Manche Rezepte sind so einfach, dass man sich fast schämt, sie aufzuschreiben. Diese Tomatentarte gehört dazu. Blätterteig ausrollen, Tomaten drauf, Parmesan und Rosmarin drüber, ab in den Ofen – nach 30 Minuten steht ein Essen auf dem Tisch, das aussieht, als hätte man richtig Aufwand betrieben. Hat man aber nicht.
Das Geheimnis sind die Tomaten. Im Sommer, wenn sie auf dem Markt in allen Farben und Größen rumliegen und nach Sonne riechen, ist diese Tomatentarte ein absolutes No-Brainer-Rezept. Im Winter mit den blassen Supermarkt-Tomaten? Lieber lassen. Für gute Tomaten lohnt sich die Tarte aber jedes Mal.
Dazu ein Salat und ein Glas Wein – fertig ist das unkomplizierteste Sommerabendessen, das ich kenne.
Warum diese Tomatentarte so gut funktioniert
Der fertige Blätterteig ist hier kein fauler Kompromiss, sondern genau richtig. Er wird blättrig-knusprig, bildet einen schönen goldbraunen Rahmen und lässt die Tomaten in den Mittelpunkt rücken. Kein Mürbeteig-Drama, kein Vorbacken, keine zusätzliche Füllung – die Tomaten selbst sind der Star.
Die Kombination aus Parmesan, Knoblauch und Rosmarin ist bewusst italienisch gehalten. Die meisten Tomatentarte-Rezepte setzen auf die französische Variante mit Senf und Crème fraîche – auch lecker, aber diese Version hier ist schlanker und lässt den Tomatengeschmack stärker durchkommen.
Und das Olivenöl nicht vergessen: Es verbindet sich beim Backen mit dem Tomatensaft und bildet auf dem Blätterteig eine Art aromatische Glasur. Klingt hochtrabend, ist aber einfach nur lecker.

Tipps für die perfekte Tomatentarte
Tomaten vorher salzen und abtropfen lassen. Das ist der Unterschied zwischen einer knusprigen und einer matschigen Tarte. Tomatenscheiben 10 Minuten auf Küchenpapier legen und leicht salzen – das zieht Wasser und verhindert, dass der Blätterteig durchweicht.
Aromatische Tomaten verwenden. Im Sommer auf dem Markt zugreifen – die Tarte lebt vom Tomatengeschmack. Fleischtomaten haben weniger Wasser und mehr Fruchtfleisch. Bunte Tomaten verschiedener Größen sehen außerdem toll aus.
Den Rand mit Eigelb bestreichen. Das ist kein Muss, aber es gibt dem Blätterteig eine wunderschöne goldbraune Farbe und extra Knusprigkeit. Lohnt sich für die 30 Sekunden Aufwand.
Nicht zu dick belegen. Die Tomaten sollen den Teig in einer Schicht bedecken, nicht stapeln. Zu viel Belag = zu viel Feuchtigkeit = matschiger Boden.
Backblech unten im Ofen platzieren. So wird der Boden von unten richtig knusprig, während die Tomaten oben sanft garen.
Variationen der Tomatentarte
Französisch mit Senf: Vor den Tomaten eine dünne Schicht Dijon-Senf auf den Blätterteig streichen. Das gibt eine würzige Basis, die perfekt zur Tomatensüße passt. Statt Parmesan dann Gruyère nehmen.
Mit Ricotta und Pesto: Ricotta auf dem Blätterteig verteilen, Tomaten drauf, nach dem Backen Kleckse Pesto drüber. Sommerlicher geht’s kaum.
Mit Ziegenkäse und Honig: Ziegenkäse zerbröseln, über die Tomaten verteilen, nach dem Backen mit Honig beträufeln. Süß-salzig-herzhaft – großartig für Gäste.
Als Tarte Tatin: Tomaten zuerst in Butter und Zucker karamellisieren, Blätterteig drauflegen, backen, stürzen. Aufwendiger, aber ein Hingucker.
Mit Filoteig statt Blätterteig: Für eine leichtere Version Filoteig-Blätter mit Olivenöl bestreichen und schichten. Wird knuspriger und weniger butterig. Mein Rezept für bunte Tomatentarte funktioniert genau so.
Aufbewahren & Aufwärmen
Die Tomatentarte schmeckt warm und bei Zimmertemperatur gleichermaßen gut – perfekt für Buffets, Picknicks oder zum Mitnehmen. Im Kühlschrank hält sie sich 1-2 Tage. Zum Aufwärmen bei 180°C für 10 Minuten in den Ofen, dann wird der Blätterteig wieder knusprig. Mikrowelle macht ihn leider pappig.
Einfrieren würde ich die Tarte nicht empfehlen – die Tomaten werden beim Auftauen matschig und der Blätterteig weich.
Tomatentarte mit Blätterteig – schnell und einfach
Zutaten
- 1 Rolle Blätterteig aus dem Kühlregal
- 6-8 aromatische Tomaten mittelgroß
- 40 g Parmesan frisch gerieben
- 7 EL Olivenöl*
- 3 Knoblauchzehen
- 2 Zweige frischer Rosmarin
- 1 Eigelb
- Salz und Pfeffer
- Optional: FLeur de Sel zum Bestreuen
Anleitungen
- Den Backofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen.
- Den Blätterteig nach Packungsanweisung auftauen und die beiden Platten nebeneinander auf eine bemehlte Arbeitsfläche legen. Zusammen rechteckig ausrollen, sodass der Teig fast ein ganzes Backblech bedeckt.
- Am Rand jeweils einen ca. 2 cm breiten Streifen abschneiden und diese als erhöhten Rand auf die Teigkanten legen – so entsteht eine Art Rahmen. Den Rand mit dem verquirlten Eigelb bestreichen.
- Die Tomaten in ca. 5 mm dicke Scheiben schneiden und gleichmäßig auf dem Teig verteilen.
- Die Knoblauchzehen fein hacken und zusammen mit dem Olivenöl und den Rosmarinnadeln über die Tomaten verteilen.
- Den geriebenen Parmesan darüberstreuen. Mit Salz und Pfeffer würzen.
- Im vorgeheizten Ofen für ca. 20 Minuten backen, bis der Blätterteig goldbraun und knusprig ist und die Tomaten leicht einschrumpeln.
- Aus dem Ofen nehmen, optional mit Fleur de Sel bestreuen und in Stücke schneiden. Warm oder bei Zimmertemperatur servieren.
Notizen
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Nährwerte
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Häufige Fragen zu Tomatentarte
Welche Tomaten eignen sich am besten für eine Tomatentarte?
Fleischtomaten sind ideal, weil sie weniger Wasser und mehr Fruchtfleisch haben. Bunte Tomaten vom Markt sehen toll aus und schmecken besonders aromatisch. Kirschtomaten funktionieren auch (halbiert), ergeben aber mehr Flüssigkeit. Wichtig: Immer reife, aromatische Tomaten nehmen – im Winter lieber ein anderes Rezept machen.
Wird der Blätterteig nicht matschig durch die Tomaten?
Der Trick: Tomatenscheiben vorher 10 Minuten auf Küchenpapier legen und leicht salzen. Das entzieht Wasser. Außerdem den Teig nicht zu dick belegen und das Blech im unteren Drittel des Ofens platzieren – so wird der Boden von unten knusprig.
Kann ich die Tomatentarte auch mit fertigem Pizzateig machen?
Ja, aber das Ergebnis ist ein anderes. Blätterteig wird knusprig-blättrig, Pizzateig eher brot-artig. Beides schmeckt, aber für eine klassische Tarte ist Blätterteig die bessere Wahl.
Wie lange muss die Tomatentarte in den Ofen?
Bei 200°C Ober-/Unterhitze ca. 20 Minuten, bis der Blätterteig goldbraun ist und die Tomaten leicht einschrumpeln. Jeder Ofen ist anders – lieber einmal mehr reinschauen.
Schmeckt die Tomatentarte auch kalt?
Ja, sogar richtig gut! Bei Zimmertemperatur serviert ist sie perfekt als Sommeressen, für Buffets oder zum Mitnehmen. Im Kühlschrank wird der Blätterteig etwas weicher, aber 10 Minuten im Ofen machen ihn wieder knusprig.

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Wird gleich heute probiert! Dankeeeeeee 🙂 🙂
Hey Mia,
das sieht ja wirklich köstlich aus und ist eine tolle Idee für ein schnell gezaubertes Abendessen!
Mein Tomaten-Liebling ist dieser Tomaten-Brot-Salat:
http://www.cook-mahl.com/533/mein-sommer-must-eat-tomaten-brot-salat-mit-gaaanz-viel-knobi/
Viele Grüße
Christina
super finde ich die Hinweise auf den Tomatenpackungen, wofür sie denn geeignet sind.
Irritierend sind die neunen Namen. Die Namen der Sorten wären mir wichtiger (stehen ja nur noch klein drunter.
Habe aber zwei gute Tomatenquellen, die nicht jeder hat: meine Kollegin bringt aus ihrem Garten immer wieder Schätze mit und ein nahegelegener Hof verkauft beim lokalen Nahversorger (Jibi ist nett) wahnsinnig tolle Tomaten.
bei beiden gilt: Viele alte Sorten und die Farben erst! grün, rot, gelb, braun, rot-grün gestreift…
Die kaufe ich auch immer bei meinem Edeka nebenan. Aktuell warte ich aber darauf, dass die Tomaten auf dem Balkon endlich reif werden 🙂
ich liebe schnelles, einfaches Abendessen 🙂 und wenn dann noch Tomaten dabei sind, kann es gar nicht mehr perfekter werden 😀 das wird die Tage mal in Angriff genommen 😉 Liebste Grüße und danke, für die Inspiration, Kiki
Lecker – leider gibt es in meinem Haus keine echten Tomatenfans ausser mir…aber heute Abend bin ich allein, ich Blätterteig, Parmesan und Tomaten im Haus…bin dann mal in der Küche…;-)
Mhhhh, ich liebe solche einfachen Rezepte. Und mit Tomaten noch viel mehr! Naja, ist ja auch meine Lieblingszutat Nr.1! Fast immer, wenn ich koche, sind Tomaten in irgendeiner Form dabei 😀
Liebe Grüße!