Hummus gehört seit über zehn Jahren zu meinen absoluten Leibspeisen. In dieser Zeit habe ich das Rezept immer weiter perfektioniert, verschiedene Techniken ausprobiert und so ziemlich jeden Fehler gemacht, den man machen kann. Rausgekommen ist dieses Hummus Rezept, das ich ohne falsche Bescheidenheit richtig gut finde.
Zwei Dinge haben meinen Hummus von „ganz okay“ zu „Alter Schwede, ist das gut“ katapultiert: Erstens, das Wasser muss EISKALT sein. Nicht lauwarm, nicht zimmerwarm, sondern mit Eiswürfeln. Das macht den Unterschied zwischen einer zähen Paste und cremigem, luftigem Hummus. Zweitens: Das Olivenöl kommt niemals in den Mixer, sondern erst danach obendrauf. Klingt nach einem kleinen Detail, schmeckt aber nach einem riesigen Unterschied.
Bevor es losgeht, noch der Disclaimer: Das ist kein Original-Rezept. Ich komme nicht aus einer Familie, in der Oma traditionell Hummus nach Jahrhunderte überliefertem Familienrezept gemacht hat. Ich bin einfach ein großer Hummus-Fan, der sein Rezept über Jahre verfeinert hat. Und wenn bei euch zu Hause der Hummus anders gemacht wird und er euch so schmeckt – go for it!
Warum dieses Hummus Rezept so gut ist
Die meisten Hummus-Rezepte online sind sich ziemlich ähnlich: Kichererbsen, Tahini, Knoblauch, Zitrone, Mixer, fertig. Funktioniert, schmeckt okay. Aber „okay“ ist nicht das, was man von einem Gericht erwartet, das man seit über zehn Jahren regelmäßig isst.
Der größte Unterschied zu Standard-Rezepten ist das eiskalte Wasser mit Eiswürfeln. Die Kälte sorgt dafür, dass die Tahini-Fette sich anders verhalten und das Ergebnis unglaublich luftig und cremig wird statt zäh und klebrig. Der zweite Gamechanger: Das Olivenöl bleibt draußen aus dem Mixer. Klingt kontraintuitiv, weil die meisten Rezepte Olivenöl direkt mit reinpacken. Aber wenn du das Öl erst beim Servieren drüber gibst, bleibt der Hummus leichter und das Olivenöl schmeckt frischer und aromatischer.
Und dann ist da noch die Sache mit den Schalen. Ja, ich weiß, das Schälen von Kichererbsen klingt nach einer Bestrafung. Aber die Zwei-Tücher-Technik (Kichererbsen zwischen zwei saubere Tücher legen und rubbeln) entfernt den Großteil der Schalen in einer Minute. Alle Schalen müssen auch gar nicht ab. Aber schon dieses schnelle Rubbeln macht den Hummus spürbar feiner.

Tipps für den perfekten Hummus
Tahini-Qualität entscheidet alles. Billiges Tahini aus dem Supermarkt ist oft bitter und fest. Gutes Tahini schmeckt nussig, leicht süßlich und hat eine flüssige Konsistenz. Am besten im türkischen oder arabischen Laden kaufen. Wenn du einen Löffel Tahini pur probierst und das Gesicht verziehst, ist es das falsche.
Dosenkichererbsen funktionieren. Ja, wirklich. Die Unterschiede zu selbst eingeweichten Kichererbsen sind marginal. Wer Dosenkichererbsen verwendet, kann sie vorher nochmal 5-10 Minuten in Wasser mit einer Prise Natron köcheln lassen. Das macht sie noch weicher und der Hummus wird noch cremiger.
Lange genug mixen. Die meisten Leute mixen zu kurz. Hummus braucht mindestens 3-5 Minuten im Hochleistungsmixer (länger ist besser). Je länger du mixt, desto cremiger wird das Ergebnis. Wenn du denkst, es reicht, mix noch eine Minute weiter.
Wasser in kleinen Schlucken. Lieber mit weniger Wasser anfangen und langsam nachgießen. Zu flüssig ist schwer rückgängig zu machen, fester geht immer.
Hummus auf Zimmertemperatur servieren. Direkt aus dem Kühlschrank schmeckt er flacher. 15-20 Minuten vorher rausnehmen, dann entfaltet sich das Aroma richtig.
Variationen
Rote-Bete-Hummus: 150 g gekochte Rote Bete mit in den Mixer geben. Sieht spektakulär aus und schmeckt leicht erdig-süß. Mein Rezept dafür findest du hier.
Gerösteter Knoblauch: Statt rohem Knoblauch eine ganze Knolle bei 180 °C für 40 Minuten im Ofen rösten und die weichen Zehen rausdrücken. Milder, süßer, karamelliger.
Kräuter-Hummus: Eine Handvoll frische Petersilie oder Koriander mit in den Mixer. Gibt eine schöne grüne Farbe und ein frisches Aroma.
Schärfer: Statt Cayennepfeffer eine frische Chili mit in den Mixer oder beim Servieren Chiliflocken und Sesamkörner drüber. Harissa funktioniert auch toll.

Aufbewahren & Einfrieren
In einem luftdicht verschlossenen Behälter hält sich Hummus im Kühlschrank 4-5 Tage. Tipp: Die Oberfläche dünn mit Olivenöl bedecken, das verhindert Austrocknen.
Hummus lässt sich auch einfrieren, das funktioniert erstaunlich gut. Portionsweise in Gefrierbeuteln oder kleinen Dosen einfrieren, hält sich 2-3 Monate. Zum Auftauen über Nacht in den Kühlschrank stellen und vor dem Servieren nochmal durchrühren. Falls er nach dem Auftauen etwas fest ist, einen Schluck kaltes Wasser unterrühren und nochmal kurz mixen.
Hummus Rezept – cremig, einfach und richtig gut
Zutaten
- 500 g gekochte Kichererbsen aus der Dose oder selbst gekocht
- 4 EL Tahini*
- 2 Knoblauchzehen
- 1/2 TL Kreuzkümmel, gemahlen*
- 1/4 TL Cayennepfeffer
- 1/2 TL Salz
- 1/2 Zitrone davon der Saft
- 3-4 Eiswürfel
- ca. 50-80 ml eiskaltes Wasser
- Olivenöl zum Servieren
- Paprikapulver edelsüß* zum Servieren
Anleitungen
- Die Kichererbsen gut abtropfen lassen. Wer Dosenkichererbsen verwendet, diese vorher kurz zwischen zwei sauberen Tüchern reiben und die losen Schalen entfernen. Muss nicht perfekt sein, aber je mehr Schalen runter kommen, desto cremiger wird das Ergebnis.
- Die Kichererbsen zusammen mit der Tahini, den Knoblauchzehen, dem Kreuzkümmel, dem Cayennepfeffer, dem Salz, dem Zitronensaft und den Eiswürfeln in einen Mixer geben.
- Alles zu einer sehr cremigen Masse pürieren. Dabei nach und nach eiskaltes Wasser hinzugeben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Lieber weniger Wasser anfangen und langsam steigern.
- Den Hummus in eine flache Schale streichen, mit reichlich Olivenöl beträufeln und etwas Paprikapulver darüber streuen. Sofort servieren oder gekühlt aufbewahren.
Notizen
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Nährwerte
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Häufige Fragen zu Hummus
Kann ich Hummus mit Kichererbsen aus der Dose machen?
Ja, absolut. Der Unterschied zu selbst eingeweichten Kichererbsen ist minimal. Dosenkichererbsen vorher abtropfen und optional 5-10 Minuten in Wasser mit einer Prise Natron köcheln, dann werden sie extra weich.
Warum wird mein Hummus nicht cremig?
Meistens liegt es an zu wenig Mixen (mindestens 3-5 Minuten!) oder zu warmem Wasser. Das Wasser muss wirklich eiskalt sein, am besten mit Eiswürfeln. Auch die Tahini-Qualität spielt eine große Rolle: Billiges Tahini macht den Hummus körnig.
Wie lange hält sich selbstgemachter Hummus?
Im Kühlschrank in einem verschlossenen Behälter 4-5 Tage. Die Oberfläche dünn mit Olivenöl bedecken, dann trocknet er nicht aus. Einfrieren geht auch: 2-3 Monate im Gefrierfach, zum Auftauen über Nacht in den Kühlschrank.
Ist Hummus vegan?
Ja, klassischer Hummus ist komplett vegan. Kichererbsen, Tahini, Zitrone, Knoblauch, Gewürze und Olivenöl – alles pflanzlich. Erst die Beilagen können nicht-vegan sein (z.B. Feta obendrauf).
Muss ich die Kichererbsen schälen?
Nicht unbedingt, aber es macht den Hummus cremiger. Der schnellste Weg: Gekochte Kichererbsen zwischen zwei saubere Tücher legen und sanft rubbeln. Die meisten Schalen lösen sich dabei von alleine. Perfektionismus ist nicht nötig.
Welches Tahini soll ich kaufen?
Am besten helles Tahini aus geschältem Sesam, das flüssig und nicht bitter schmeckt. Gute Qualität gibt es im türkischen oder arabischen Laden. Wenn du es pur probierst und es angenehm nussig schmeckt, ist es das richtige.
Guten Appetit,
Mirja
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Liebe Mia,
danke für dein Rezept! Ich habe es noch nicht ausprobiert, bin aber schon länger auf der Suche nach einem leckeren Hummus-Rezept und habe deins hier schon immer mal wieder angeschaut 🤭 Ich werde es demnächst definitiv ausprobieren 🙌
Aber ich habe noch eine Frage: mit „frischen“ Kichererbsen sindie getrockneten gemeint? 🤔
Viele Grüße, Bettina
Hallo liebe Bettina,
Mit „frischen“ meine ich „getrocknete“ – ja! Ein bisschen missverständlich formuliert, jetzt, wo wir drüber sprechen 🙂
Viele liebe Grüße,
Mia