Rotkohlsuppe klingt erstmal nach einem Gericht, das niemand auf dem Zettel hat. Ich auch nicht, bis ich in einem Kochbuch darüber gestolpert bin und mich gefragt habe: Suppe aus Rotkohl? Ernsthaft? Aber die Farbe auf dem Foto hat mich nicht losgelassen. Dieses tiefe, leuchtende Lila. Das musste ich ausprobieren.
Was soll ich sagen: Die Rotkohlsuppe ist seitdem ein Dauergast bei mir, sobald es draußen kalt wird. Frischer Rotkohl, Kartoffeln für die Cremigkeit und ein Schuss Zitronensaft, der die Farbe erst richtig zum Leuchten bringt. Das Beste daran: Es ist wie bei einer kleinen Chemie-Vorführung in der Küche. Ohne Zitrone ist die Suppe blau-lila. Dann kommt der Zitronensaft dazu und je mehr man davon unterrührt, desto stärker kippt die Farbe ins Pinke. Gibt ehrlich gesagt fast ein bisschen Tuschkasten-Feeling! Meine Kinder lieben es, beim Kochen zu helfen – auch wenn sie die Suppe dann ehrlich gesagt leider trotzdem verschmähen.
In 30 Minuten ist die Suppe fertig, sie ist von Natur aus vegan und schmeckt mindestens so gut, wie sie aussieht. Mit ein paar kross gerösteten Croutons obendrauf ist sie ehrlich gesagt schwer zu toppen.
Warum Rotkohlsuppe so gut funktioniert
Rotkohl ist ein Gemüse, das die meisten nur als Beilage zu Braten kennen. Stundenlang geköchelt, mit Äpfeln und Nelken, klassisch deutsch. Dass man daraus eine cremige, samtige Suppe machen kann, überrascht erstmal. Aber es funktioniert. Und zwar richtig gut.
Der Rotkohl bringt eine natürliche, leichte Süße mit, die durch den Reissirup nur minimal unterstützt wird. Die Kartoffeln machen die Suppe ohne Sahne oder Kokosmilch wunderbar cremig. Und der Zitronensaft gibt nicht nur Frische, sondern sorgt für diese irre Farbe, die beim Servieren für große Augen sorgt.
Was ich an diesem Rezept besonders mag: Es ist ehrlich simpel. Keine exotischen Zutaten, kein Schnickschnack. Rotkohl, Kartoffeln, Brühe, pürieren. Das ist die ganze Magie. Und trotzdem sieht die Suppe aus, als hätte man stundenlang in der Küche gestanden.
Tipps für die perfekte Rotkohlsuppe
Frischen Rotkohl verwenden. Ja, Rotkohl aus dem Glas funktioniert technisch auch. Aber frischer Rotkohl hat mehr Geschmack, mehr Farbe und eine sauberere Textur nach dem Pürieren. Der Unterschied ist deutlich.
Den Zitronensaft erst am Ende zugeben. Nicht mitkochen. Die Säure verändert die Farbe des Rotkohls. Wenn du den Saft erst nach dem Pürieren einrührst, kannst du zusehen, wie die Suppe ihre Farbe wechselt. Kinder finden das großartig! Ob sie es dann mitessen, ist ja eine andere Geschichte.
Nicht zu viel Brühe auf einmal. Lieber mit 1 Liter starten und nach dem Pürieren nach Bedarf verdünnen. Zu dickflüssig lässt sich leicht korrigieren, zu dünnflüssig nicht. Die Konsistenz sollte samtig sein, nicht wässrig.
Die Suppe nachsalzen, nicht vorsalzen. Rotkohl hat einen natürlich milden Geschmack. Wenn du zu früh salzt, überdeckst du die feinen Aromen. Lieber am Ende kräftig abschmecken und den Zitronensaft als Geschmacksverstärker nutzen.
Variationen der Rotkohlsuppe
Mit Kokosmilch. Statt der Kartoffeln (oder zusätzlich) eine Dose Kokosmilch zum Pürieren dazugeben. Macht die Suppe noch cremiger und gibt eine leicht exotische Note. Passt überraschend gut zum Rotkohl.
Mit Apfel. Einen Apfel mit den Kartoffeln mitkochen. Die fruchtige Süße harmoniert perfekt mit dem Kohl. Ist quasi die Brücke zwischen klassischem Apfelrotkohl und Suppe. Die Süße aus dem Rezept kann man dann auch weglassen.
Mit Ingwer und Chili. Wer es etwas aufregender mag: Ein daumengroßes Stück Ingwer und eine halbe Chilischote mitkochen. Gibt der Suppe einen warmen Kick, der zum tiefen Lila-Ton überraschend gut passt.
Als Festtags-Vorspeise. Die Suppe in kleine Portionen servieren, mit einem Klecks Crème fraîche, gerösteten Kürbiskernen und einem Spritzer Balsamico. Sieht auf dem Weihnachtstisch sensationell aus.
Aufbewahren & Aufwärmen
Rotkohlsuppe gehört zu den Suppen, die aufgewärmt fast noch besser schmecken als frisch. Am nächsten Tag haben sich die Aromen richtig gut verbunden.
Im Kühlschrank hält sie sich abgedeckt 4-5 Tage. Beim Aufwärmen einfach bei mittlerer Hitze erwärmen und bei Bedarf etwas Brühe oder Wasser zugeben, weil die Suppe beim Stehen etwas eindickt.
Einfrieren funktioniert prima: In Portionsbehältern einfrieren, hält sich 3 Monate. Beim Auftauen über Nacht in den Kühlschrank stellen. Die Croutons kann man nicht einfrieren, die werden matschig. Lieber frisch dazu rösten.
Kleiner Hinweis: Die Farbe kann sich beim Aufwärmen leicht verändern. Ein paar Tropfen Zitronensaft bringen das Leuchten zurück.
Rotkohlsuppe – cremig, einfach und vegan
Zutaten
Für die Suppe
- 1 kleiner Rotkohl ca. 1 kg
- 375 g Kartoffeln festkochend oder vorwiegend festkochend
- 1/2 rote Zwiebel
- 1 Knoblauchzehe
- 1-1,25 l heiße Gemüsebrühe
- etwas Olivenöl*
- Salz
- Pfeffer
- 1 EL Süße z.B. Ahornsirup oder Zucker
- 2-3 EL Zitronensaft
Für die Croutons
- 4 Scheiben altbackenes Baguette oder Weißbrot
- etwas Olivenöl
Anleitungen
- Den Rotkohl putzen, halbieren und in feine Streifen schneiden. Die Kartoffeln schälen und in Stücke schneiden.
- Die Zwiebel und den Knoblauch abziehen und kleinschneiden.
- In einem großen Topf etwas Olivenöl erhitzen und die Zwiebeln und den Knoblauch darin anschwitzen.
- Nach 2-3 Minuten den Rotkohl und die Kartoffeln hinzugeben, kurz anrösten und mit der heißen Gemüsebrühe ablöschen.
- Alles für ca. 20 Minuten zugedeckt köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist.
- Die Suppe mit einem Pürierstab oder im Mixer fein pürieren.
- Mit Reissirup, Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.
- Für die Croutons die Baguettescheiben in Würfel schneiden und in einer Pfanne mit Olivenöl kross anrösten.
- Die Rotkohlsuppe in Schüsseln füllen und mit den Croutons servieren.
Notizen
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Nährwerte
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Häufige Fragen zu Rotkohlsuppe
Kann man Rotkohlsuppe mit Rotkohl aus dem Glas machen?
Ja, das funktioniert. Die Suppe wird dann allerdings oft süßer und weniger farbintensiv, weil Rotkohl aus dem Glas meist schon mit Zucker und Essig abgeschmeckt ist. In dem Fall weniger Reissirup verwenden und den Zitronensaft erst probieren, bevor du ihn dazugibst.
Warum wird die Rotkohlsuppe blau statt lila?
Ohne Säure ist Rotkohl tatsächlich eher blau. Der Zitronensaft verändert den pH-Wert und lässt die Anthocyane (natürliche Farbstoffe im Rotkohl) ihre Farbe wechseln. Je mehr Zitrone, desto pinker wird die Suppe. Das ist reine Chemie und völlig normal.
Ist Rotkohlsuppe gesund?
Rotkohl ist reich an Vitamin C, Kalium und Anthocyanen, die als Antioxidantien gelten. Eine Portion dieser Suppe deckt einen guten Teil des täglichen Vitamin-C-Bedarfs. Durch den Verzicht auf Sahne und Butter ist die Suppe außerdem kalorienarm und von Natur aus vegan.
Was passt als Beilage zur Rotkohlsuppe?
Am besten kross geröstete Croutons aus Baguette. Alternativ: frisches Brot, Kürbiskerne oder geröstete Walnüsse. Als Festtags-Vorspeise passt ein Klecks Crème fraîche oder ein Spritzer Balsamico.
Kann man Rotkohlsuppe einfrieren?
Ja, Rotkohlsuppe lässt sich problemlos einfrieren. In Portionsbehälter füllen und bis zu 3 Monate einfrieren. Die Croutons separat frisch zubereiten. Die Farbe kann beim Auftauen etwas blasser werden, ein Schuss Zitronensaft bringt sie zurück.
Schmeckt Rotkohlsuppe auch kalt?
Ehrlich: eher nicht. Kalt schmeckt sie fade und die Konsistenz ist nicht ideal. Rotkohlsuppe ist ein Wärmegericht und schmeckt heiß am besten.
Guten Appetit,
Mirja
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Sieht ja stark aus!
Und wie schmeckt sie?
LG
Sabine
WOW – was für eine Farbe!
Das muss ich auch mal nachkochen! Sieht einfach total abgefahren aus!
Und der Geschmack würde mich auch interessieren 😉
Liebste Grüße Susanne
WOW, die frabe ist wirklich der hammer!! das sieht so toll aus!!
liebe grüße
laura&nora
Die sieht ja irre aus. Muss ich unbedingt mal ausprobieren!
Liebe Grüsse
Claudia
Liebe Mia…. die FARBE is ja unglaublich !!!
Das hätte ich nicht gedacht, dass Rotkohl so seine Farbe behält!
Spitzen Idee….mal ganz was Fröhliches auf dem Tisch!
Mit Liebe köchelde Grüße
Gabi
Das sieht mir seeeehr nachahmenswert aus! Ich liebe leckere Farbbomben <3
diese FARBE!!! hammer! das muss ich sofort probieren… ich dachte schon Rote Beete schlägt alles und mich! ABER das ist einfach traumhaft!! : )
Rotkohl kann auch lecker, … und preiswert ist er allemal. Deshalb habe ich ihm einmal ein veganes Rezept gewidmet: „Blue Velvet Soup“ in Anlehnung an den gleichnamigen Filmklassiker! Einerseits hat RK irgendwie etwas ur-spießiges, andererseits versinnbildlicht er für mich die mystische Schattenwelt Vegetariens 😉
Liebe Mia,
Danke für deine Seite:-) wirklich toll!
Ich Experimentiere gerne und hab die rotkohlsuppe mit gerösteten Walnusskerne verfeinert!
Ich hatte Rotkohl aus dem Glass benutzt weil keiner frisch im Regal lag! Ich fühl mich auch schuldig!!!:-))
Da fehlte irgendwie was…aber die Wallnuskerne haben es gerettet!
😉
Liebe Grüße
Stefan
Ich hab sie gestern nachgekocht. Finde, man muss schon ordentlich würzen. Und heute, nach dem Aufwärmen, war sie am besten! Ich finde ja sowieso, dass Kraut (Rotkohl, Sauerkraut…) mit jedem Aufwärmen besser schmeckt.
Liebste Mia,
WOW, das schaut echt abgefahren und gleichzeitig super lecker aus. Ich liebe deinen Blog und schau mir so gerne deine tollen Bilder an. Däumchen hoch!
Liebste Grüße,
Madeleine vom Backstuebchen.
Ich hab noch Nelken und Lorbeerblätter mitgekocht und vor dem Pürieren wieder entfernt. Lecker! 🙂
Hallo. Ich bin gerade durch zufall, oder nennen wir es pinterest, auf deinem Blog gelandet. Die Rotkohlsuppe sieht unglaublich aus! In dieser oder leicht abgewandelter form werde ich die garantiert auch mal ausprobieren. Danke für die tolle idee!
Pinterest ist großartig, da entdecke ich auch immer wieder ganz viel neues! 🙂
Viel Spaß beim Nachkochen und guten Appetit!
Mia