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Oh du schönes Rheinland-Pfalz – Wasser und Wein im Lahntal

Dieser Beitrag enthält Werbung für das wunderschöne Bundesland Rheinland-Pfalz
und entstand in Zusammenarbeit mit der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH.

Auf meiner Reise durch das schöne Rheinland-Pfalz durfte ich 3 unterschiedliche Regionen besuchen. Von meinen Erlebnissen an der ersten Station, Rheinhessen, habe ich euch hier bereits berichtet. Heute ist es an der Zeit, weiterzugehen!

Das zweite Ziel der Reise: das malerische Lahntal. Das Gebiet, das, wie der Name schon vermuten lässt, an der Lahn entlang verläuft, ist sehr beliebt bei Aktivurlaubern – Wandern, Radfahren und Kanufahren machen in der schönen Landschaft natürlich besonders viel Spaß.
Als ich das Lahntal besucht habe, habe ich jedoch keine der drei Aktivitäten ausprobiert. Stattdessen bin ich auf die Suche nach zwei besonderen Raritäten gegangen: Wasser – genauer gesagt Heilwasser – und Wein aus dem Lahntal! Warum beides so besonders ist? Das erzähle ich euch jetzt!

Heilwasser aus Bad Ems

Wenn man in das süße Städtchen Bad Ems an der Lahn hineinfährt, fällt es schwer, sich nicht von seinem Charme verzaubern zu lassen.
Dieser Charme kommt nicht von ungefähr. Im 17./18. Jahrhundert galt Ems damals wie heute als einer der berühmtesten Badeorte Deutschlands und wie es sich für einen ordentlichen Badeort gehörte, gibt es hier auch ein anständiges Badehaus und zwar das Fürstlich Oranien-Nassauische.
Am Namen merkt ihr schon: in diesem Ort geht es ziemlich herzoglich daher. 1863 wurde Bad Ems zur Stadt ernannt und drei Jahre später wurde sie von Preußen annektiert. Gerade im 19. Jahrhundert erlebte die Stadt einen großen Aufschwung, denn diverse warme Heilquellen zogen Publikum an.

Diese Quellen, die meiner diplomatischen Meinung nach „sehr interessant“ schmecken, machten den Ort zum „Weltbad“ und Sommerresidenz diverser Monarchen, wie Kaiser Wilhelm I., Zar Nikolaus I. Und Alexander II. Außerdem zog Ems nicht nur Richard Wagner, Victor Hugo und Dostojevski an, es folgten noch weitere bekannte Persönlichkeiten.
Vor allem die Monarchen prägten die Entwicklung der Stadt Ems, die erst 1913 den Zusatz „Bad“ erhielt. Die europäische Bäderkultur hatte herausragende Bedeutung und Einfluß auf das Stadtbild. Es entstanden prächtige Kurbauten, wie das eben angesprochene Kurhaus, welches in Bad Ems nicht zu übersehen ist. Es liegt direkt am Ufer des Flusses Lahn. Das im 18. Jahrhundert gebaute Gebäude, welches heute als „Häckers Grandhotel“ die älteste Brunnenhalle Deutschlands beherbergt, war Treffpunkt der damaligen internationalen Gesellschaft.
Ausgehend vom Kurhaus lässt sich das historische Kurviertel, die vielen Hotelbauten in den Denkmalzonen der Stadt und das auf der anderen Lahnseite liegende Villenviertel erlaufen.

Kommen wir von der einzigartigen Geschichte des heute staatlich anerkannten Heilkurortes zurück zu den aussergewöhnlichen Quellen, die angeblich heilende Kräfte haben sollen. Ich habe mir für Euch die sieben bekanntesten Quellen angeschaut und höchstpersönlich von jeder einen Schluck getrunken. Und das ist kein Zuckerschlecken – das sag ich euch! Die Quellen sind reich an Wirkstoffen, die als heilend gelten und bekanntlich schmeckt Medizin nicht immer besonders gut. Das Wasser schmeckt stark metallisch, was durch die warmen Temperaturen (je nach Quelle zwischen 27° und 57° C) noch verstärkt wird. Je nach Quelle soll das Wasser bei Asthma, Durchfall, schleimlösend sein und aller möglichen anderer Dinge helfen. Das Wasser der Emser Quelle ist sogar so berühmt, es wurde bereits 1802 in Krügen postalisch verschickt. Heute ist das einfacher geworden: man kann überall Emser Salz und Emser Pastillen kaufen.

   

Die von mir besuchten Quellen sind das Emser Kränchen, der Kesselbrunne, der Kaiserbrunnen, die Römerquelle, der Robert-Kampe-Sprudel, der Fürstenbrunnen und die König Wilhelm’s Felsen-Quelle. Die meisten von diesen Quellen sind in der Brunnenhalle zu finden.

Ganz in der Nähe von Bad Ems gibt es aber noch etwas anderes zu trinken. Geschmacklich etwas ganz anderes und auch von der Temperatur her etwas kühler: Wein aus dem Lahntal!

Wein aus dem Lahntal

Während wir uns mit den Heilquellen beschäftigten und mir der Durst nach etwas weniger Gesundem aufkam, überlegte ich nämlich: Habe ich eigentlich je einen Wein aus dem Lahntal getrunken, geschweige denn irgendwo auf einer Karte einen gesehen? Nicht, dass ich wüsste!
Im nächsten Café befragte ich deshalb die Suchmaschine meiner Wahl, wie das mit dem Wein aus dem Lahntal eigentlich ist. Und war überrascht: Im ganzen schönen Lahntal kann man die hauptberuflichen Winzer an einer Hand abzählen. Einen kurzen Anruf später saß ich auch schon im Auto auf dem Weg zu einem dieser Winzer – Norbert Massengeil-Beck vom Weingut Massengeil-Beck.

Der Familienbetrieb aus Obernhof, einem kleinen, ca 400 Seelen-Örtchen an der Lahn erzählt mir in der „Weinschränke in der Borngass'“ von der (Wein-)Geschichte seiner Heimat. Davon, dass früher die Mönche im Lahntal mit dem Weinanbau begangen und bald von Lahnstein bis Limburg Weinberge in Eigenversorgung von den Bewohnern des Lahntals bewirtschaftet wurden. Doch irgendwann kam der Bergbau – ein lukratives Geschäft für die Menschen! Man hatte keine Zeit mehr für die Landwirtschaft. Im Jahr 1976 gab es noch einen fantastischen Jahrgang, danach begannen die Probleme – unter anderem die mit der Generationennachfolge, denn das Wissen über den Anbau von Wein wurde schlichtweg einfach mangels Zeit nicht weitergegeben. Es gab immer weniger Winzer und bis heute werden nur noch ca. 7 Hektar Wein – meist in diesem Gebiet ganz typisch in Terrassierung – angebaut.

Hierdurch erklärt sich auch, warum ich vorher noch nie bewusst einen Wein aus dem Lahntal, also einen „Lahnwein“ getrunken habe: Das Anbaugebiet ist so klein, dass der Wein aus dem Lahntal als Mittelrhein-Wein verkauft wird.

Seit 5-6 Jahren findet jedoch ein Aufschwung statt. Das Lahntal erwacht aus seinem „Dornröschenschlaf“, die Winzer im Lahntal sind stolz auf ihren Wein!
Sie wollen das Anbaugebiet wieder vergrößern, modernisieren ihre Anbautechnik und organisieren Veranstaltungen rund um ihren Wein. Auch für die Generationennachfolge wird gesorgt, so tritt der Sohn von Norbert Massengeil-Beck langsam in seine Fußstapfen und will ebenfalls als Winzer arbeiten. Aktuell arbeitet er an seinem ersten Weißherbst.
Ansonsten werden im Hause Massengeil-Beck vorwiegend Riesling, Rivaner, Spätburgunder und Grauburgunder angebaut, die in der hauseigenen Küche gerne mit regionalen Spezialitäten wie Düppelkuchen, Spundekäs und Schnitzeln gepaart werden.

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Noch ein heißer Tipp von mir: Wer wie wir vom Lahntal an die Mosel reisen möchte und es so richtig schön und lecker haben möchte, der sollte auf jeden Fall das Bellevue Rheinhotel in Boppard als Zwischenstop zur Übernachtung in Betracht ziehen. Das Hotel ist eins der schönsten, die ich kenne und in den hauseigenen Restaurants gibt es Essen, das so fantastisch ist, dass man beinahe schon traurig ist, wenn man nur eine Nacht bleibt.

Wer von euch kennt das Lahntal? Was hat euch dort besonders gut gefallen?

Gute Reise,
Mia

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2 Kommentare

  • Antworten
    Ellen
    2. August 2018 at 08:13

    Liebe Mia,

    danke für den schönen Beitrag. Macht definitiv Lust auf mehr Urlaub in der Heimat (gerade bei den Temperaturen, wo man nun wirklich nirgendwo hinfahren muss)! Ganz besonders schön finde ich übrigens die Fotos – auch märchenhaft.
    An einer Stelle musste ich erst schmunzeln und dann lachen, nämlich bei „Weinschränke in der Borngass’“ – vielleicht Weinschänke 😀

    Sonnige Grüße
    Ellen

  • Antworten
    buntewollsocke
    3. August 2018 at 11:02

    Ich habe meinen Meister in Diez bei Limburg gemacht und außer Limburg habe ich die Orte nur bei der Durchfahrt erlebt – leider. Aber man war halt zum Lernen da und musste immer wieder eilig nach Hause, weil die Arbeit wartete. Den einzigen Ausflug machte ich zum Geysir in Andernach. Aber ich komme wieder und das nächste Mal für Urlaub.

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