Rotkohl mit Orangensaft und Rotwein – mein liebstes Rezept

besseres Rezept!
Dieser Betrag erschien erstmals im Dezember 2014 und wurde 2026 umfangreich überarbeitet. Das Rezept ist jetzt noch besser!

Rotkohl mit Orangensaft und Rotwein ist für mich die einzig wahre Art, Rotkohl selber zu machen. Ich habe jahrelang die Apfel-Variante gekocht, bis ich diese Version mit Orange, Zimt und Rotwein entdeckt habe. Und seitdem gibt es bei uns nur noch diesen Rotkohl. Der ist so viel weihnachtlicher, würziger und aromatischer als jeder Apfelrotkohl, der mir jemals auf den Teller gekommen ist.

Das Schöne: Rotkohl selbst kochen ist viel weniger Arbeit, als man denkt. Einmal alles in den Topf werfen, Deckel drauf, eine Stunde schmoren lassen. Währenddessen duftet die ganze Wohnung verführerisch nach Weihnachten. Und aufgewärmt am nächsten Tag schmeckt er sogar noch besser. Manche Leute kippen Zucker rein, bis er süß wird, oder würzen mit Kümmel. Beides mag ich nicht. Stattdessen: Orangensaft, Rotwein, ein bisschen Balsamico und Wintergewürze. Mehr braucht guter Rotkohl nicht.

Warum dieser Rotkohl mit Orangensaft und Rotwein so gut ist

Die meisten Rotkohl-Rezepte setzen auf Apfel und Essig für die nötige Säure. Das funktioniert, ist aber geschmacklich eindimensional. Orangensaft bringt eine fruchtige, warme Süße mit, die perfekt zu den Wintergewürzen passt. Der Rotwein gibt Tiefe und Körper. Und der Balsamico am Schluss rundet alles ab, ohne dass man es bewusst schmeckt.

Was dieses Rezept von den meisten anderen unterscheidet: Der Zucker wird karamellisiert, bevor der Rotwein und Orangensaft dazukommen. Dieser Schritt dauert 2 Minuten, macht aber geschmacklich einen Riesenunterschied. Der Karamell gibt dem Rotkohl eine leichte Röstnote, die toll mit der Fruchtsäure harmoniert. Kein Vergleich zum klassischen „alles in den Topf und kochen“.

Rotkohl mit Rotwein und Orangen-2

Tipps für den perfekten Rotkohl mit Orangensaft und Rotwein

Fein schneiden lohnt sich. Je feiner die Rotkohlstreifen, desto besser nehmen sie die Aromen auf und desto zarter wird das Ergebnis. Wer eine Küchenmaschine mit Schneidscheibe hat, kann sie nutzen. Ansonsten tut es ein scharfes Messer.

Die Orangenschale richtig verwenden. Das ist der häufigste Fehler bei diesem Rezept: Nur die äußere orangene Schicht abreiben, niemals die weiße Haut darunter. Die weißen Teile enthalten Bitterstoffe, die den ganzen Rotkohl ruinieren. Am besten eine feine Küchenreibe verwenden statt eines Sparschälers. Wer unsicher ist, lässt die Schale weg und gibt stattdessen etwas mehr Saft dazu.

Welcher Rotwein für Rotkohl? Es muss kein teurer Wein sein, aber ein trockener, fruchtiger Rotwein macht den Unterschied. Spätburgunder, Merlot oder Dornfelder passen gut. Süße oder sehr tanninhaltige Weine eher nicht. Faustregel: Wenn du den Wein trinken würdest, kannst du ihn auch zum Kochen nehmen.

Zeit nehmen. Mindestens 60 Minuten schmoren, besser 75-90 Minuten. Je länger der Rotkohl kocht, desto weicher wird er und desto besser verbinden sich die Aromen. Und noch ein Tipp: Am Vortag kochen und aufwärmen. Das ist kein Notbehelf, sondern macht ihn tatsächlich besser.

Am Schluss abschmecken. Rotkohl verändert sich beim Kochen. Nach dem Schmoren nochmal probieren. Zu wenig Säure? Noch ein Schuss Balsamico. Zu süß? Etwas Salz. Zu mild? Mehr Orangensaft.

Variationen

Mit Apfel und Orange: Wer die klassische Variante nicht ganz aufgeben will, kann einen säuerlichen Apfel (z.B. Boskop) in Würfeln mit in den Topf geben. Orange und Apfel zusammen ergeben einen Rotkohl, der das Beste aus beiden Welten vereint.

Ohne Alkohol: Den Rotwein durch Traubensaft (rot) oder zusätzlichen Orangensaft ersetzen. Für mehr Tiefe einen Schuss Granatapfelsaft dazugeben. Der Geschmack wird etwas fruchtiger, aber immer noch gut.

Mit Preiselbeeren: Kurz vor dem Servieren 2-3 EL Preiselbeerkonfitüre unterrühren. Das ist die österreichische Variante und passt besonders gut zu Knödeln.

Als Weihnachtspasta: Den fertigen Rotkohl mit karamellisierten Zwiebeln in einer Pfanne schwenken, Butter einrühren und mit Nudeln servieren. Das klingt verrückt, funktioniert aber brillant.

Aufbewahren & Aufwärmen

Rotkohl ist eines der wenigen Gerichte, die aufgewärmt besser schmecken als frisch. Über Nacht ziehen die Gewürze richtig durch und die Aromen verbinden sich. Im Kühlschrank hält sich der Rotkohl problemlos 4-5 Tage in einem verschlossenen Behälter. Zum Aufwärmen einfach im Topf bei niedriger Hitze erwärmen und bei Bedarf einen Schuss Orangensaft oder Wasser dazugeben, falls er zu trocken geworden ist.

Einfrieren funktioniert ebenfalls: Portionsweise in Gefrierbeutel oder Dosen abfüllen. Hält sich 3-4 Monate im Tiefkühler. Zum Auftauen über Nacht in den Kühlschrank stellen oder direkt im Topf langsam erwärmen.

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Rotkohl mit Orangensaft und Rotwein

Selbstgemachter Rotkohl mit Orangensaft und Rotwein, verfeinert mit Zimt, Nelken und einem Schuss Balsamico. In einer Stunde fertig, schmeckt aufgewärmt am nächsten Tag sogar noch besser. Die perfekte Beilage für Weihnachten und die ganze Herbst-Winter-Saison.
Portionen 4 Portionen (als Beilage)
Vorbereitungszeit 15 Minuten
Zubereitungszeit 1 Stunde
Gesamtzeit 1 Stunde 15 Minuten

Zutaten

Anleitungen

  • Rotkohl halbieren, den Strunk entfernen und in feine Streifen schneiden.
  • Von den Orangen die Schale dünn abreiben (nur die orangene Schicht, nicht das Weiße!) und den Saft auspressen.
  • In einem großen Topf die Butter bei mittlerer Hitze zerlassen. Den braunen Zucker dazugeben und unter Rühren karamellisieren lassen.
  • Mit dem Rotwein und dem Orangensaft ablöschen (Vorsicht, kann spritzen!). Den Rotkohl dazugeben und untermischen.
  • Balsamico, Zimtstange, Nelken, Lorbeerblatt und abgeriebene Orangenschale hinzufügen. Alles gut umrühren.
  • Bei kleiner Hitze mit geschlossenem Deckel 60 Minuten schmoren lassen. Gelegentlich umrühren.
  • Zimtstange, Nelken und Lorbeerblatt entfernen. Mit Salz abschmecken und servieren.

Notizen

Wichtig bei der Orangenschale: Nur die äußere orangene Schicht abreiben, nicht die weiße Haut darunter! Die weiße Haut enthält Bitterstoffe und macht den Rotkohl bitter!Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt die Schale weg und gibt einfach etwas mehr Orangensaft dazu.
Aufgewärmt schmeckt der Rotkohl noch besser, weil die Aromen über Nacht durchziehen.
Die Nährwertangaben sind Durchschnittswerte und können je nach verwendeten Zutaten und tatsächlicher Zubereitung abweichen.
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Kalorien: 215kcal
Gericht: Beilage

Nährwerte

Kalorien: 215kcal | Kohlenhydrate: 28g | Proteine: 3g | Fett: 9g | Ballaststoffe: 5g

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Rotkohl mit Rotwein und Orangen

Häufige Fragen zu Rotkohl mit Orangensaft und Rotwein

Welcher Rotwein eignet sich am besten für Rotkohl?

Am besten eignet sich ein trockener, fruchtiger Rotwein wie Spätburgunder, Merlot oder Dornfelder. Der Wein sollte nicht zu tanninhaltig sein, sonst wird der Rotkohl herb. Grundregel: Wenn du den Wein gerne trinkst, taugt er auch zum Kochen. Ein günstiger Tafelwein reicht völlig.

Warum wird mein Rotkohl bitter?

Das liegt fast immer an der Orangenschale. Wenn du beim Schälen oder Abreiben die weiße Schicht unter der orangenen Haut erwischst, kommen Bitterstoffe in den Rotkohl. Lösung: Nur die äußerste orangene Schicht dünn abreiben, am besten mit einer feinen Reibe. Oder die Schale ganz weglassen und dafür mehr Orangensaft nehmen.

Kann ich Rotkohl mit Orangensaft und Rotwein vorbereiten?

Ja, und du solltest sogar! Rotkohl schmeckt aufgewärmt besser als frisch, weil die Aromen über Nacht richtig durchziehen. Am Vortag kochen, im Kühlschrank lagern und vor dem Servieren einfach aufwärmen. Das ist kein Kompromiss, sondern ein Upgrade.

Kann ich den Rotwein weglassen?

Ja, du kannst den Rotwein durch Traubensaft (rot) oder zusätzlichen Orangensaft ersetzen. Der Rotwein gibt dem Gericht zwar mehr Tiefe und Körper, aber es schmeckt auch ohne gut. Der Alkohol verkocht übrigens weitgehend nach 60 Minuten Schmorzeit.

Wie viel Rotkohl brauche ich pro Person?

Als Beilage rechne ich mit 200 g rohem Rotkohl pro Person. Das schrumpft beim Kochen auf etwa die Hälfte zusammen. Für 4 Personen also 800 g, für 6 Personen ca. 1,2 kg.

Passt Rotkohl mit Orangensaft auch zu anderen Gerichten als Weihnachtsessen?

Auf jeden Fall! Dieser Rotkohl schmeckt nicht nur zu Knödeln und Braten, sondern auch als Beilage zu Ofenkartoffeln, Schupfnudeln oder Spätzle. Im Herbst und Winter gibt es den bei uns regelmäßig, nicht nur an Weihnachten.


Guten Appetit,
Mirja

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  1. Ich mochte Rotkohl bisher eigentlich nur roh… aber so würde ich ihm eine Chance geben. Sehr tolle Fotos übrigens, seine Farbe kommt so herrlich zur Geltung. 🙂

    1. Ich danke dir, liebe Fiona!
      Sehr lustig übrigens: ICH habe Rotkohl noch nie roh gegessen! Das muss ich unbedingt mal nachholen! 🙂

      1. Auf jeden Fall, so ist er echt lecker und enthält noch mehr Nährstoffe! 🙂

  2. Öhm…ein kleines nebensächliches Detail…Wann kommt der Rotkohl in den Topf? 🙂 Ein Rotkohl Rezept ohne Rotkohl!? Hihi

    1. Wie lustig, dass es vor dir noch niemandem aufgefallen ist 🙂 Habe das Rezept natürlich sofort ergänzt! Danke für den Hinweis!
      Viele Grüße,
      Mia

      1. 🙂 danke!

  3. Eine Frage, machst Du an das Rezept gar kein Salz ran? Klingt sonst lecker, aber irgendwie sehr süss. Bei uns gibt es ihn mit Apfel und er wird mit Gänsefett angebraten.

  4. Hi,
    hab das Rezept gestern ausprobiert. Uns war es leider ein bisschen zu süß. Wir bleiben wohl weiterhin beim klassischen Apfelrotkohl.

  5. Das ist ein tolles Rezept! Danke dafür. Ich habe Rotkohl zum ersten Mal mit Orangensaft gemacht und ich finde das passt richtig gut. Allerdings brauchte ich noch etwas mehr Säure und habe am Schluss etwa Balsamico zugegeben. So schmeckte es ideal!

  6. Tolles Rezept. Danke! Ich habe Rotkohl noch nie mit Orangensaft zubereitet. Ich finde, das passt ganz hervorragend.
    Eins konnte ich mir allerdings nicht nehmen lassen: Ich musste mit ein wenig Aceto verfeinern…

  7. I will have a go it does sound good
    Will try it with the Orange and Apple
    Rotwein as well!!!!

  8. Die Orangenschale macht das Ganze super bitter :(((
    Ich denke ohne die Schale würde er echt gut schmecken.

    1. Hallo Anne,
      wichtig ist beim Abreiben der Schale, nur die orangene Haut abzureiben und nicht an die darunterliegende weiße Schicht zu kommen, die in der Tat wirklich sehr bitter schmeckt.
      Ich mache meinen Rotkohl schon seit 2014 so und er war bisher nie bitter.
      Viele Grüße,
      Mirja

  9. Hallo Mia,

    ich liebe dieses Rezept. Leider steht dort im Rezept, dass man die Orangenschale mit dem Sparschäler schälen soll, Mirja schreibt in Ihrem Kommentar, dass man nur die oberste Schicht abreiben soll … nun ist mein Rotkohl auch bitter. Ich hoffe, dass das gesundheitlich unbedenklich ist.

    1. Hallo Brigitte,
      Mirja bin ich 😉
      Wenn du mit dem Sparschäler sehr viel der weißen Haut der Orangenschale erwischt hast, kann es tatsächlich sein, dass die Bitterstoffe aus der weißen Haut deinen Rotkohl bitter machen.
      Alternativ kannst du die Schale dünn abreiben, dann kannst du sie aber später nicht mehr entfernen und musst auch ein bisschen weniger verwenden.
      So oder so sind die Bitterstoffe aus der weißen Haut gesundheitlich unbedenklich.
      Viele Grüße,
      Mirja

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