Gemüse-Schaschlik gehört bei uns zur Grillsaison wie Sonne und Sommerabende. Als geborene Norddeutsche finde ich ja, dass es eigentlich nie einen Grund gibt, nicht zu grillen – aber wenn das Wetter mitspielt, ist es noch ein bisschen schöner.
Jedes Jahr aufs Neue die gleiche Frage: „Du isst dann doch nur Beilagen?“ Nein. Diese Gemüse-Schaschlik-Spieße mit asiatisch-inspirierter Marinade aus Sojasauce, Ingwer und Sesamöl sind ein vollwertiges Hauptgericht. Mit Halloumi oder Räuchertofu wird daraus etwas, das auch eingefleischte Grillmeister überzeugt.
Die Marinade ist dabei der heimliche Star: leicht süßlich, würzig, mit einer feinen Schärfe durch Chiliflocken. Sie passt übrigens auch zu fast jedem anderen Grillgut – ich mache inzwischen eine doppelte Portion, weil sie so schnell weg ist.
Warum dieses Gemüse-Schaschlik so gut funktioniert
Die meisten Gemüsespieße scheitern an einer Sache: Sie schmecken nach nichts außer Öl. Die asiatisch-inspirierte Marinade macht hier den Unterschied. Sojasauce bringt Umami und Salzigkeit, Sesamöl das nussige Aroma, frischer Ingwer die Frische und Chiliflocken eine dezente Schärfe. Das Tomatenmark sorgt für Bindung und leichte Süße.
Das Gemüse karamellisiert auf dem Grill, die Marinade verstärkt die Röstaromen und der Halloumi (oder Räuchertofu) bringt Protein und Sättigung. Das Ergebnis sind Spieße, die auch Fleischesser überzeugen – und von denen ich regelmäßig zu wenige mache, weil alle zugreifen.
Die Kombination aus Zucchini, Champignons und roten Zwiebeln ist dabei kein Zufall: Alle drei haben ähnliche Garzeiten und werden nicht matschig. Wer andere Gemüsesorten verwendet, sollte auf die Garzeit achten – Paprika etwa braucht etwas länger als Zucchini.

Tipps für das perfekte Gemüse-Schaschlik
Die Marinade entfaltet ihr volles Aroma, wenn die Spieße mindestens 15 Minuten darin ziehen. Länger ist besser – bis zu 2 Stunden im Kühlschrank schadet nicht. Nur über Nacht würde ich das Gemüse nicht marinieren, dann wird es zu weich.
Beim Aufspießen darauf achten, dass die Stücke ungefähr gleich groß sind. So garen alle gleichzeitig durch. Zucchini schneide ich etwa 1 cm dick – dünner verbrennt sie, dicker bleibt sie roh. Die Zwiebelviertel stecke ich quer auf, damit sie nicht auseinanderfallen.
Holzspieße unbedingt vorher 30 Minuten in Wasser einweichen. Sonst verbrennen sie auf dem Grill, bevor das Gemüse fertig ist. Metallspieße sind praktischer, aber das Grillgut dreht sich manchmal mit – flache Spieße sind besser als runde.
Bei mittlerer Hitze grillen und regelmäßig wenden. Zu heiß, und die Marinade verbrennt bevor das Gemüse durch ist. Während des Grillens ruhig nochmal mit der Restmarinade nachpinseln – das gibt extra Geschmack.
Variationen des Gemüse-Schaschlik
Die Marinade funktioniert mit fast jedem Gemüse. Paprika (alle Farben), Aubergine und Kirschtomaten sind klassische Alternativen. Aubergine vorher salzen und 10 Minuten ziehen lassen, dann abtupfen – so wird sie nicht bitter und nimmt die Marinade besser auf.
Statt Halloumi funktioniert auch Grillkäse aus dem Supermarkt. Für die vegane Variante ist Räuchertofu ideal, weil er Biss hat und nicht zerfällt. Marinierter Tofu aus dem Asialaden ist noch aromatischer.
Wer mehr Schärfe will, verdoppelt die Chiliflocken oder gibt eine fein gehackte frische Chilischote zur Marinade. Für eine mediterrane Variante tausche ich Sesamöl gegen Olivenöl und Ingwer gegen frischen Rosmarin – passt auch, ist aber ein anderes Gericht.
Die Spieße funktionieren übrigens nicht nur auf dem Grill: In der Grillpfanne bei hoher Hitze oder im Backofen bei 200°C Oberhitze werden sie fast genauso gut. Praktisch für Regentage.
Gemüse-Schaschlik mit Marinade
Zutaten
für die Schaschlik-Spieße
- 1 Zucchini
- 5 Champignons groß
- 2 rote Zwiebeln
- 200 g Halloumi am Stück natur oder mit Kräutern, alternativ 200 g Räuchertofu
für die Marinade
- 2 EL salzarme Sojasauce*
- 2 EL Sesamöl*
- 1/2 TL Chiliflocken*
- 1 EL Ingwer frisch gerieben
- 1 Knoblauchzehe fein gewürfelt
- 1 EL Zitronensaft
- 1 TL Zucker
- 1 EL Tomatenmark
- Salz und Pfeffer nach Geschmack
Anleitungen
- Die Zucchini in etwa 1 cm dicke Scheiben schneiden. Die Champignons vierteln. Die roten Zwiebeln schälen und vierteln. Den Halloumi oder Räuchertofu in mittelgroße Würfel schneiden.
- Für die Marinade alle Zutaten in einer kleinen Schüssel gut miteinander verrühren.
- Das Gemüse, die Pilze und den Halloumi oder Räuchertofu bunt gemischt auf 6 Schaschlikspieße aufspießen.
- Die Spieße mit der Marinade von allen Seiten einpinseln und für mindestens 15 Minuten ziehen lassen.
- Auf dem Grill bei mittlerer Hitze von allen Seiten grillen, bis das Gemüse gar ist. Dabei gelegentlich mit der restlichen Marinade nachpinseln.
Notizen
Nährwerte
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Häufige Fragen zu Gemüse-Schaschlik
Welches Gemüse eignet sich für Schaschlik?
Zucchini, Champignons, Zwiebeln und Paprika sind die Klassiker, weil sie ähnliche Garzeiten haben. Aubergine, Kirschtomaten und Maiskolbenscheiben funktionieren auch gut. Wichtig: Alle Stücke etwa gleich groß schneiden, damit sie gleichzeitig fertig werden.
Wie lange muss Gemüse-Schaschlik marinieren?
Mindestens 15 Minuten, besser 30 Minuten bis 2 Stunden. Länger als 2 Stunden würde ich das Gemüse nicht marinieren, sonst wird es zu weich. Die Marinade selbst hält sich aber problemlos eine Woche im Kühlschrank.
Kann ich Gemüse-Schaschlik auch im Backofen machen?
Ja, bei 200°C Oberhitze auf einem Blech mit Backpapier. Etwa 15-20 Minuten, dabei einmal wenden. Wird nicht ganz so aromatisch wie vom Grill, aber eine gute Alternative für Regentage oder wenn kein Grill vorhanden ist.
Wie verhindere ich, dass Holzspieße verbrennen?
Holzspieße mindestens 30 Minuten in Wasser einweichen, bevor du sie verwendest. Das verhindert, dass sie auf dem Grill verkohlen. Alternativ Metallspieße nutzen – bei flachen Spießen dreht sich das Grillgut nicht mit.
Ist Gemüse-Schaschlik vegan?
Mit Räuchertofu statt Halloumi ja. Die Marinade ist bereits vegan – Sojasauce, Sesamöl und die anderen Zutaten enthalten keine tierischen Produkte. Achte bei gekaufter Sojasauce auf die Zutatenliste, manche enthalten Zusätze.
Was passt als Beilage zu Gemüse-Schaschlik?
Frisches Fladenbrot, Reis, Couscous oder ein einfacher grüner Salat. Dazu ein Joghurt-Dip (für die vegane Variante Sojajoghurt) mit frischen Kräutern. Die Spieße sind aber so gehaltvoll, dass sie auch ohne Beilage satt machen.
Grillt ihr auch so gerne wie wir? Was sind eure Klassiker auf dem Grill?
Guten Appetit,
Mirja
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Da ich erst seit kurzem auf Fleisch verzichte, habe ich noch keine Klassiker für den Grill. Letzte Woche war ich aber sehr begeistert von meinen Filoteig Päckchen. Gefüllt waren die mit Mangold und einer Soße aus Paprika und Feta. Ich muss definitiv in Zukunft weitere Varianten mit Filoteig versuchen.
Heute Abend werden bei uns Burger gegrillt. Mein Mann macht die Buns selber und wird seine mit Fleischpflanzerl aus Rinderhack essen. Ich habe gestern schon eine geniale Red Onion Jam gemacht und werde heute mit drei verschiedenen vegetarischen Pflanzerl experimentieren. Einmal aus Sojaschnetzel, einmal aus Jackfrucht und meine Freundin bringt ihre indische Variante mit roter Bete mit. Ich bin gespannt, das ist komplettes Neuland für mich und ich hoffe, dass wenigstens eine der drei Varianten schmeckt.
Als weiteres Topping für die Burger haben wir in Knoblauch marinierte und gegrillte Aubergine, grünen Salat und Avocado und dazu gibt es Pommes und Gurkensalat.
Ich bin aber jetzt schon begeistert von meiner neuen Vielfalt, ob in der Küche oder auf dem Grill, die ich Dank Verzicht auf Fleisch entdecke. Wobei ich ehrlich gesagt immer wieder zu den Berner Würstl schiele, die ich wohl immer lieben werde.
Gemüsespiesse mache ich immer zum Grillen und meist habe ich mit Öl und Knoblauch mariniert.
Das war zwar auch lecker aber mit dieser Marinade hebt man die Spieße gleich zwei Stufen höher.
In Kombination der Sojasauce mit Ingwer kommt eine herrliche asiatische Note raus. Einfach lecker
Liebe Mia,
Mein Freund und ich haben am Wochenende die Grillsaison eröffnet und ich bin dir sehr dankbar für dieses wundervolle Rezept für die Gemüsespieße, die Marinade dazu ist göttlich… Ein wirklich fantastisches Rezept, das schon jetzt einen festen Platz in meinem Kochbuch gefunden hat.