Sonntags machen wir es uns gemütlich und starten mit einem echten, ausgedehnten Sonntagsfrühstück in den Tag. Es gibt immer etwas Besonderes – z.B. Pfannkuchen, French Toast, Omelette oder aber selbst gebackene Brötchen.
Gerne greife ich hier auf Rezepte zurück, die eine Übernachtgare im Kühlschrank vorsehen. Der Vorteil ist ganz klar: Nach dem Aufstehen muss man nur den Teig aus dem Kühlschrank holen, Brötchen formen und in den Ofen schieben – fertig!
Manchmal vergesse ich jedoch, am Samstagabend noch einen Teig anzusetzen. Und manchmal bin ich einfach zu faul. Für diese Wochenenden nehme ich gerne dieses Dinkel-Quarkbrötchen Rezept, das ich euch heute hier präsentiere.
Das Rezept für Dinkel-Quark-Brötchen war ehrlich gesagt ein „Zufallstreffer“. Im Hause Kuechenchaotin gab es nur Dinkelmehl und Trockenhefe. Und da Dinkel dazu neigt, beim Backen ein bisschen zu trocken zu werden, habe ich das Dinkelbrötchen-Rezept, das ich gefunden habe, kurzerhand ein bisschen umgestellt und zusätzlichen Quark eingebaut, der die Feuchtigkeit im Teig ein bisschen erhöht.
Das Ergebnis? Ein echter Glückstreffer! Die Brötchen gehen nicht nur fantastisch auf, sie haben auch eine super fluffige Krume, die jedoch nicht trocken wird.
Wenn die Brötchen frisch im Ofen hochgehen, duftet es herrlich!
Am besten schmecken sie direkt aus dem Ofen, wenn sie noch lauwarm sind. Lässt man sie auskühlen, werden sie minimal kompakter und man schmeckt die Hefe ein bisschen stärker heraus, was den Brötchen aber meiner Meinung nach überhaupt nicht schadet.

Warum Quarkbrötchen so besonders sind
Der Quark im Teig macht drei Dinge gleichzeitig:
- Macht die Brötchen saftig. Quark verhindert, dass Dinkelmehl zu trocken wird
- Sorgt für fluffige Krume. Die Milchsäure im Quark lockert den Teig
- Verkürzt die Gehzeit. Durch die Feuchtigkeit geht der Teig schneller auf
Das Ergebnis: Fluffige Sonntagsbrötchen in unter 1 Stunde – vom Teig ansetzen bis zum Backen!
Im Vergleich zu klassischen Hefeteig-Brötchen sparst du 12-18 Stunden Wartezeit.
Der Unterschied: Dinkel statt Weizen
Ich backe diese Brötchen immer mit Dinkelmehl Type 630 statt Weizenmehl – und das aus gutem Grund:
Vorteile von Dinkel:
- Nussiger, vollerer Geschmack
- Höherer Eiweißgehalt als Weizen
- Bekömmlicher für viele Menschen
- Etwas gesünder durch mehr Mineralstoffe
Das Problem mit Dinkel:
Dinkel wird beim Backen schneller trocken als Weizen. Deshalb ist der Quark im Teig so wichtig! Er macht die Brötchen richtig schön saftig.
Kann ich auch Weizenmehl nehmen?
Ja, problemlos! Tausche das Dinkelmehl 1:1 gegen Weizenmehl Type 550 aus. Die Brötchen werden dann etwas heller und neutraler im Geschmack.
Welches Dinkelmehl ist das richtige?
Dinkelmehl Type 630 ist perfekt für diese Brötchen:
- Nicht zu dunkel, nicht zu hell
- Gute Backeigenschaften
- leicht nussiger Geschmack
Andere Dinkel-Typen:
- Type 1050 (Vollkorn): Macht die Brötchen fester und dunkler. Dann ca. 50g mehr Wasser hinzufügen.
- Type 812: Auch gut, etwas kräftiger im Geschmack.
- Dinkelvollkornmehl: Zu schwer für luftige Brötchen, kann ich ausdrücklich nicht empfehlen.

Die besten Tipps für perfekte Quarkbrötchen
Quark auf Zimmertemperatur bringen
Wichtig: Der Quark sollte Zimmertemperatur haben!
Kalter Quark direkt aus dem Kühlschrank bremst die Hefe und verlängert die Gehzeit.
So geht’s schnell:
- Quark 1 Stunde vorher aus dem Kühlschrank nehmen
- Oder für die vergesslichen wie mich: 15 Sekunden (!) bei 300 Watt in der Mikrowelle erwärmen (nicht heiß werden lassen!)
Teig nicht zu lange kneten
3-4 Minuten in der Küchenmaschine reichen!
Zu langes Kneten macht den Teig zäh. Der Teig sollte glatt und geschmeidig sein, aber nicht übertrieben elastisch.
Test: Der Teig klebt leicht an den Fingern, löst sich aber ohne große Sauerei von der Schüssel.
Warmen Platz zum Gehen finden
Der Teig braucht 30 Minuten bei warmer Temperatur (ca. 26-30°C).
Die besten Orte:
- Im ausgeschalteten Backofen mit Licht an
- Auf der Heizung (nicht zu heiß!)
- Neben dem warmen Herd
- Im Sommer: Draußen in der Sonne
Wichtig: Mit feuchtem Tuch abdecken, damit der Teig nicht austrocknet.
Brötchen richtig einschneiden
Der Schnitt oben sorgt dafür, dass die Brötchen beim Backen kontrolliert aufreißen. Und zwar da, wo wir es wollen.
So geht’s:
- Sehr scharfes Messer oder Skalpell verwenden
- Ca. 1 cm tief einschneiden
- ein zügiger Schnitt (nicht „sägen“)
- Am besten: Brot-Lame (professionelles Bäckerwerkzeug, findest du hier (Affiliate Link))
Ohne Schnitt: Die Brötchen reißen unkontrolliert auf und werden unförmig.
Mit Wasser bestreichen für glänzende Kruste
Das Wasser-Bestreichen hat zwei Funktionen:
- Vor dem Backen: Macht die Oberfläche feucht für besseres Aufgehen
- Nach 8 Minuten: Sorgt für glänzende, knusprige Kruste
Pro-Tipp: Sprühflasche mit Wasser verwenden – geht schneller und gleichmäßiger als mit dem Pinsel.
Diese Quarkbrötchen sind die perfekte Lösung für alle, die spontan frische Brötchen backen wollen – OHNE stundenlanges Gehen über Nacht.

Quarkbrötchen aufbewahren & aufbacken
Wie lange halten sich Quarkbrötchen?
Frisch gebacken: Am besten am selben Tag essen
Im Brotkasten: 2-3 Tage haltbar (werden aber trockener)
Im Kühlschrank: Kann ich nicht empfehlen. (Brötchen werden hart)
Einfrieren: Das geht! Frisch gebacken komplett auskühlen lassen, in Gefrierbeutel packen. Haltbar bis zu 3 Monate.
Aber ich sag es euch ganz ehrlich: am Besten schmecken die Dinkel-Quark-Brötchen, solang sie noch warm sind.
Quarkbrötchen wieder knusprig aufbacken
Die beste Methode:
- Brötchen 1 Sekunde unter fließendes Wasser halten (wirklich nur kurz!)
- Bei 220°C Ober-/Unterhitze 5-6 Minuten aufbacken
- Schmecken fast wie frisch!
Aus dem Gefrierfach:
Nicht auftauen! Direkt gefroren 1 Sekunde unter Wasser halten und ca. 8-10 Minuten bei 220°C aufbacken, bis sie wieder knusprig sind .
Wichtig: NICHT in der Mikrowelle aufwärmen – werden matschig!
Schnelle Dinkel-Quark Brötchen mit Hefe
Kochutensilien
Zutaten
- 500 g Dinkelmehl T630
- 10 g Trockenhefe
- 9 g Salz
- 1 Prise Zucker
- 100 g Quark Zimmertemperatur
- 250 g Wasser lauwarm
Anleitungen
- Alle Zutaten mit einer Küchenmaschine 3-4 Minuten zu einem glatten, geschmeidigen Teig verkneten.
- Den Teig an einem warmen Ort ca. 30 Minuten gehen lassen.
- Den Ofen auf 220 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
- Den Teig vorsichtig und ohne zu viel Luft herauszudrücken in 8 Teile teilen und runde, glatte Brötchen daraus formen.
- Die Brötchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen und mit Wasser bestreichen. Mit einem sehr scharfen Messer, Skalpell oder Brot Lahm jedes Brötchen mittig ca. 1 cm tief einschneiden und sofort in den Ofen geben.
- Nach 8 Minuten die Temperatur auf 190 °C herunterregeln und die Brötchen noch ein mal sehr zügig mit Wasser bestreichen. Die Brötchen weitere 8 Minuten fertig backen, bis sie goldbraun sind (16 Minuten Gesamtbackzeit).
- Kurz auskühlen lassen und am Besten noch warm servieren!
Häufige Fragen zu Quarkbrötchen
Kann ich Quarkbrötchen ohne Hefe machen?
Nein, diese Quarkbrötchen brauchen Hefe zum Aufgehen.
Es gibt aber auch Quarkbrötchen-Rezepte mit Backpulver statt Hefe – die sind noch schneller (kein Gehen nötig), werden aber nicht so fluffig.
Alternativen:
- Backpulver-Quarkbrötchen (fertig in 30 Min, aber fester)
- Quark-Öl-Teig-Brötchen (ohne Hefe, aber eher wie Kuchen)
Für richtig luftige, fluffige Brötchen brauchst du Hefe.
Warum gehen meine Quarkbrötchen nicht auf?
Die häufigsten Gründe:
- Hefe zu alt → Verfallsdatum checken, frische Hefe kaufen
- Quark zu kalt → Quark muss Zimmertemperatur haben
- Wasser zu heiß → Über 45°C tötet die Hefe! Lauwarm = handwarm
- Zu kalter Raum → Teig braucht 26-30°C zum Gehen
- Zu wenig Gehzeit → Minimum 30 Minuten, bei kühlem Raum länger
Test: Nach 30 Min sollte der Teig sich sichtbar vergrößert haben (fast verdoppelt).
Kann ich Magerquark nehmen?
Ja, das funktioniert! Du kannst jeden Quark mit Fettstufen zwischen 20-40% nehmen.
Magerquark (0,2% Fett):
Funktioniert, macht die Brötchen aber etwas trockener. Dann 1 EL Öl hinzufügen.
Speisequark (20% Fett):
Perfekt! Standard-Empfehlung.
Sahne-Quark (40% Fett):
Auch gut, macht die Brötchen besonders saftig (aber kalorienreicher).
Wichtig: Es muss immer Quark sein, NICHT Joghurt oder Skyr, da die Konsistenz zu flüssig ist.
Kann ich die Quarkbrötchen einfrieren?
Ja, problemlos!
So geht’s:
- Brötchen frisch backen und komplett auskühlen lassen
- In Gefrierbeutel packen (luftdicht!)
- Bis zu 3 Monate einfrieren
Auftauen & Aufbacken:
- Nicht auftauen lassen!
- Gefrorene Brötchen 1 Sekunde unter Wasser halten
- Bei 220°C Ober-/Unterhitze ca. 8-10 Minuten aufbacken
- Schmecken fast wie frisch!
Pro-Tipp: Ich backe gerne die doppelte Menge backen und friere die Hälfte ein. Das spart Zeit im Alltag!
Wie lange brauchen Quarkbrötchen im Ofen?
Gesamt-Backzeit: 16 Minuten
Aufgeteilt:
- Erste 8 Minuten bei 220°C (Brötchen gehen auf und bekommen Farbe)
- Temperatur auf 190°C reduzieren
- Brötchen mit Wasser bestreichen
- Weitere 8 Minuten fertig backen (goldbraun)
Wichtig: Nach 8 Minuten ZÜGIG mit Wasser bestreichen und den Ofen nicht zu lange offen lassen!
Test: Auf die Unterseite der Brötchen klopfen. Wenn es hohl klingt, sind sie fertig.
Dieses Rezept gefällt dir? Dann schau dir doch mal alle meine Brot und Brötchen Rezepte an
Guten Appetit,
Mirja
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Hi Mirja,
deine Semmeln schauen großartig aus, die kommen auf meine Nachbackliste.
Danke für die Inspiration!
Gruß Birgit
Hallöchen Mirja,
Wir haben heute dein tolles Brötchenrezept ausprobiert und sind sehr begeistert!
ging super schnell und sehr einfach, danke für das Rezept 🙂
Liebe Grüße aus dem Münsterland
Vielen Dank für dieses einfache und dennoch delikate Rezept – ich kann es kaum erwarten, den Duft von frisch gebackenem Brot in meiner Küche zu genießen!