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#tastystuttgart – auf den Spuren des Spitzkohls in Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen

Dieser Beitrag entstand im Rahmen einer Kooperation mit Stuttgart Tourismus (Regio Stuttgart Marketing- und Tourismus GmbH) und enthält Werbung für #tastystuttgart.

Was denkt ihr, wenn ich euch erzähle, dass das schönste Urlaubsgebiet eventuell direkt vor eurer Nase liegt, wenn ihr nur genau genug hinschaut? Ich trete mit meiner Wahlheimat Baden-Württemberg – genauer gesagt der Region Stuttgart – ab heute den Beweis an. In Zusammenarbeit mit Stuttgart Tourismus besuchen mein Kochheld und ich insgesamt 16 Gemeinden in unserer Umgebung. Wir erkunden, was es zu erkunden gibt und futtern uns ein Mal quer durch die kulinarische Landschaft. Ihr werdet mir sicherlich glauben, dass ich mir schlimmere Wege vorstellen kann, meine Zeit zu verbringen!

Auf unserer Reise im Auftrag von #tastystuttgart waren die beiden letzten Stationen Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen, wo ich mich auf die Spuren des Spitzkrauts begeben habe. Was ich dort erlebt habe? Das erfahrt ihr jetzt:

Filderstadt

Filderstadt ist noch jung – erst im Jahr 1975 wurden die Gemeinden Bernhausen, Bonlanden, Harthausen, Plattenhardt und Sielmingen im Rahmen der Gemeindereform zur großen Kreisstadt Filderstadt zusammengeschlossen. Heute ist die Stadt mit ca. 46.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt im Landkreis Esslingen. Durch den Zusammenschluss der vielen Gemeinden erstreckt sich Filderstadt heute über eine große Fläche, deren Landschaftsbild von Feldern geprägt ist. Das ist auch der Grund für den Namen: „Filder“ ist ein altes Wort für „Felder“.
Lange Zeit war Filderstadt vor allem für das bekannt, wegen dem ich auch hergekommen bin: Filderkraut. Die Filder galt lange Zeit als die „Vorratskammer“ der Residenzstadt Stuttgart. Doch tatsächlich wagt die Stadt mit ihren Ortsteilen heute immer wieder den Spagat zwischen ländlicher Tradition und Moderne. Sie möchte mehr sein, als Kraut und Flughafen! Wer etwas anderes sehen möchte, als Felder und Flugzeuge, kann es sich deshalb z.B. im Fildorado Erlebnisbad gutgehen lassen oder in der Filharmoni eine der zahlreichen Veranstaltungen besuchen.
(Mehr Infos zu Filderstadt auf: https://www.filderstadt.de/)

Zu Besuch auf dem Köllerhof

Mein Tag in Filderstadt startet auf dem Köllerhof von Beate und Dieter Weinmann in Filderstadt-Bernhausen. Er ist einer der ca. 40 Vollerwerbsbetriebe, die die ca. 30 Hektar Spitzkohlfelder in Filderstadt bewirtschaften.
Dieter Weinmann erzählt mit Leidenschaft von seinem Betrieb. „Man muss Idealist sein“, sagt er jedoch ganz ehrlich und ich glaube ihm, dass er einer ist. Bereits in dritter Generation baut seine Familie das Filderkraut an. Dabei ist wahnsinnig viel Handarbeit vonnöten, wie Dieter Weinmann mir berichtet: Im Herbst werden besonders schöne Pflanzen mitsamt Wurzel ausgegraben und über den Winter gelagert. Diese Pflanzen werden im März wieder eingepflanzt, um das Saatgut und neue Pflanzen aus ihnen zu ziehen. Die Pflanzen werden Mitte Mai ausgepflanzt und einer neuer Zyklus beginnt.


Erntezeit ist ungefähr von Oktober bis Dezember. Da mein Besuch genau in diesen Zeitraum geht, darf ich mich auch selbst ein mal auf dem Feld versuchen. Denn was ich auch nicht wusste: Spitzkraut muss komplett von Hand geerntet werden, da es sehr druckempfindlich ist.
Der Köllerhof baut sowohl besonders große Spitzkohlköpfe für den Industriegebrauch, als auch „kleine“ Köpfe für den Endverbraucher an. Klein ist dabei wirklich relativ – so einen Spitzkohl muss man erst mal verarbeiten!
Apropos verarbeiten: Filder-Spitzkraut dient zur Herstellung gesunden und besonders zarten Sauerkraut oder wird als Rohkostsalat gegessen. Der Kohl ist im Vergleich zu runden Weißkohlköpfen besonders zart, enthält viel Vitamin C sowie große Mengen an Eisen und Magnesium.

Hinter den Kulissen in der Sauerkrautfabrik Schlecht

Wie genau das mit dem Sauerkraut funktioniert, darf ich mir bei meiner nächsten Station in Filderstadt ansehen. Zwei Sauerkrautfabriken gibt es hier noch (zum Vergleich: 1970 waren es noch 15!) direkt vor Ort. Fast direkt um die Ecke vom Köllerhof liegt die Sauerkrautfabrik Schlecht, in der Chef Armin Schlecht, der hier in 4. Generation im Familienbetrieb Spitzkraut unter anderem unter der Eigenmarke „Spitzbüble“ mit dem Motto „Aus Tradition. Einfach Spitze!“ herstellt, uns begrüßt.

Auch in der Verarbeitung ist weiter viel Handarbeit angesagt: Durch die spezielle Form des Kohls und den Strunk, der hart wie Holz ist, kann dieser nicht vollständig maschinell verarbeitet werden. Mit einer Maschine wird der Strunk grob herausgebohrt und anschließend von zwei Verarbeitern noch ein mal nachgearbeitet, bevor er fein gehobelt werden kann.
Der Mehraufwand ist es jedoch wert, denn die Vorteile des Spitzkohls liegen auf der Hand, wie mir Armin Schlecht erklärt: Insgesamt enthält der Spitzkohl mehr natürlichen Fruchtzucker, der bei der Verarbeitung zu Sauerkraut zu einem feineren Aroma führt. Außerdem sind die Blätter dünner und zarter, wodurch das Sauerkraut ein anderes Mundgefühl erzeugt, als jenes aus Rundkohl.

Etwa 10.000 Tonnen Rohware werden hier jedes Jahr entstrunkt, gehobelt, gesalzen und anschließend für 7-14 Tage mit einer Wasserblase beschwert in kleinen „Becken“ gelagert. Sauerkraut ist vergärter Spitzkohl und vergären bedeutet genau genommen nichts anderes, als „kontrolliert vergammeln“. Deshalb braucht die Herstellung des Sauerkrauts tatsächlich nur Kraut, Salz und etwas Zeit. Und Herzblut! Wer ein mal so wie ich Armin Schlecht und seinen Sohn dabei beobachten konnte, wie sie das gehobelte Filderkraut direkt vom Band naschen und die Euphorie bei der Verkostung des frischen Sauerkrauts erlebt hat, weiß, dass es von letzterem hier sicher nichrt fehlt.
Sobald das Sauerkraut optimal vergoren ist, wird es abgefüllt und entweder als „Rohsauerkraut“ mit kürzerer Haltbarkeit oder pasteurisiert und in Konservendosen abgefüllt im süddeutschen Raum vertrieben.
(Mehr Infos zur Sauerkrautfabrik Schlecht auf: filder-spitzbüble.de.

Leinfelden-Echterdingen

Meine nächste Station ist Leinfelden-Echterdingen. Leinfelden-Echterdingen und Filderstadt mögen es nicht, wenn sie ständig miteinander verglichen werden. Deswegen sage ich jetzt mal zur Sicherheit: Hier gibt es auch Kraut. Aber es ist alles ganz, ganz anders! Denn anstatt uns dem Anbau des Filderkrauts zu widmen geht es jetzt um den Verzehr. Im großen Stil! Aber dazu weiter unten mehr.

Leinfelden-Echterdingen selbst ist ebenfalls recht jung, denn auch diese Stadt ist erst 1975 im Rahmen der Gemeindereform neu gebildet worden. Heute hat sie mehr als 40.000 Einwohner und ist damit die fünftgrößte Stadt im Landkreis Esslingen. Die Lage von Leinfelden-Echterdingen ist super idyllisch, denn die Stadt liegt eingerahmt von Feldern, Wald und Streuobstwiesen.
Fast zwei Drittel der Markungsfläche sind Waldgebiete oder werden landwirtschaftlich genutzt – einleuchtend, dass sich Leinfelden-Echterdingen als grüne Alternative zur Großstadt präsentiert.
Aber ich bin dieses Mal nicht hier, um mit in meinen gelben Gummistiefeln auf Feldern herumzuhüpfen! Stattdessen habe ich Turnschuhe an, als ich mich auf dem Weg zum berühmt-berüchtigen Filderkrautfest mache. Den Teil mit dem berühmt-berüchtigt meine ich dabei übrigens vollkommen ernst, denn in meinen 4 Jahren im Großraum Stuttgart wurde mir als Foodie immer wieder empfohlen, dort mal hinzugehen.
(Mehr Infos zu Leinfelden-Echterdingen auf: https://www.leinfelden-echterdingen.de)

Filderkrautfest

Jedes Jahr am dritten Oktoberwochenende ist der Spitzkrautkopf der Star, wenn Leinfelden-Echterdingen zum traditionellen Filderkrautfest, Deutschlands größter Krautfesthocketse, einlädt. Jahr für Jahr gibt es hier allerlei Köstlichkeiten mit Spitzkraut und es werden Krautköpfe gehobelt, bis der neue Krauthobelweltmeister gekürt ist. Die Krautköpfe werden geschätzt und gewogen, geschmückt und in sportlichen Stafetten durch die Krautfestmeile getragen und bei allen offiziellen Anlässen ist das Krautkönigspaar selbstverständlich immer dabei. In diesem Jahr bin auch ich zum ersten Mal eine der 40.000 Festbesucherinnen, die sich in das einzigartige Krautspektakel stürzen.

Neben dem bereits genannten Krautwetthobeln, bei dem die Krauthobelweltmeisterin und der Krauthobelwettmeister gekürt werden, gibt es viele weitere Highlights. Aber besonders erwähnenswert finde ich natürlich die vielen Leckereien!
Wenn man so über das Filderkrautfest schlendert, stellt man schnell fest, dass sich vor einem Stand ganz besonders viele Menschen anstellen: Am Deien-Stand der Landfrauen aus Leinenfelden-Echterdingen. Hier gibt es neben Kraut- und Zwiebelkuchen schwäbische Deien, denen ihr Ruf vorauseilt. Die dünnen Teigfladen werden hinter der Hütte direkt im historischen Backhaus angerührt, geknetet, belegt und gebacken. Ich durfte kurz hinter die Kulissen schauen und kann euch sagen: Da ist genau so viel los, wie vorn am Verkaufsstand! Ich habe glücklicherweise auch eine Schnittlauch-Deie ergattern und genießen können.

Doch auch ansonsten geht es auf dem Filderkrautfest sehr kulinarisch zu. Neben alten bekannten wie Krautschupfnudeln gibt es viele andere Gerichte rund im die spitzen Kohlköpfe: Spitzkrautflammkuchen, Kraut und Kasseler und Krautbrot sind nur einige wenige der Köstlichkeiten, die ich entdeckt habe. Besonders gefreut hat mich übrigens, dass ich einen Stand mit vegetarischen Schupfnudeln mit Kraut gefunden habe. Der Klassiker wird nämlich mich Speck zubereitet. Für mich ging es nach einem ereignisreichen Tag satt zurück nach Hause. Das war sicherlich nicht mein letzter Besuch auf dem Filderkrautfest!

Alles Liebe,
Mia

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