfach zum Frühling dazu, finde ich zu mindestens!!!
Deine Fotos sind wirklich der HAMMER!!! Und das Risotto schaut soooo lecker aus, ich gebe auch wirklich oft Ziegenkäse dazu, zu Nudeln, zu Lachs, zu Spinat, zu… über all Ziegenkäse (okay, vielleicht auch nicht überall).
Ich würde mich übrigens sehr über einen Gegenbesuch freuen, dass wäre klasse 🙂
Liebste Grüße und ein wunderschön sonniges Wetter
Luisa ♥
von
http://toertchenkruemel.blogspot.de/
Risotto, sehr schön! Einfach ein tolles Essen für den Sommer. Und dann noch frischer Spargel dazu, einfach himmlisch 🙂
Liebe Grüße Lisa