Diese Kürbisknödel mit Salbeibutter sind das Ergebnis eines gescheiterten Einkaufs. Eigentlich wollte ich fertige Kürbis-Semmelknödel kaufen, die ich im Großmarkt entdeckt hatte. Aber sie sahen so… farblos aus. So wie andere Frauen Schuhe oder Kleider shoppen gehen, liebe ich es, beim Lebensmitteldealer meines Vertrauens die Zeit zu vergessen. Gebt mir einen Lebensmittelgroßmarkt und einen Tag Zeit und ich verspreche euch, ihr werdet den ganzen Tag nicht von mir hören! Aber beim Bummeln durch die Regale kommen mir manchmal die schönsten Ideen. Oder wie bei dem Rezept heute: Die Idee lag plötzlich einfach so rum und wartete darauf, eingesammelt zu werden. In einem Kühlschrank. In Form von fertigen Kürbisknödeln.
„Oh Gott, guuuuuck mal!“ rufe ich meinem Kochhelden zu und wedele verführerisch mit den einvakuumierten Semmelknödeln. „Was ist das?“, fragt er zurück. „Kürbisknödel!“, rufe ich mich leicht verliebten Unterton. „Sieht man gar nicht.“, sagt er.
Und er hat recht: Da ist wohl schon Kürbis drin, aber die Farbe hat für Kürbisknödel definitiv noch Luft nach oben. Die fertigen Semmelknödel landen also wieder im Kühlschrank und stattdessen wandern in meinen Einkaufswagen ein Kürbis, Knödelbrot, Käse und was ich sonst noch zu brauchen denke, um meine eigenen, viel schöneren Kürbisknödel selbst zu machen.
Dass ich einen wahren Knödel-Fetisch entwickelt habe, dürfte ja seit den Spinatknödeln und den Käse-Laugen-Knödeln kein Geheimnis mehr sein. Beide sind übrigens ein echter Evergreen in meiner Küche geworden und landen bei immer und immer wieder hier auf dem Tisch!
Warum diese Kürbisknödel so gut sind
Der Kürbis wird zuerst im Ofen gebacken, nicht gekocht. Dadurch karamellisiert er leicht und bringt mehr Aroma mit. Gekochter Kürbis wird schnell wässrig – gebackener Kürbis bleibt intensiv.
Die Gewürzmischung macht den Unterschied: Muskat, Ingwer und eine Prise Zimt klingen erstmal ungewöhnlich für herzhafte Knödel. Aber genau diese Kombination bringt den typischen Herbst-Geschmack, ohne dass die Knödel süß schmecken. Wer skeptisch ist (wie eine Leserin aus Tirol): Einfach probieren. Die Kommentare sprechen für sich.
Der Mozzarella im Teig sorgt dafür, dass die Knödel beim Braten in der Salbeibutter eine leicht knusprige Kruste bekommen. Und die gebräunte Butter mit den knusprigen Salbeiblättern – das ist klassisch österreichisch und passt perfekt.

Tipps für perfekte Kürbisknödel
Der Kürbis muss wirklich weich sein. Wenn er noch Biss hat, werden die Knödel ungleichmäßig. Lieber 45 Minuten backen als zu früh rausholen.
Das Wasser darf nicht sprudelnd kochen! Nur simmern, sonst fallen die Knödel auseinander. Wenn sich Blasen bilden, Hitze reduzieren.
Den Teig nicht zu lange kneten. Gerade so vermengen, dass alles verbunden ist. Überarbeiteter Teig wird breiig und die Knödel zu kompakt.
Testknödel machen: Einen kleinen Knödel zuerst ins Wasser geben. Wenn er auseinanderfällt, fehlt Mehl. Wenn er zu fest ist, etwas Milch nachgeben.
Die Ruhezeit ernst nehmen: Das Knödelbrot muss die Flüssigkeit vollständig aufsaugen. Mindestens 30 Minuten, besser 45.
Variationen der Kürbisknödel
Statt Hokkaido funktioniert auch Butternut-Kürbis. Der ist süßer und muss geschält werden, schmeckt aber genauso gut.
Ohne Zimt und Ingwer: Wer die herbstlichen Gewürze skeptisch sieht, kann sie weglassen und nur Muskat verwenden. Schmeckt dann klassischer, aber weniger besonders.
Mit Parmesan statt Mozzarella: Gibt den Knödeln mehr Würze und eine leicht salzige Note. Etwa 30 g geriebenen Parmesan verwenden.
Zur Pilzrahmsauce: Statt Salbeibutter passen die Kürbisknödel auch hervorragend zu einer Pilzsauce oder einem Ragout. Dann die Knödel nicht anbraten, sondern direkt aus dem Wasser zur Sauce servieren.
Vegan: Milch durch Sojamilch ersetzen (Sojamilch hat bindende Eigenschaften!). Eier durch je 1-2 EL Kichererbsenmehl + 1-2 EL Wasser ersetzen. Mozzarella weglassen, dafür mehr Muskat. Salbeibutter durch vegane Butter ersetzen.

Aufbewahren & Aufwärmen
Im Kühlschrank halten sich die gekochten Knödel abgedeckt 2-3 Tage. Vor dem Aufwärmen in Scheiben schneiden und in Butter anbraten – so werden sie außen knusprig und innen bleibt der Kürbis saftig.
Für einen Auflauf: Knödelscheiben in eine Auflaufform schichten, mit Sahne und geriebenem Käse übergießen, im Ofen überbacken. Comfort Food vom Feinsten.
Einfrieren: Die gegarten Knödel einzeln auf einem Blech vorfrieren, dann in einen Gefrierbeutel geben. Halten sich 2-3 Monate. Zum Aufwärmen direkt aus dem Gefrierfach ins simmernde Wasser geben (nicht auftauen!), etwa 10-15 Minuten ziehen lassen.
Kürbisknödel mit Salbeibutter
Kochutensilien
- großer Topf
Zutaten
Für die Semmelknödel
- 1 kleiner Hokkaido-Kürbis ca. 700 g
- 1 TL geschmacksneutrales Öl
- 200 g altbackene Brötchen oder Knödelbrot* ggf glutenfrei
- 170 ml Milch
- 2 Eier Größe L
- 1-2 EL Mehl
- 1 TL Muskatnuss, gemahlen*
- 1 TL Ingwer, gemahlen*
- 1/4-1/2 TL Zimt, gemahlen*
- 50 g geriebener Mozzarella
- Salz + Pfeffer
Für die Salbei-Butter
- 60 g Butter
- ca. 15 kleine Salbeiblätter
Anleitungen
- Den Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Deckel und Boden des Hokkaido-Kürbis abschneiden und den Kürbis halbieren. Das Kerngehäuse mit einem Löffel ausschaben. Den Kürbis dünn mit etwas Öl einpinseln und mit einer Gabel mehrfach in die Schale stechen. Den Kürbis auf der Schnittkante liegend für ca. 30-45 Minuten backen, bis das Fruchtfleisch weich wird. Abkühlen lassen und das Fruchtfleisch inklusive Schale in Würfel/kleine Stücke schneiden.
- Die altbackenen Brötchen in kleine Würfel schneiden bzw. das Knödelbrot in eine große Schüssel geben. Die Milch lauwarm erhitzen und zusammen mit den Kürbiswürfeln zum Knödelbrot hinzugeben. Alles grob vermengen und für mindestens 30 Minuten ruhen lassen.
- Nun die Eier, das Mehl, das Muskatnusspulver, das Ingwerpulver, den Zimt, den Mozzarella und reichlich Salz und etwas Pfeffer hinzugeben und alles mit den Händen schnell vermengen. Die Masse sollte gut durchgemischt sein, aber nicht breiig werden! Dann erneut für 15-30 Minuten ruhen lassen.
- In einem großen Topf reichlich Wasser zum Kochen bringen, leicht salzen und die Hitze so weit reduzieren, dass das Wasser nur noch simmert und nicht mehr sprudelnd kocht.
- Aus dem Knödelteig 10 Knödel formen und vorsichtig in das simmernde Wasser geben. Die Kürbisknödel für ca. 15-20 Minuten im Wasser ziehen lassen und anschließend gut abtropfen lassen.
- In einer großen Pfanne die Butter erhitzen und die Salbeiblätter hinzugeben. Die Knödel in der Butter von allen Seiten goldbraun anbraten und sofort mit den knusprigen Salbeiblättern und der gebräunten Butter übergossen servieren.
- Fertig!
Notizen
Nährwerte
Das könnte dir noch gefallen
Wenn du Knödel liebst wie ich: Die Spinatknödel mit gebräunter Butter sind ein weiterer Favorit aus meiner Knödel-Sammlung.
Für alle, die es käsiger mögen: Käse-Laugen-Knödel – ungewöhnlich, aber unfassbar gut.
Noch mehr Kürbis gefällig? Kürbis Mac and Cheese bringt den Kürbis in cremige Käsenudeln.

Häufige Fragen zu Kürbisknödeln
Welcher Kürbis eignet sich für Kürbisknödel?
Am besten Hokkaido, weil die Schale mitgegessen werden kann und nicht geschält werden muss. Butternut funktioniert auch, muss aber geschält werden. Muskatkürbis ist zu wässrig.
Warum fallen meine Knödel auseinander?
Meistens liegt es am zu stark kochenden Wasser. Das Wasser darf nur simmern, nicht sprudeln. Alternativ: Zu wenig Mehl im Teig. Beim nächsten Mal 1 EL mehr Mehl verwenden.
Kann ich Kürbisknödel vorbereiten?
Ja! Den Teig am Vortag zubereiten und abgedeckt im Kühlschrank lagern. Am nächsten Tag formen und kochen. Oder: Knödel komplett garen, abkühlen lassen und einfrieren.
Kann ich Kürbisknödel einfrieren?
Ja, gegarte Knödel lassen sich gut einfrieren (2-3 Monate). Zum Aufwärmen direkt gefroren ins simmernde Wasser geben, etwa 10-15 Minuten ziehen lassen.
Muss ich Zimt und Ingwer in die Kürbisknödel geben?
Nein, aber ich empfehle es! Die Gewürze geben den Knödeln den typischen Herbst-Geschmack. Wer skeptisch ist: Nur Muskat verwenden, schmeckt dann klassischer.
Welche Sauce passt zu Kürbisknödeln?
Klassisch: Gebräunte Salbeibutter. Aber auch Pilzrahmsauce, Käsesauce oder ein Ragout passen hervorragend. Die Knödel sind vielseitig.
Guten Appetit,
Mirja
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Hallo Mia,
was für ein super Rezept, und die Fotos… ? ich kann deinen Knödel-Fetisch wie du es nennst verstehen, mir sind sie früher nie so wirklich gelungen aber seitdem ich im Urlaub in Südtirol ein paar Tricks gezeigt bekommen habe rolle ich alles was mir unter die Finger kommt in meine Knödel ? mit Kürbis habe ich sie aber auch noch nie versucht, also vielen Dank für die Idee!
Lg Tammy
Du hast so leckere Rezepte. Man könnte den ganzen Tag nur kochen….und essen. Dankeschön für die Mühe. LG Viola
Liebe Mia,
das ist eine wundrervolle Idee und sieht goldig aus. Die Knödel stehen schon auf meinem Herbst-Speiseplan. 🙂
Liebe Mia, ein toller Beitrag (haha in meinen Stadtbummel bin ich meist auch eher in Delikatessengeschäften, Käseladen unterwegs)
Die Knödel sind fantastisch geworden!! Habe Zimt / Ingwer und Mozzarella weglassen und dafür zum Schluss noch einen schönen Bergkäse darüber gerieben ?
Danke fürs Rezept und Liebe Grüsse
Jasmin
Liebe Mia, habe deine Kürbisknödel ausprobiert. Ich bin hin und weg….sooooo gut. Hab sie noch mit gedünsteten Zwiebeln ergänzt…passt auch gut. Und die Zimt, Ingwer und Muskatnote….ein Traum ?.
Ich danke dir für dieses tolle Rezept!
Herzliche Grüße Ellen
omg ! Wie genial sind bitte kürbisknödel ! Vielen Dank für die tolle Idee, Umsetzung und wunderschönen Fotos! Muss ich gleich probieren!!
Liebe Mia, vielen Dank für Dein Rezept. Denkst Du, man die Knödel auch einfrieren?
Danke und liebe Grüße
Sara
Hallo Mia, hab heute deine Kürbisknödel gemacht. Also ich als TIrolerin, war da schon etwas skeptisch wegen des Zimtes oder Ingwers….. aber Hammer😊😋… die Knödel sind sowas von super lecker. Gut, dass ich bei Knödeln immer mehr mache und so konnte ich noch genügend einfrieren, damit ich die nächstes Mal meinen Kindern mitgeben kann…. wenn sie so lange halten und wir sie nicht selber essen🥰🤣.
Danke für das tolle Rezept.
Lg Andrea
Sie sind perfekt! 👌 5 Sterne+++
Vielen Dank für dein Feedback und die Rezept-Bewertung! ❤️
Ich freu mich, dass es dir geschmeckt hat!