Pasta selber machen ist nicht schwer – du brauchst nur Mehl, Eier und ein bisschen Zeit. Pro Portion: 100g Mehl, 1 Ei, fertig. Kein Hexenwerk, keine Geheimzutaten.
Ich habe ein ganzes Kochbuch über selbstgemachte Pasta geschrieben („Mia liebt Pasta“ (Affiliate Link)) und mache seitdem kaum noch gekaufte Nudeln. Nicht weil ich snobistisch bin, sondern weil selbstgemachte Pasta einfach besser schmeckt. Und das Kneten ist für mich wie Meditation: Hirn aus, Hände an, alles andere vergessen.
In diesem Beitrag findest du mein Grundrezept für Nudelteig, Antworten auf die häufigsten Fragen (welches Mehl, mit oder ohne Ei, wie lange kochen) und meine Tipps, damit deine erste selbstgemachte Pasta gelingt.
Welches Mehl für Pasta?
Theoretisch geht normales Weizenmehl Type 405. Aber es gibt bessere Optionen:
Tipo 00 ist italienisches Pastamehl, sehr fein gemahlen. Ergibt einen geschmeidigen Teig, der sich leicht ausrollen lässt. Meine erste Wahl für klassische Eiernudeln.
Semola di grano duro (Hartweizengrieß) macht die Pasta bissfester und gelblicher. Traditionell für süditalienische Pasta ohne Ei. Kann auch mit Tipo 00 gemischt werden (50:50).
Spätzlemehl/Weizendunst ist in Deutschland leichter zu bekommen als Tipo 00 und funktioniert genauso gut. Mein Tipp für Einsteiger.
Normales Mehl Type 405 geht auch, aber der Teig wird etwas klebriger und die Pasta weniger bissfest.

Pasta mit oder ohne Ei?
Klassische norditalienische Pasta wird mit Ei gemacht. Das Ei macht den Teig geschmeidiger, die Pasta wird goldgelb und hat einen reicheren Geschmack.
Süditalienische Pasta (z.B. Orecchiette) wird traditionell nur aus Hartweizengrieß und Wasser gemacht. Kein Ei, trotzdem gut.
Für vegane Pasta ersetzt du die Eier einfach durch Wasser und einen Schuss Olivenöl. Pro 200g Mehl: 100ml Wasser + 1 EL Öl. Der Teig wird etwas fester, lässt sich aber genauso verarbeiten.
Meine Empfehlung: Für Anfänger ist die Ei-Variante einfacher, weil der Teig geschmeidiger ist und sich leichter ausrollen lässt.
Pasta ohne Maschine – geht das?
Ja, du brauchst keine Nudelmaschine. Ein Nudelholz und ein scharfes Messer reichen.
So geht’s ohne Maschine:
Den Teig in Portionen teilen und mit dem Nudelholz so dünn wie möglich ausrollen. Dabei immer wieder drehen und von der Mitte nach außen rollen. Ziel: 1-2mm Dicke.
Die ausgerollte Teigplatte locker aufrollen und mit einem scharfen Messer in Streifen schneiden. Für Tagliatelle etwa 8mm breit, für Pappardelle 2-3cm.
Die Nudeln auseinanderwickeln, mit Mehl bestäuben und auf einem Küchentuch trocknen lassen.
Für wen lohnt sich eine Maschine? Wenn du regelmäßig Pasta machst, spart sie enorm Zeit. Für Anfänger empfehle ich die Marcato Atlas 150 (Affiliate Link) – günstig, solide, hält ewig.

Wie lange muss frische Pasta kochen?
Frische Pasta braucht deutlich weniger Kochzeit als getrocknete: 2-4 Minuten statt 8-12 Minuten.
Die genaue Zeit hängt ab von:
- Dicke: Dünne Tagliatelle brauchen 2 Minuten, dickere Pappardelle 3-4 Minuten
- Trocknungsgrad: Ganz frische Pasta braucht weniger Zeit als angetrocknete
- Füllung: Gefüllte Pasta wie Ravioli braucht 4-5 Minuten
So erkennst du, dass sie fertig ist: Die Pasta schwimmt an der Oberfläche und hat innen keinen mehligen Kern mehr. Im Zweifel: Probieren!
Wichtig: Frische Pasta niemals in zu wenig Wasser kochen. Großer Topf, viel Salzwasser, dann klebt nichts zusammen.
7 Tipps für perfekte selbstgemachte Pasta
1. Das richtige Mehl
Tipo 00 oder Spätzlemehl sind ideal. Normales Mehl geht auch, aber das Ergebnis ist weniger gut. Für bissfestere Pasta: Hartweizengrieß untermischen.
2. Konsistenz nachjustieren
Eier sind unterschiedlich groß. Klebt der Teig, gibst du Mehl dazu. Bröselt er, kommt ein Teelöffel Wasser dran. Immer in kleinen Mengen nachjustieren.
3. Richtig kneten
Mindestens 5 Minuten, bis der Teig glatt und elastisch ist. Das Kneten aktiviert das Gluten – ohne geht’s nicht. Küchenmaschine funktioniert, Handkneten ist besser.
4. Ruhezeit einhalten
Der Teig muss mindestens 30 Minuten ruhen. In dieser Zeit verbinden sich Mehl und Flüssigkeit optimal. Ich lasse ihn oft morgens ruhen und verarbeite ihn abends.
5. Walzen, falten, wiederholen
Beim ersten Durchgang durch die Nudelmaschine den Teig falten und nochmal durchwalzen. Das macht ihn geschmeidiger. Erst dann Stufe für Stufe dünner walzen.
6. Formen und trocknen
Fertige Nudeln mit Mehl bestäuben und auf einem Küchentuch ablegen. Spaghetti am besten hängend trocknen. Gefüllte Pasta sofort weiterverarbeiten, sonst wird sie brüchig.
7. Kurze Kochzeit
Frische Pasta braucht nur 2-4 Minuten. Viel Salzwasser verwenden, damit nichts zusammenklebt. Fertig, wenn sie an der Oberfläche schwimmt.

Mein Equipment für Pasta
Für Einsteiger: Die Marcato Atlas 150* ist ein Klassiker. Günstig, robust, macht genau das, was sie soll. Damit habe ich angefangen.
Für Vielnutzer: Irgendwann habe ich mir die KitchenAid Pastaaufsätze* gegönnt. Während der Buchproduktion haben sie einen Härtetest bestanden.
Für Ravioli: Dieses Raviolibrett* funktioniert super, wenn es gut bemehlt ist. Und dieses Teigtaschenformer-Set* ist bei mir in Dauerbenutzung.
Ohne Maschine: Geht auch! Ein gutes Nudelholz und ein scharfes Messer reichen für Tagliatelle und Pappardelle.
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Nudelteig Grundrezept – Pasta selber machen
Zutaten
- 200 g Mehl Tipo 00 oder Spätzlemehl
- 2 Eier Größe M
- 1 Prise Salz
Anleitungen
- Das Mehl mit dem Salz in eine große Schüssel geben und in der Mitte eine Mulde formen.
- Die Eier in die Mulde geben.
- Mit einer Gabel die Eier verquirlen und dabei nach und nach das Mehl vom Rand einarbeiten.
- Sobald ein grober Teig entsteht, mit den Händen weiterkneten.
- Den Teig mindestens 5 Minuten kräftig durchkneten, bis er glatt und geschmeidig ist.
- Den Teig in Frischhaltefolie einwickeln.
- Mindestens 30 Minuten bei Zimmertemperatur oder 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
- Den Teig nochmals kurz durchkneten und dann dünn ausrollen.
- Mit der Nudelmaschine oder einem Nudelholz auf die gewünschte Dicke bringen.
- In die gewünschte Form schneiden: Tagliatelle, Spaghetti, Pappardelle oder für Ravioli weiterverarbeiten.
- Frische Pasta in reichlich Salzwasser 2-4 Minuten kochen, bis sie an der Oberfläche schwimmt.
Notizen
Nährwerte
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Lust auf konkrete Rezepte? Hier findest du alle meine Pasta-Rezepte – von One Pot Pasta bis zu gefüllten Tortellini.
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Und schon mal süße Pasta gegessen? Milchnudeln sind für mich eine liebgewonnene Kindheitserinnerung und werden klassisch mit Zucker und Zimt gegessen.

Häufige Fragen zum Pasta selber machen
Kann man Nudelteig vorbereiten?
Ja, der Teig hält sich eingewickelt in Frischhaltefolie bis zu 2 Tage im Kühlschrank. Vor dem Verarbeiten 30 Minuten bei Zimmertemperatur akklimatisieren lassen.
Wie lange hält sich frische Pasta?
Ungekocht: 2 Tage im Kühlschrank, gut bemehlt. Getrocknet (komplett durchgetrocknet): Mehrere Wochen in einem luftdichten Behälter. Einfrieren geht auch – dann direkt aus dem Gefrierfach ins kochende Wasser.
Warum wird mein Nudelteig brüchig?
Zu wenig Flüssigkeit. Einen Teelöffel Wasser unterkneten und schauen, ob er geschmeidiger wird. Manchmal hilft auch längeres Kneten.
Warum klebt mein Nudelteig?
Zu viel Flüssigkeit. Mehr Mehl dazugeben, aber vorsichtig – lieber mehrmals wenig als einmal zu viel.
Welche Nudelmaschine für Anfänger?
Die Marcato Atlas 150 ist ein Klassiker – günstig, robust und für die meisten Pastaformen geeignet. Elektrische Maschinen sind Luxus, aber nicht nötig.
Lohnt sich Pasta selber machen?
Ja! Der Geschmack ist unvergleichlich besser als bei Trockenpasta. Und das Kneten ist echte Meditation. Einmal angefangen, willst du nicht mehr zurück.
Kann ich Pasta ohne Ei machen?
Ja, für vegane Pasta ersetzt du die Eier durch Wasser und Olivenöl. Pro 200g Mehl: 100ml Wasser + 1 EL Öl.
Guten Appetit!
Mirja
P.S. Die Bilder, auf denen ich zu sehen bin, sind für mein neues Buch entstanden von meiner lieben Freundin und Herzensfotografin Ines Dogan.
Mehr Inspiration gesucht? Folge mir auf Instagram @kuechenchaotin oder Pinterest für noch mehr schnelle Rezepte!

Hallo, auch ich liebe selbstgemachte Nudeln, mein Rezept kannst du hier
http://www.meinekochseite.de/index.php?topic=764.msg1032#msg1032 nachlesen
Liebe Grüße
Ich kann Dir nur voll und ganz zustimmen – selbstgemachte Pasta ist einfach klasse! Und gerade bei Eiernudeln weiß man dann auch ganz sicher, daß keine dubiosen Käfigeier darin sind 🙂
Gruß scrapkat
Das sieht echt gut aus. Ich würde auch gerne mal Nudelteig selber machen, aber unter der Woche fehlt mir da einfach die Zeit zu, weshalb ich meiner Familie immer Essen auf Rädern kommen lasse. Vielleicht finde ich bald mal am Wochenende Zeit dein Rezept auszuprobieren.
Liebe Grüße
Hi Mia !
Wir haben dein Buch über Pasta gelesen und müssen dich loben. Wirklich super erklärt.. Wir betreiben auch eine Website über Nudelmaschinen und beschäftigen uns schon länger damit über das Nudeln selber machen etc.
LG
Gratuliere! Gute Tipps und schön dargestellt. Ich habe dein Buch auch gekauft und nutze es immer wieder. Onlinerezepte sind zwar gut, aber beim Kochen ein Buch aufzuschlagen und das Rezept daraus zu lesen ist halt doch noch um einiges besser.
LG