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Reiseroute Kuba – 2 1/2 Wochen auf der karibischen Insel – Teil II

Dies ist die Fortsetzung unserer Reiseroute für 2 1/2 Wochen Kubareise. Den ersten Teil findet ihr hier.

Varadero – 2 Tage/Nächte

Wenn ihr euch die volle Tourismus-Dröhnung antun wollt, dann müsst ihr nach Varadero. Varadero ist eine große Insel und so ziemlich der einzige Ort in Kuba, den wir als wirklich „schrecklich touristisch“ empfunden haben. Hier reiht sich ein großer (und meistens ordentlich in die Jahre gekommener) Hotelkomplex an den nächsten und die Touristen stapeln sich an den weißen Sandstränden.
Wer nicht in den überteuerten Hotels übernachten will, dem kann ich nur raten, so wie wir auf der „anderen“ Seite der Brücke eine Privatunterkunft zu mieten. Sie ist ziemlich sicher sehr viel günstiger und sowohl mit dem Privattaxi, als auch zu Fuß kommt man schnell auf die Insel.

Auf der Insel selbst gab es – jedenfalls für unseren Geschmack – außer Strand nicht viel zu sehen. Es gibt Einkaufsmöglichkeiten für typischen Touri-Kram (Handtücher, Bikinis, Badehosen, T-Shirts, Souvenirs, Hygieneartikel, Getränke, Rum und Zigarren). Wer Lust hat, kann sich ein Ticket für einen der Busse besorgen und damit ein mal die komplette Länge der Insel abfahren, um sich einen umfangreichen Eindruck zu machen. Es kann eine nette Abwechslung sein, aber die Route führt von Hotelkomplex zu Hotelkomplex und die Fahrt ist recht lang.

Wir haben die Zeit in Varadero genutzt, um nach einer ereignisreichen Woche einfach ein bisschen zu entspannen – und das kann man hier sehr gut. Die Strände sind sauber und es finden sich immer ausreichend Gelegenheiten in direkter Nähe, um einen Snack oder einen Drink zu besorgen.
Wichtig: Die meisten Liegen an den Stränden gehören zu einem der Hotelkomplexe in direkter Nähe und die Gäste des Hauses erhalten meistens Armbänder, durch die die „Aufpasser“ an den Stränden erkennen können, wer hier liegen darf und wer nicht. In den meisten Fällen kann man gegen einen kleinen Obolus (unbedingt verhandeln!) eine der Liegen mieten. Ein kleiner Blick auf die Uhr ist hierbei wichtig, denn die meisten Hotels schließen die Liegen pünktlich zum Abendessen zwischen 17 und 18 Uhr weg.

Die Restaurants, die wir in Varadero ausprobiert haben, waren beinahe durchgehend eher… schlecht.
Jens bekam annehmbare Krabben und Fisch serviert, aber wir haben an anderen Orten weitaus besser gegessen, als hier. Legendär ist inzwischen das Bild aus dem Restaurant, in dem ich die Fisch- oder Fleischbeilage nicht weglassen durfte („Kann ich nur die Beilagen haben und den Fisch weglassen?“ – „Nein, das geht nicht!“, „Warum nicht?“, „Weil es nicht auf der Karte steht!“) und deshalb das einzige vegetarische Essen auf der Karte serviert bekam. Eine Tasse „Reis mit nix“. Jens hingegen wurden Krabben mit umfangreichen, wohlgemerkt durchaus vegetarischen –  Beilagen serviert.
Ein kleiner Lichtblick für mich war das „La Fondue – La Casa del Queso Cubano“, in dem wir Käsefondue gegessen haben, das dafür, dass es sich um den typisch kubanischen „Käse“ handelte, wirklich passabel geschmeckt hat.
Außerdem gibt es in Varadero an jeder Ecke frisch frittierte Churros. Sie sind absolut köstlich! Genau so wie die Mojitos. Da die Essenssituation etwas schwierig für mich war, habe ich deshalb einfach 2 Tage Churro- und Mojito-Diät gemacht.

Ich wollte von Varadero unbedingt nach Las Terrazas weiterreisen, doch leider fand sich kein einziges Privattaxi, das uns von Varadero dorthin fahren wollte. Uns wurde angeraten, nach Havanna zurückzureisen um von dort nach Las Terrazas zu kommen, aber man sagte uns direkt, dass es trotzdem schwierig werden kann, ohne Mietauto dort hin zu kommen. Wir entschieden uns deshalb, mit dem Sammeltaxi direkt nach Viñales weiterzureisen.

Viñales 4-5 Tage/Nächte

Wenn ich unsere Reise nach Kuba noch ein mal machen dürfte, aber nur einen einzigen Ort besuchen könnte, dann würde ich Viñales wählen.

Dadurch, dass wir keine Möglichkeit gefunden hatten, nach Las Terrazas zu kommen, kamen wir hier 2 Tage früher als geplant an, was rückblickend wirklich toll war, denn ich für meinen Teil habe die Zeit dort mit Abstand am meisten genossen.
Das Viñales-Tal ist ein wunderschöner Ort mitten in der Natur. Tabak- und Kaffeeplantagen, kleinere Bauernhöfe und eine wunderbare Landschaft Rahmen das kleine Städtchen ein.

In Viñales kann man viel erleben, wenn man denn will. Wir haben zum Beispiel an einem Tag über unsere Privatunterkunft einen Ausritt gebucht.
Ein paar Tipps von jemandem, bei dem nicht alles optimal gelaufen ist: Wenn ihr einen Ausritt machen wollt, braucht ihr vor allem eine lange Hose, an der ihr nicht zu sehr hängt. Da meine einzige lange Hose eine „gute“ Hose war, habe ich mich lieber dafür entschieden, in einer kurzen Hose reiten zu gehen und hatte den Rest des Urlaubs wenig Freude an meinen blutig gescheuerten Oberschenkeln.
Die meisten Ausritte werden nach Zeit abgerechnet. Das wird allerdings nicht immer ganz offen kommuniziert. Euch wird vorher gesagt, wie lange der Ausritt in etwa dauern wird und wie viel ihr dafür bezahlen sollt. Gegen Ende kann es durchaus passieren, dass die Rückkehr künstlich verzögert wird, z.B. mit unnötig vielen Pausen oder dadurch, dass das Tempo auf ein mal künstlich gedrosselt wird (wir lagen z.B. sehr gut in der Zeit und durften auf ein mal partout nicht mehr traben). Wenn dann eine weitere Stunde angebrochen ist, sollt ihr dann für diese bezahlen. Es hilft, vorher genau nachzufragen, ggf. zu kommunizieren, dass man für einen künstlich verlängerten Ausritt nicht bezahlen wird und im Nachhinein auch standhaft zu bleiben.
Außerdem ist es ratsam, das Pferd, auf dem man die nächsten Stunden verbringen soll, noch mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Ich bekam in unserer Gruppe leider ein Pferd, dass sehr dünn war und von dem ich im Nachheinein auch glaube, dass es krank war, denn es schlief beim Laufen buchstäblich ein und hatte starke Verdauungsprobleme. Es tat mir ununterbrochen einfach nur wahnsinnig leid und hat das eigentlich sonst sehr schöne Erlebnis für mich leider ein bisschen getrübt. Ich bin mir sicher, hätte ich darauf bestanden, hätte ich ein anderes Pferd bekommen.
Für 4 Stunden haben wir 35 CUC pro Person gezahlt. Der Preis ist (vorab!) wie immer ein bisschen Verhandlungssache.

Die Routen für die Ausritte sind fast immer dieselben und die Pferde laufen sie wie im Schlaf ab: In der Regel sieht man viel von der wunderschönen Landschaft, vielleicht auch die ein oder andere Berghöhle und besucht mindestens eine Tabakplantage und einen Ort, an dem präsentiert wird, wie Kaffee entsteht. An beiden Orten wird einem selbstverständlich angeboten, etwas zu kaufen, wenn man versichert, dass man wirklich nichts braucht, wird man aber auch nicht zu sehr bedrängt.
Außerdem hält man an kleinen „Oasen“, an denen man Kaltgetränke und/oder frische Kokosnüsse kaufen kann. Die Preise sind in Anbetracht der Monopolstellung für kubanische Verhältnisse eher teuer, aber noch im Rahmen.

Von Viñales aus kann man wunderbar wandern gehen, was wir auch einen ganzen Tag lang getan haben. Feste „Sehenswürdigkeiten“ gibt es dabei eher weniger. Wir sind am Mural De La Prehistoria vorbeigewandert (wir haben keinen Eintritt gezahlt, weil uns der Blick auf das bunte Wandbild von weitem gereicht hat) und haben uns dann auf den Weg zum Mirador und dem Hotel Los Jazmines gemacht, von von wo aus man die schönsten Blicke über das ganze Tag erhaschen kann.
Im Los Jazmines haben wir uns außerdem für ein paar Stunden eine Liege am Pool gemietet und bei ein paar Mojitos und TuCola entspannt, bevor wir uns auf den Rückweg nach Viñales gemacht haben. Das Essen im Hotel ist ok, aber nicht berauschend.

Eins meiner Highlights in Viñales? Fragt nach Dayana und macht einen Salsa-Tanzkurs! Wir haben uns wirklich nicht besonders gut angestellt, aber Dayana hat uns all unsere Hemmungen genommen und wir hatten jeden Abend eine Privat-Tanzstunde und eine wunderbare Zeit mit und bei ihr. Es war ein riesiger Spaß und ich denke immer noch gerne daran zurück.

Und gleich noch ein Highlight hinterher: Von Viñales aus kann man mit dem Taxi Tagesausflüge nach Cayo Jutías machen – wenn ihr mich fragt einer der absolut schönsten Strände Kubas! Wenn man ein bisschen am Strand entlangwandert, kann man hier ganz alleine auf dem schneeweißen Sand am unfassbar türkisen Wasser liegen und einfach die Seele baumeln lassen. Am Stand kann man Snacks, Kokosnüsse und Getränke kaufen. Der Taxifahrer fährt einen morgens hin und nachmittags wieder zurück nach Viñales.

Das beste Essen unserer ganzen Kubareise haben wir in Viñales im „El Olivo“ gegessen. Es war so gut, dass wir zweit Tage hintereinander dort hingegangen sind. Es empfiehlt sich, direkt zur Ladenöffnung dort hinzugehen, weil das Restaurant sehr beliebt ist und keine Reservierungen annimmt. Außerdem haben wir in der „3J Bar de Tapas“ gegessen, auch hier war es sehr gut. Im „Cubar“ gibt es – wie aber fast überall – gute Cocktails. Wer Reis und Bohnen niht mehr sehen kann, kann in Viñales an jeder Ecke auf die typisch kubanische Pizza ausweichen, die man mit der Zeit irgendwie lieben lernt.

In Viñales kann man einen Bus buchen, der einen zum Fähranleger nach Cayo Levisa bringt. Das Ticket sollte mindestens einen Tag im Voraus gekauft werden.

Cayo Levisa – 2-3 Tage/Nächte

Als ich diese Reise geplant habe, wusste ich, dass wir gegen Ende eine Auszeit brauchen werden. Deshalb haben wir uns in weiser Voraussicht ans Ende der Reise einen kurzen Aufenthalt auf Cayo Levisa eingeplant.

Von María del Gorda, etwa 40 km nördlich von Viñales, geht es mit einer – zugegebenermaßen sehr klapprig aussehenden – Fähre direkt auf die Insel.

Leider hatten wir, was den Zeitpunkt betraf, einfach ein bisschen Pech: Als wir ankamen, herrschte gerade Sturmflut. So etwas gibt es in Kuba nur sehr selten zu sehen – die ganze Insel wurde von meterhohen Wellen überspült, die Schirme vom Strand aufs Meer hinausgetragen und eins der Restaurants sogar komplett unter Wasser gesetzt. Ein beeindruckendes Naturspektakel, dass sogar die Kubaner selbst die Kameras zücken lässt! Aber für ein paar Tage am Strand eher etwas kontraproduktiv. Zeitweise fiel sogar der Strom aus und für das erste Abendessen mussten die Gäste einzeln mit Taschenlampen über einen Umweg ins Restaurant geführt und zurück zum Zimmer geführt werden.

Am nächsten Tag begannen die Mitarbeiter sofort, den Urzustand wiederherzustellen und als kleine „Entschädigung“ wurde allen Gästen ein Late Check-Out spendiert. Da die kubanische Gelassenheit schnell überspringt, war es keine große Sache. Am Tag nach der großen Flut legten wir uns deshalb einfach an den wunderschönen Strand, ließen uns Cocktails direkt an die Liege bringen und versuchten, die Zeit so gut wie möglich zu genießen.
Auf der kleinen Insel – sie ist ca. 3 km lang und maximal 200 m breit – gibt es nur ein Hotel, das zwei Restaurants hat. Die Zimmer sind (teuer,) komfortabel und sauber, das Personal ausgesprochen nett. Das Essen ist in Ordnung und die Cocktails sehr gut. Und: nichtsdestotrotz ist Cayo Levisa ein wunderschöner Ort, den dem man wunderbar entspannen kann. Ich bin mir sicher, bei besserem Wetter ist es sogar noch schöner und kann einen kurzen Aufenthalt auf der Insel deshalb trotzdem wärmstens empfehlen.

An der Rezeption im Hotel können Sammel-/Privattaxis für die Abreise organisiert werden. Es lohnt sich sehr, unter den anderen Gästen auf der Insel nach Mitreisenden zu suchen, denn die Fahrt nach Havanna kann sonst schnell teuer werden. Mit dem Sammeltaxi sind wir von María del Gorda für den Rückflug zurück nach Havanna gereist.

Havanna – 1 Nacht vor Abflug

Da die Fähre von Cayo Levisa erst am späteren Nachmittag zurück ans Festland fährt, kamen wir erst mitten in der Nacht in Havanna an. Die Fahrt war abendteuerlich, denn der Oldtimer, der uns zurückbringen sollte, hatte nur einen Scheinwerfer mit Wackelkontakt und es gibt keine Straßenbeleuchtung.
Da wir so spät ankamen, ließen wir uns zum ersten und einzigen Mal von einem Schlepper zu einem freien Casa Particular führen, das verhältnismäßig teuer für seine Ausstattung war. Da wir jedoch am nächsten Tag bereits mit selbigem Schlepper zum Flughafen fuhren, war das nicht weiter schlimm.

Ein letzter Tipp: Für den Aufenthalt am Flughafen lohnt es sich, eine WIFI-Card aufzubewahren oder dort zu erwerben, denn außer Internet gibt es hier nicht viel, um sich die Zeit bis zum Abflug zu vertreiben.

Gute Reise und buen viaje!,
Mia

Über Kuba erschien auf kuechenchaotin.de außerdem:

Allgemeine Tipps und Tricks für eine schöne Reise | Packliste für 2 1/2 Wochen Kuba
Reiseroute für 2 1/2 Wochen Kuba Teil I

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2 Kommentare

  • Antworten
    mela nie
    29. März 2018 at 22:07

    das beilagenfoto, ich lach mich schlapp 😉

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