Spargel im Bratschlauch – aromatisch gegart mit Zitrone und Kresse-Dip

Spargel im Bratschlauch zuzubereiten, ist eine meiner liebsten Methoden: Der Spargel gart schonend im eigenen Sud, wird dadurch viel aromatischer als im Wasserbad und der Duft, der durch die Küche zieht, ist wirklich unschlagbar.

Dieses Rezept ist bei mir damals im Rahmen eines Foodblogger-Wettbewerbs entstanden, bei dem das Thema „Frühling aus dem Bratschlauch“ lautete. Das war mein erster Kontakt mit dem Bratschlauch überhaupt und ich war ehrlich überrascht, wie viel besser der Spargel damit schmeckt. Seitdem gehört er bei mir zur Spargelsaison dazu.

Grüner und weißer Spargel kommen zusammen mit Butter, Thymian und Zitronenscheiben in den Bratschlauch. Dazu gibt es einen schnellen Kresse-Dip, der mit dem Spargelsud aus dem Bratschlauch verfeinert wird. In 30 Minuten steht alles auf dem Tisch.

Warum Spargel im Bratschlauch so gut wird

Der größte Vorteil gegenüber dem klassischen Spargeltopf: Beim Kochen in Wasser geht ein Großteil des Aromas verloren, weil es sich in der Kochflüssigkeit löst. Im Bratschlauch passiert das Gegenteil. Der Spargel gart in seinem eigenen Sud, zusammen mit der Butter und den Zitronenscheiben. Alles, was an Geschmack entsteht, bleibt genau da, wo es hingehört.

Außerdem ist die Methode extrem unkompliziert. Spargel rein, Bratschlauch zuknoten, ab in den Ofen. Kein Topf, der überkocht. Kein Auge, das auf der Herdplatte bleiben muss. Und der Spargelsud, der dabei entsteht, ist zu schade zum Wegschütten: Er eignet sich als Basis für den Dip, für eine Sauce oder als Grundlage für eine Spargelsuppe am nächsten Tag.

Die Kombination aus Zitrone und Thymian funktioniert hier besonders gut, weil sich die ätherischen Öle im geschlossenen Bratschlauch voll entfalten und den Spargel während des gesamten Garvorgangs durchziehen.

Zitronenspargel aus dem Bratschlauch

Tipps für perfekten Spargel im Bratschlauch

Loch nicht vergessen. Der Bratschlauch braucht ein kleines Loch oben, damit der Dampf entweichen kann. Sonst bläht er sich auf und kann platzen. Ein Schnitt von 1-2 cm reicht.

Spargel nach Dicke sortieren. Wenn du grünen und weißen Spargel mischst: Die weißen Stangen brauchen länger. Am besten die weißen Stangen unten in den Bratschlauch legen, die grünen oben drauf. So bekommt der weiße Spargel mehr Hitze.

Nicht zu lange garen. 20 Minuten reichen für mitteldicke Stangen. Lieber einmal kurz testen als matschigen Spargel riskieren. Der Spargel gart im Bratschlauch etwas schneller als im Topf, weil er gleichzeitig von allen Seiten Hitze bekommt.

Bratschlauch vorsichtig öffnen. Der Dampf, der beim Aufschneiden entweicht, ist extrem heiß. Vom Körper weg aufschneiden und kurz warten, bevor du hineingreifst.

Spargelsud auffangen. Der Sud ist konzentriertes Spargelaroma mit Butter, Zitrone und Thymian. Perfekt für den Dip, eine schnelle Sauce oder zum Verfeinern eines Risottos.

Variationen

Mit Weißwein statt Butter: Statt der geschmolzenen Butter einen Schuss trockenen Weißwein (ca. 100 ml) in den Bratschlauch geben. Der Spargel bekommt dadurch ein feineres, etwas säuerlicheres Aroma. Funktioniert besonders gut mit rein weißem Spargel.

Nur grüner Spargel: Wer keinen weißen Spargel bekommt oder mag, kann das Rezept auch nur mit grünem Spargel machen. Die Garzeit reduziert sich dann auf 15-20 Minuten. Der grüne Spargel wird im Bratschlauch schön zart und behält trotzdem Biss.

Mit Kartoffeln: Kleine Drillinge oder Pellkartoffeln lassen sich direkt mit in den Bratschlauch packen. In dem Fall die Garzeit auf 35-40 Minuten erhöhen, damit die Kartoffeln durchgaren. Dann ist es fast schon ein komplettes Gericht.

Mit Schinken: Wer es klassischer mag, kann den Spargel vor dem Einpacken mit Scheiben von rohem oder gekochtem Schinken umwickeln. Der Schinken gibt beim Garen zusätzliches Aroma ab.

Aufbewahren & Aufwärmen

Gegarter Spargel hält sich im Kühlschrank 1-2 Tage. Zum Aufwärmen am besten kurz in einer Pfanne mit etwas Butter schwenken statt in die Mikrowelle, da er dort schnell matschig wird.

Den Kresse-Dip am besten frisch zubereiten, da die Kresse nach einem Tag braun wird und an Frische verliert. Den Spargelsud separat aufbewahren: In einem Schraubglas hält er sich 2-3 Tage im Kühlschrank und eignet sich als Basis für eine schnelle Spargelsuppe.

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Spargel im Bratschlauch mit Zitrone und Thymian

Im Bratschlauch wird Spargel besonders aromatisch, weil er schonend im eigenen Sud gart. Dieses Rezept kombiniert grünen und weißen Spargel mit Zitronenscheiben, Thymian und Butter. Dazu gibt es einen frischen Kresse-Dip.
Portionen 4 Portionen als Beilage
Vorbereitungszeit 15 Minuten
Zubereitungszeit 25 Minuten
Gesamtzeit 40 Minuten

Zutaten

Für den Spargel

  • 500 g grüner Spargel
  • 500 g weißer Spargel
  • 3 EL Butter
  • 1 Prise Salz und Pfeffer jeweils
  • ½ Prise Zucker
  • einige Zweige Thymian
  • ½ Zitrone
  • etwas Petersilie optional
  • 1 Bratschlauch

Für den Kresse-Dip

  • 100 g Frischkäse
  • 1 EL Naturjoghurt
  • ½ Zitrone
  • etwas Spargelsud aus dem Bratschlauch
  • ½ Töpfchen Kresse

Anleitungen

  • Bei beiden Spargelsorten die holzigen Enden abschneiden. Den grünen Spargel waschen, den weißen Spargel mit einem Sparschäler schälen.
  • Ein großes Stück vom Bratschlauch abschneiden und ein Ende verknoten. Den Spargel in zwei Schichten in den Bratschlauch legen.
  • Die Butter schmelzen und über den Spargel gießen. Mit Salz, Pfeffer und einer halben Prise Zucker würzen.
  • Einige Zweige Thymian zum Spargel geben. Die Zitronenhälfte in dünne Scheiben schneiden und auf den Spargel legen.
  • Das zweite Ende des Bratschlauchs mit dem Plastikband verknoten. In den oberen Teil ein ca. 1-2 cm breites Loch schneiden, damit die heiße Luft entweichen kann.
  • Den Bratschlauch auf ein Backblech legen und bei 180 °C Ober-/Unterhitze im vorgeheizten Ofen je nach Dicke des Spargels 20-30 Minuten backen.
  • Für den Dip den Frischkäse und den Joghurt verrühren. Die Schale der zweiten Zitronenhälfte abreiben und zusammen mit der Kresse unterrühren. Mit 1-2 EL Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.
  • Den Bratschlauch vorsichtig aufschneiden (der Dampf ist sehr heiß!). Zitronenscheiben und Thymian entfernen. Den Spargel auf einer Servierplatte anrichten und nach Belieben mit frisch gehackter Petersilie bestreuen.
  • Etwas Spargelsud aus dem Bratschlauch in den Dip rühren. Den Dip mit Kresse und einer Zitronenscheibe garnieren und alles zusammen servieren.

Notizen

Der Spargelsud aus dem Bratschlauch ist flüssiges Gold: Unbedingt auffangen und für den Dip oder eine Suppe verwenden.
Wer nur eine Spargelsorte hat, kann auch nur grünen oder nur weißen Spargel nehmen. Die Garzeit bei rein grünem Spargel verkürzt sich auf 15-20 Minuten.
Die Nährwertangaben sind Durchschnittswerte und können je nach verwendeten Zutaten und tatsächlicher Zubereitung abweichen.
Kalorien: 227kcal
Gericht: Beilage

Nährwerte

Kalorien: 227kcal | Kohlenhydrate: 11g | Proteine: 8g | Fett: 15g | Ballaststoffe: 4g

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Zitronenspargel aus dem Bratschlauch-2

Häufige Fragen zu Spargel im Bratschlauch

Wie lange braucht Spargel im Bratschlauch?

Weißer Spargel braucht bei 180 °C Ober-/Unterhitze je nach Dicke 25-30 Minuten. Grüner Spargel ist nach 15-20 Minuten fertig. Wenn du beide Sorten zusammen garst, rechne mit 20-25 Minuten.

Muss man den Bratschlauch einstechen?

Ja. Ohne Loch bläht sich der Bratschlauch durch den Dampf stark auf und kann platzen. Ein Schnitt von 1-2 cm an der Oberseite reicht, damit der Dampf kontrolliert entweichen kann.

Kann man auch gefrorenen Spargel im Bratschlauch garen?

Grundsätzlich ja. Den gefrorenen Spargel ohne Auftauen direkt in den Bratschlauch geben und die Garzeit um ca. 10 Minuten verlängern. Das Ergebnis ist etwas wässriger als bei frischem Spargel, funktioniert aber.

Welche Temperatur für Spargel im Bratschlauch?

180 °C Ober-/Unterhitze ist ideal. Bei Umluft reichen 160 °C. Höhere Temperaturen bringen keinen Vorteil, weil der Spargel ohnehin im geschlossenen Bratschlauch dampfgart.

Was kann man statt eines Bratschlauchs nehmen?

Alternativ funktioniert Backpapier zu einem Päckchen gefaltet oder ein Römertopf. Das Prinzip ist dasselbe: Der Spargel gart im eigenen Dampf. Ein Römertopf muss vorher gewässert werden, ein Bratschlauch nicht.

Warum ist Spargel aus dem Bratschlauch aromatischer?

Beim Kochen in Wasser löst sich ein Teil des Spargelaromas in der Kochflüssigkeit. Im Bratschlauch bleibt der gesamte Geschmack beim Spargel, weil er im eigenen Sud mit Butter und Gewürzen gart. Der Sud ist dann so konzentriert, dass er sich als Saucenbasis eignet.

Guten Appetit!
Mirja

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