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24 Stunden in Athen – Sightseeing- und Food-Guide für einen Tag in der Stadt

Dieser Beitrag entstand im Rahmen einer unvergüteten Pressereise mit Discover Greece und enthält Empfehlungen/“Werbung“.

Manchmal kommt es anders, als man denkt. Ende September diesen Jahres war ich vom Tourismusverband Griechenlands zum „Athens Foodfestival“ eingeladen, von dem ich euch heute – obwohl ich in Athen war – leider nicht berichte.
Warum? Mein Kochheld und ich hatten das Glück, eine der sonnigsten Städte Europas an einer Handvoll Tage zu besuchen, an denen ein Unwetter herrschte, das das Festival buchstäblich ins Wasser fallen ließ. Der Medicane „Sorbas“ wütete durch das Land, aufgrund des heftigen Windes und des strömenden Regens mussten unter anderem Schulen geschlossen werden und das Festival wurde vertagt. Aber auch ein Alternativprogramm war durch das Wetter in der Hauptstadt etwas beschwerlich: Wenn der Wind so stark bläst, dass man kaum aufrecht durch die Straßen laufen kann, die vom Regen ohnehin in kleine Flüsse verwandelt wurden, dann überlegt man sich zwei mal, ob man wirklich das trockene und warme Hotelzimmer verlassen möchte. Deshalb haben wir Sightseeing nach dem Salamiprinzip gemacht. Jeden Tag ein bisschen! Und aus dem, was ich dort erlebt habe, habe ich euch ein „24 Stunden in Athen“ zusammengebaut.

Anreise + Unterkunft

Aus Deutschland kommt man am schnellsten und einfachsten per Flugzeug nach Athen. Aegean Airlines bietet beispielsweise mehrere Flüge täglich in die Hauptstadt Griechenlands. Vom Flughafen kostet ein Taxi ins Stadtzentrum tagsüber pauschal 38€.

Wir haben im Hotel „Electra Metropolis“ übernachtet. Das Hotel ist super komfortabel, der Service ausgezeichnet und der Ausblick auf die Akropolis aus der hauseignen Bar(/Restaurant), in der auch das Frühstück serviert wird, ist atemberaubend. Der Preis von ca. 180€/Nacht ist in meinen Augen vollkommen gerechtfertigt – es gibt jedoch auch deutlich günstigere Hotels und schöne AirBnBs in Athen.
(Mitropoleos 15, Athen 10557)

Frühstück: 7 Cactus

Egal, wie gut das Frühstück im Hotel ist – mit dem Frühstück im 7 Cactus kann es für mich keiner aufnehmen. Östlich vom Fuße der Akropolis in einer unscheinbar scheinenden Straße findet man dieses kleine Café/Restaurant, das, zumindest als wir waren, wenige Touristen und dafür umso mehr Einheimische anzieht. Die Frühstückskarte enthält griechische Frühstücksspezialitäten, die nicht jedermann kennt, wie zum Beispiel „Travihtes“ (ein traditionelles Gebäck, das mit lokalem Käse serviert wird) oder „Kagianas“ (ein klassisches, griechisches Omelette mit Tomaten und lokalem Käse), aber natürlich auch Klassiker wie griechischen Joghurt mit Honig und Nüssen oder Spiegeleier.
Auch die Mittagskarte liest sich köstlich. Mit Preisen von 4-8€ für große Frühstücksportionen kann hier niemand meckern.
(Dimitrakopoulou 7 | Koukaki, Athen 11742)

Anafiotika + die Akropolis

Vom 7cactus ist es nur ein Katzensprung nach Anafiotika, einem meiner persönlichen Highlights der Stadt. Direkt am Fuß des Akropolishügels liegt die „Insel in der Stadt“, die einst völlig illegal entstanden ist. Die Einwohner der Insel Anafi (daher auch der Name) haben hier ein kleines Dorf gebaut, das ihrer Heimat in den Kykladen nachempfunden ist. Mitten im hektischen Gewusel ist so eine kleine Oase der Ruhe in weiß-blau entstanden. Die Häuser liegen sehr eng beieinander und man schreitet den Weg zur Akropolis immer weiter nach oben, während man durch sie hindurchschlendert. Die Aussicht ist fantastisch und allein für sie ist es wert, sich den doch etwas anstrengenden Weg hinaufzuschleppen!
Und wenn man schon mal dort oben ist, lohnt sich auch ein Abstecher zur Akropolis, die aus Anafiotika nur wenige hundert Meter entfernt liegt. Kleiner Wink mit dem Zaunpfahl: Natürlich ist dieses alt-ehrwürdige Wahrzeichen der Stadt beeindruckend, aber von weitem sieht die Akropolis schöner aus.

Markthalle und Umgebung

In die Markthalle Athens verirren sich nur wenige Touristen. Das ist auch nicht besonders verwunderlich – denn außer frischen Zutaten gibt es hier nichts zu sehen und kaufen. Dennoch ist die Halle, die in Obst/Gemüse, Fleisch und Fisch-„Abteilungen“ unterteilt ist, mit ihren Spezialitäten für Foodies durchaus interessant. Aber Achtung: Wer einen empfindlichen Magen hat, wird spätestens in der Fischhalle herausgefordert. Die hygienischen Bedingungen sind außerdem schon etwas anders, als bei uns in Deutschland.
Schöner als die Markthalle direkt fand ich das anliegende Viertel, in dem viele kleien Feinkost- und Spezialitätenläden, sowie einige Krämer angesiedelt sind. Etwas durch die die Gassen zu bummeln lohnt sich auf jeden Fall!
(Athinas 42, Athen 999-20)

Mittag: Kostas

Wer macht den besten Souvlaki der Stadt? Darüber scheiden sich die Geister. Fragt man sich durch, landet man bei den Empfehlungen der Locals jedoch immer wieder bei „Kosta“. Der Haken: Es gibt zwei Kostas in der Stadt, die – den Namen und dem irrsinnig winzigen Ladengeschäft mal ausgenommen – nichts miteinander zu tun haben. Die einen behaupten, der eine Kosta mache den besten Souvlaki, die anderen behaupten dasselbe vom anderen Laden. Wir (also Jens) haben uns ganz selbstlos durch das Souvlaki-Angebot Athens gekostet (4x Souvlaki in 2 Tagen!) und sind zu folgendem Ergebnis gekommen: Uns persönlich hat der Souvlaki bei dem Kosta’s (Agia Irinis Square 2 | Monastiraki, Athen 104 31) am Besten geschmeckt und nur hier gab es auch ohne Murren eine vegetarische Variante für mich. Für das perfekte Pita-Brot gibt es von mir eine 1 mit Sternchen!

Kleine Randnotiz: Ganz in der Nähe, nämlich im Krinos gibt es die (angeblich) besten Loukoumades der Stadt, eine Art griechischer Donut, der traditionell mit Honig und Zimt serviert wird.

Das Parlament + National Garden

Mit vollem Magen wird der Weg zum Parlament ein willkommener Verdauungspaziergang. Der kleine, unscheinbare Platz ist ein zentraler Dreh- und Angelpunkt der griechischen Geschichte. Einst war das Parlament Griechenlands nämlich der Palast von König Otto, nach Protestdemonstrationen der Athener auf dem Platz vom Balkon des Gebäudes aus im Jahre 1843, die Umstellung seiner absoluten in eine konstitutionellen Monarchie verkündete. Bis zum heutigen Tage finden Demonstrationen und Proteste in Athen traditionell auf diesem Platz statt oder enden dort – ein Bild das man aus den Nachrichten kennt.
An Otto erinnern bis heute die Uniformen, die er einst für die Wachen entwerfen ließ und in denen seine bayrischen Wurzeln doch merklich durchscheinen. Die Wachen, auf dem Platz vollziehen ein mal pro Stunde eine aufwändige Wachablösung vollziehen, die es sich anzuschauen lohnt. Ansonsten gibt es hier am Platz nicht viel zu sehen, der National Garden – die „grüne Lunge“ Athens – liegt jedoch direkt anbei und lädt zum Spazieren und entspannen ein.
(Leoforos Vassilissis Amalias, Athen 105 63)

Kaffee: Cherchez la Femme

Nur wenige Gehminuten vom Parlament entfernt, liegt das Cherchez la Femme. In dem kleinen, urig eingerichteten Bistro mit viel dunklem Holz und grünem Marmor wird eine ganz besondere Spezialität serviert: Traditioneller, griechischer Kaffee mit Rosenwasser. Bei der traditionellen Zubereitung im „Sandbad“ kann zugesehen werden – ein fest für Foodies wie mich. Der Kaffee mit dem Rosenwasser schmeckt speziell, ich fand ihn aber nicht schlecht. Auf der Karte stehen außerdem unterschiedliche Speisen. Achtung: Die Preise sind für Athener Verhältnisse etwas hoch.
(Mitropoleos Str 46, Athen 10563)

Übrigens: Wem nach dem Kaffee der Sinn nach etwas mehr Kultur steht, der kann nur wenige Meter entfernt einen Abstecher in die Kathedrale von Athen machen.

Mitropolitikon

Eigentlich kein eigener Programmpunkt, aber definitiv eine Hervorhebung wert: Die kleine Konditorei „Mitropolitikon“. Hier gibt es die feinsten süßen Köstlichkeiten, die Griechenland zu bieten hat und vor allem: Die wahrscheinlich beste Baklava der Stadt. Ich würde hier immer wieder einen Abstecher her machen, mir eine kleines buntes Potpourri der Köstlichkeiten zusammenstellen und dann abends auf das Dessert verzichten, um sie zu essen. Auch als Mitbringsel aus Athen für die Zuhausegebliebenen geeignet, wenn es nicht das klassische Souvenir sein soll.
(39 Voulis, Athen 105 57)

Schlendern durch Plaka

Plaka liebt man, oder man hasst es. Das Viertel ist extrem touristisch – Souvenirläden vollgestopft mit Kunst, „Kunst“, Kleidung und Nippes reihen sich hier aneinander. Ich fand es ganz schön, auf dem Weg zum Abendessen ein mal hindurchzuschlendern, würde aber nicht zu viel Zeit dafür einplanen.

Abendessen: Avocado oder Mani Mani

Eigentlich wollte ich zu jeder Mahlzeit nur ein Restaurant empfehlen, aber beim Abendessen muss ich mich geschlagen geben. Ich habe einfach zwei Highlights und kann mich nicht entscheiden! Deshalb zwei Empfehlungen für unterschiedliche Stimmungen und Geschmäcker:

Mein persönliches Highlight war das Mani Mani, das direkt um die Ecke des 7cactus liegt. Es liegt im ersten Stock und der Eingang ist etwas versteckt. Ist man erst mal angekommen, erwartet einen jedoch eine Karte voller sehr moderner Interpretationen der griechischen Küche. Ich hatte einen bombastisch guten Kichererbsensalat mit Granatapfelkernen und Kritharaki mit Pilzen – die griechische Variante von Pasta. Als krönenden Abschluss gab es einen herrlichen, getränkten Orangenkuchen mit einer Kugel Eis, der in Anbetracht der reichlichen Portionen jedoch kaum noch zu schaffen war. Das Essen ist für griechische Verhältnisse wirklich anspruchsvoll, die Preise dafür moderat. Wenn ich nur ein Restaurant in Athen noch mal besuchen würde, wäre es dieses hier.
Achtung: Das Restaurant ist sehr klein und ohne Reservierung bekommt man keinen Tisch.
(Falirou 10 | Acropolis, Athen 11742)

Das Avocado liegt direkt um die Ecke des Electra Metropolis Hotel in einer hippen Nachbarschaft der Stadt. Wer nach vielen (meist doch fleischlastigen) griechischen Klassikern richtig Bock auf gute vegetarisch/vegane Küche hat, der ist hier perfekt aufgehoben. Das Personal ist super freundlich und die Karte ein Gedicht – allerdings ist das Essen nicht besonders regional geprägt, typisch griechische Klassiker gibt es kaum auf der Karte. Neben leckeren Salaten und vielen avocadolastigen Speisen (der Name ist hier Programm), gibt es unter anderem auch Pastagerichte und Burger auf der Karte. Die hausgemachten Säfte sind lecker, die Portionen üppig und die Preise moderat. Außerdem gefiel mir, dass das Nachhaltigkeitskonzept sehr weit gedacht war – während wir ansonsten in Athen mit Plastikmassen überall konfrontiert wurden, sind hier sogar die Strohhalme biologisch abbaubar.
(Nikis 30 | Syntagma, Athen 105 57)

Nachtleben in Koukaki

Ich bin ja nicht gerade als Partyhäschen bekannt, aber wenn man Lust hat, wegzugehen, dann ist der hippe, kleine Stadtteil „Koukaki“ mit seinen kleinen Bars und Lokalen wie gemacht dafür.

Food-Touren

Wer in kurzer Zeit viel Kulinarik von Athen erleben möchte, kann beispielsweise auch eine Food-Tour mti Alternative Athens oder Culinary Backstreets buchen. Oftmals wird man hier natürlich zu sehr touristischen Hotspots geführt, es lohnt sich aber meistens trotzdem, weil es immer auch echte Perlen zu entdecken gibt. Ein paar der Empfehlungen hier sind aus diesen Touren heraus entstanden!

Wart ihr schon mal in Athen? Was fehlt eurer Meinung nach in meiner Liste?

Gute Reise,
Mia

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