Mein erstes Aufeinandertreffen mit Pesto Pasta liegt schon relativ lange zurück. Bei einem Familientreffen (ich nenne keine Namen oder Verwandtschaftsgrade!), gab es selbstgemachtes Pesto. Ich will nicht weiter drauf eingehen, deshalb nur soviel dazu: Es war SEHR bitter und danach gab es SEHR lange kein Pesto mehr für mich.
Nun ja. Viele, viele Jahre später fanden meine grüne Lieblingspaste und ich dann doch zueinander und ich wurde zum echten Pesto-Freak. Und mein damaliger Freund dachte wohl lange Zeit tatsächlich, „Spaghetti mit Ba***la-Pesto“ sei das einzige Gericht, das ich „kochen“ kann.
Aufgrund des Pesto-Traumas meiner Kindheit, habe ich mich lange Zeit nicht getraut, es selbst zu machen. Aber echtes Pesto (mit Parmesan und Pinienkernen), das auch wirklich schmeckt, im Supermarkt zu finden, ist gar nicht so einfach, denn entweder man findet gar keins, so rein geschmackklich, oder es ist aus einer kleinen, süßen Manufaktur und ein Glas ist direkt unbezahlbar.
Dabei ist es so einfach, Pesto selber zu machen! Ein ganz schnelles und einfaches Rezept und den Tipp, wie ihr vermeiden könnt, dass es bitter wird und ihr auch ein Pesto-Trauma erleiden müsst, habe ich hier für euch:
Was macht gutes Pesto aus?
Gutes Pesto ist:
- Leuchtend grün (nicht braun!)
- Nicht bitter
- Intensiv nach Basilikum duftend
- Cremig durch Olivenöl
- Würzig durch Parmesan und Pinienkerne
Der häufigste Fehler: Alles auf einmal in den Mixer und dann kräftig pürieren. Dann wird es bitter! Das Olivenöl muss langsam beim Pürieren dazugegeben werden und darf nicht zu lange mitgemixt werden.

Welche Zutaten brauche ich für Pesto?
Basilikum – je frischer, desto besser
80 g frischer Basilikum = 1 großer Topf oder 2 Bund.
Nimm nur die Blätter, keine Stiele! Die Stiele sind bitter. Basilikum vor dem Verarbeiten waschen und trocken tupfen.
Achtung: Getrockneter Basilikum funktioniert nicht für Pesto.
Pinienkerne vs. andere Nüsse
Klassisch: Pinienkerne (2 EL).
Ja, sie sind teuer, aber der Geschmack ist unvergleichlich. Alternativen sind Cashews oder Sonnenblumenkerne – schmeckt dann aber anders.
Tipp: Pinienkerne ohne Fett in der Pfanne kurz anrösten (noch aromatischer!).
Parmesan – bitte frisch reiben!
2 EL frisch geriebener Parmesan.
Bitte nehmt NICHT den fertigen aus der Tüte! Der schmeckt nach Pappe. Echten Parmesan am Stück kaufen und selbst reiben. Ihr werdet es nicht bereuen!
Vegan? Hefeflocken statt Parmesan (2-3 EL).
Olivenöl – die Basis
200 ml gutes Olivenöl = die halbe Miete!
Nimm ein Olivenöl, das dir pur schmeckt. Billiges Öl macht billiges Pesto. Extra natives Olivenöl ist Pflicht.

Pesto richtig zubereiten – so wird es nicht bitter
DAS GEHEIMNIS: Olivenöl LANGSAM beim Pürieren dazugeben!
So geht’s:
- Basilikum, Knoblauch, Pinienkerne und Salz mit 2-3 EL Olivenöl pürieren
- Mixer auf niedriger Stufe laufen lassen
- Restliches Olivenöl in dünnem Strahl langsam dazugießen
- Nicht zu lange mixen (sonst wird es warm → bitter!)
- Parmesan zum Schluss mit einem Löffel unterrühren (nicht mixen!)
Wenn es trotzdem bitter wird:
- Zu lange gemixt → wird warm → wird bitter
- Basilikum-Stiele mitverwendet
- Minderwertiges Olivenöl
Welche Pasta passt zu Pesto?
Klassisch: Spaghetti oder Linguine.
Andere gute Optionen:
- Trofie (original ligurisch!)
- Penne
- Fusilli (Pesto bleibt in den Spiralen hängen!)
- Orecchiette
Wichtig: Etwas Nudelwasser zum Pesto geben (2-3 EL), dann verbindet es sich besser mit der Pasta!
Pesto aufbewahren & haltbar machen
Wie lange hält sich selbstgemachtes Pesto?
Im Kühlschrank: 5-7 Tage im Schraubglas.
Wichtig: Mit Olivenöl bedecken! Eine Schicht Öl obendrauf schützt vor Oxidation (sonst wird es braun).
Tipp: Kleine Gläser verwenden und mit Olivenöl auffüllen.
Kann man Pesto Pasta einfrieren?
Ja! Pesto OHNE Parmesan und Pasta einfrieren.
In Eiswürfelformen portionsweise einfrieren. Dann hast du immer Pesto griffbereit. Parmesan erst nach dem Auftauen unterrühren.
Haltbarkeit: 3-6 Monate im Gefrierschrank, danach lässt der Geschmack rapide nach.

Variationen von Pesto Pasta
Aus diesem Grundrezept kannst du viele Varianten machen:
- Rucola-Pesto: Basilikum durch Rucola ersetzen (schärfer!)
- Walnuss-Pesto: Pinienkerne durch Walnüsse (nussiger)
- Bärlauch-Pesto: Im Frühling Basilikum durch Bärlauch (saisonal!)
- Petersilien-Pesto: Basilikum durch glatte Petersilie (günstiger!)
- Pesto Rosso: Mit getrockneten Tomaten (rot statt grün)
Pesto selber machen – grünes Pesto
Zutaten
- 80 g frischer Basilikum
- 2 EL Pinienkerne
- 1 Knoblauchzehe
- 1/2 TL Salz oder mehr nach Geschmack
- 200 ml Olivenöl*
- 2 EL Parmesan frisch gerieben
Anleitungen
- Den Basilikum und die Knoblauchzehe fein hacken, und mit den Pinienkernen, dem Salz und etwas Olivenöl pürieren.
- Das Olivenöl nun nach und nach beim pürieren dazugeben (so wird es nicht bitter) und am Ende den Parmesan unterrühren.
- Z.B. mit frischer Pasta servieren.
Notizen
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- [Pasta mit Süßkartoffel-Soße] – eins der beliebtesten Rezepte auf meinem Blog. Super cremig und dabei herrlich leicht!
- [Zitronen-Pasta] – eins meiner liebsten Rezepte für den Frühling: Spaghetti treffen auf eine cremige Zitronensauce. One Pot Style!
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Häufige Fragen zu Pesto Pasta
Warum wird mein Pesto bitter?
Drei Hauptgründe:
- Zu lange gemixt: Mixer wird warm → Pesto wird bitter
- Olivenöl zu schnell dazugegeben: Muss langsam rein!
- Basilikum-Stiele verwendet: Nur Blätter nehmen!
Lösung: Öl langsam dazugeben, nur kurz mixen, nur Blätter verwenden.
Kann ich Pesto ohne Pinienkerne machen?
Ja! Alternativen:
- Cashewkerne (mild, cremig)
- Walnüsse (nussig, kräftig)
- Sonnenblumenkerne (günstig, neutral)
- Mandeln (süßlich)
Geschmack ist anders, aber funktioniert. Pinienkerne sind halt klassisch.
Wie viel Pesto brauche ich für Pasta?
Pro Person: ca. 2-3 EL Pesto für 100 g Pasta.
Dieses Rezept (1 Glas) reicht für 2-3 Personen.
Tipp: Lieber zu viel als zu wenig! Überschuss hält sich 1 Woche im Kühlschrank.
Kann man Pesto vegan machen?
Ja! Parmesan durch Hefeflocken ersetzen.
2-3 EL Hefeflocken statt 2 EL Parmesan. Schmeckt leicht käsig, ähnlich wie Parmesan.
Oder: Komplett ohne „Käse“ – schmeckt dann intensiver nach Basilikum.
Muss ich Pesto kochen?
NEIN! Pesto wird NICHT gekocht!
Das ist wichtig: Pesto roh auf die heißen Nudeln geben. Wenn du es kochst, wird es braun und verliert Geschmack.
So geht’s: Nudeln kochen, abgießen (Nudelwasser aufheben!), Pesto unterrühren, 2-3 EL Nudelwasser dazu. Fertig!
Warum ist mein Pesto nicht grün?
Oxidation = Pesto wird braun/grau.
Gründe:
- Zu lange gemixt (Hitze)
- Zu lange stehen gelassen
- Nicht mit Öl bedeckt im Kühlschrank
Tipp: Zitronensaft (1 TL) ins Pesto → bleibt länger grün! Oder: Mit Olivenöl bedecken.
Guten Appetit,
Mirja